In einem wegweisenden Urteil hat das brasilianische Gericht TJMG (9ª Câmara Cível) ein Finanzinstitut dazu verpflichtet, einer Kundin einen Betrag in Höhe von R$ 98.562 zurückzuerstatten. Dem Verfahren lag ein Vorfall aus dem August 2024 zugrunde, bei dem der Klägerin ihr Mobiltelefon entwendet worden war. In der Folge nutzten Unbefugte den Zugang zum Gerät, um atypische Transaktionen zulasten der Geschädigten durchzuführen.
Haftung bei Sicherheitsmängeln und atypischem Nutzerverhalten
Die Richter am TJMG befassten sich im Rahmen des Berufungsverfahrens auch mit der Höhe der Entschädigung für immaterielle Schäden. Während in der vorherigen Instanz noch ein Schmerzensgeld von R$ 10.000 festgesetzt worden war, reduzierte der Berichterstatter, Richter Leonardo de Faria Beraldo, diese Summe nun auf R$ 5.000. Die Entscheidung unterstreicht die Verantwortung von Banken, ungewöhnliche Kontobewegungen zu identifizieren und Kunden vor den Folgen eines Diebstahls zu schützen, wenn die Sicherheitsmechanismen des Instituts umgangen werden können.
Ein vergleichbares Urteil erging zeitgleich durch die Terceira Turma Recursal de Goiás gegen das Geldinstitut Bradesco. In diesem Fall wurde die Bank verurteilt, einen Verbraucher nach einem Handy-Diebstahl zu entschädigen, nachdem die Täter insgesamt 25 betrügerische Transaktionen vorgenommen hatten.
Der entstandene Schaden belief sich auf R$ 33.179,81. Das Gericht erklärte die im Zuge des Betrugs entstandenen Schulden für nicht existent und ordnete die Rückzahlung bereits geleisteter Beträge an. Zusätzlich wurde dem Kläger ein Schmerzensgeld in Höhe von R$ 3.000 zugesprochen.
Millionen Menschen nutzen täglich Online-Banking per Smartphone – ohne die richtigen Sicherheitsvorkehrungen riskieren Nutzer bei einem Verlust des Geräts massive finanzielle Schäden. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen unbefugte Zugriffe absichern können. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Internationale Rechtsprechung zu SIM-Swapping und Online-Betrug
Die juristische Aufarbeitung von Mobilfunk-Betrugsfällen zeigt sich auch in anderen Regionen verschärft. In Junín bestätigte die Cámara de Apelaciones die Verurteilung einer Telefongesellschaft sowie einer Bank aufgrund eines Falls von sogenanntem SIM-Swapping.
Bei dieser Methode übernehmen Betrüger die Kontrolle über die SIM-Karte des Opfers. Einer 49-jährigen Betroffenen waren Ende September 2024 durch sieben nicht autorisierte Kontobewegungen erhebliche Mittel entzogen worden.
Das Gericht sprach der Frau eine Entschädigung für den materiellen Schaden in Höhe von 19.200.000 US-Dollar sowie für den immateriellen Schaden in Höhe von 5.760.000 US-Dollar zu. Zudem wurde ein Strafschadensersatz im Gegenwert von vier INDEC-Grundkörben verhängt.
Wer sich vor den wachsenden Gefahren durch Hacker und Datenmissbrauch schützen möchte, sollte die Sicherheit seines mobilen Begleiters nicht dem Zufall überlassen. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Leitfaden, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Online-Banking sowie Apps wie PayPal und WhatsApp dauerhaft absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Ein weiterer Aspekt der Bankenhaftung wurde in einem Verfahren wegen Schuldenumschuldungs-Betrugs deutlich. Hierbei wurde ein Finanzinstitut zur Rückzahlung von R$ 15.000 an einen Kunden verurteilt. Der Mann hatte eine gefälschte Rechnung auf einer geklonten Website beglichen.
Die Justiz begründete das Urteil mit vorliegenden Sicherheitsmängeln und verwies auf die objektive Haftung von Dienstleistern, wie sie im Artikel 14 des Verbraucherschutzgesetzes (CDC) sowie in der Súmula 479 des STJ verankert ist.
Die Urteilsbegründungen verdeutlichen, dass Institute für Schäden einstehen müssen, die durch Mängel in ihren Überwachungssystemen bei betrügerischen Aktivitäten Dritter entstehen.

