Handy-Diebstähle: Apple und Google schärfen Sicherheit nach

Apple veröffentlicht aktualisierte Notfallprotokolle für gestohlene iPhones. Eine Studie zeigt zudem, wie viele sensible Daten auf Smartphones lagern.

Die Zahl der Handy-Diebstähle steigt in Europa und Nordamerika rasant – Apple reagiert mit neuen Sicherheitsempfehlungen. Der Konzern veröffentlichte am 22. Juli 2026 aktualisierte Richtlinien, die klare Notfallprotokolle für gestohlene Geräte vorsehen. Besonders brisant: Eine aktuelle Studie zeigt, wie viele sensible Daten auf unseren Smartphones schlummern.

Notfallplan bei Diebstahl: Das müssen Opfer sofort tun

Apple rät Betroffenen, sich umgehend über einen Webbrowser beim „Wo ist?“-Dienst anzumelden und das Gerät als verloren zu markieren. Entscheidend: Das iPhone darf nicht aus dem „Wo ist?“-Netzwerk entfernt werden. Sonst wird die Aktivierungssperre deaktiviert – und Diebe können das Gerät leichter weiterverkaufen.

Die Datenfernlöschung sollte nur das allerletzte Mittel sein, wenn die Chancen auf Wiederbeschaffung gering sind. Eigenmächtige Verfolgungstouren sind tabu: Stattdessen sollen Nutzer die Polizei einschalten und die IMEI-Nummer des Geräts bereithalten – am besten notiert man sie schon vorab.

Nach einem Diebstahl gilt es, sich umgehend von sensiblen Konten abzumelden: Banking-Apps, Messenger-Dienste und bei Diensthandys die IT-Abteilung informieren.

Studie offenbart: Unsere Smartphones sind Datenschätze

Wie verletzlich wir wirklich sind, zeigt eine Kaspersky-Umfrage vom März 2026. Von 7.200 Befragten in 18 Ländern nutzen 58 Prozent ihr Smartphone als primäres Internetgerät – bei der Generation Z sind es sogar 67 Prozent.

Die gespeicherten Daten machen nachdenklich:
66 Prozent bewahren private Fotos und Videos auf
55 Prozent speichern Kontaktlisten
46 Prozent haben Nachrichtenverläufe auf dem Gerät
41 Prozent hinterlegen digitale Ausweiskopien oder Reisepässe
39 Prozent nutzen das Handy für dienstliche E-Mails

Finanzdaten und KI-Chat-Verläufe landen ebenfalls häufig auf den Geräten – ein gefundenes Fressen für Kriminelle.

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iOS-Updates stopfen gefährliche Sicherheitslücken

Apple und andere Technologiekonzerne arbeiten kontinuierlich an Sicherheitspatches. Der Google Threat Intelligence warnte kürzlich vor einer Exploit-Kette namens „DarkSword“, die seit November 2025 von Hackergruppen und kommerziellen Spyware-Anbietern genutzt wurde. Sechs Schwachstellen ermöglichten Angreifern, iPhones über manipulierte Webseiten zu kompromittieren und Daten wie Kryptowährungs-Zugänge zu stehlen.

Apple reagierte mit den Updates iOS 26.3 und dem aktuellen iOS 26.4.1. Letzteres behebt nicht nur einen iCloud-Synchronisationsfehler, sondern aktiviert automatisch den Diebstahlschutz für bestimmte Modelle. Diese Funktion verlangt bei heiklen Aktionen biometrische Authentifizierung per Face ID oder Touch ID – und führt eine Sicherheitsverzögerung ein, wenn das Gerät außerhalb vertrauter Orte die Apple-ID ändern soll.

Neue Funktionen: Selfie als Rettungsanker und Leih-Sperrmodus

Google zog am 23. Juli 2026 nach: Nutzer können künftig ein Selfie-Video mit „Lebendigkeitserkennung“ als Ersatzschlüssel für den Kontozugriff hinterlegen. Das soll verhindern, dass Deepfakes die Sicherheit unterlaufen.

Spannend wird es bei Apples neuem Leihprogramm: Die iOS 27 Beta deutet auf einen „Restricted Mode“ hin. Geplant ist eine Partnerschaft mit Klarna, die ab dem 28. Juli 2026 starten soll. Bleiben Ratenzahlungen aus, können Finanzierungspartner die Gerätefunktionen einschränken. Dann wären nur noch essenzielle Apps wie Telefon, Wallet, Gesundheit und Passwörter nutzbar. Ein „Partner Finance Lock“ verhindert zudem, dass das Gerät bei Zahlungsverzug gelöscht, verkauft oder auseinandergebaut wird.

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Experten-Tipps: Die mehrschichtige Verteidigungsstrategie

Sicherheitsexperten von der FTC und aus der Privatwirtschaft empfehlen einen abgestuften Schutz:

  • Authentifizierung: Mindestens sechsstellige Codes oder komplexe Passwörter mit 15+ Zeichen
  • Verifikation: Zwei-Faktor-Authentifizierung – besser mit Authenticator-App oder Sicherheitsschlüssel als per SMS
  • Wartung: Betriebssysteme stets aktuell halten, Passwort-Manager für individuelle Zugänge nutzen
  • Hardware-Schutz: Biometrische Sperren aktivieren, IMEI-Nummer notieren

Für Umsteiger: Googles Android 17 verbessert den Datentransfer vom iPhone. Passkeys, eSIMs und Homescreen-Layouts lassen sich nun übertragen – Safari-Lesezeichen und Gesundheitsdaten bleiben allerdings vorerst außen vor.