Sicherheitsvorfälle bei den führenden Hardware-Wallet-Anbietern Trezor und SafePal haben zur Offenlegung der Kundendaten von insgesamt 53.000 Nutzern geführt. Die Vorfälle, die in den vergangenen Tagen bekannt wurden, umfassen sensible Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen und physische Lieferanschriften.
Branchenexperten warnen nun vor einer bevorstehenden Welle gezielter Phishing-Angriffe und potenzieller physischer Sicherheitsrisiken für die betroffenen Krypto-Anleger.
Autorisierungsfehler kompromittiert SafePal-Kundendaten
SafePal meldete Mitte August ein erhebliches Datenleck, das durch einen Fehler in einem Plugin zur Bestellverfolgung verursacht wurde. Nach Unternehmensangaben sind 39.798 Käufer von Hardware-Wallets von diesem Vorfall betroffen. Das Leck umfasst Bestellungen, die im Zeitraum vom 02.03.2025 bis zum 11.04.2026 getätigt wurden.
Zu den offengelegten Informationen gehören neben Namen und E-Mail-Adressen auch Lieferadressen, Telefonnummern und spezifische Kaufdetails. SafePal betonte jedoch, dass kritische Sicherheitsmerkmale wie Seed-Phrasen, private Schlüssel oder Wallet-Passwörter nicht kompromittiert wurden.
Der Vorfall zeigt, wie schnell sensible Kontaktdaten in die falschen Hände geraten können – oft mit dem Ziel, durch täuschend echte Nachrichten an weitere Zugänge zu gelangen. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie solche Manipulationsversuche rechtzeitig entlarven. In 4 Schritten zum sicheren Unternehmen: So stoppen Sie Phishing-Angriffe bevor sie entstehen
Auch Zahlungsinformationen, Bankdaten und Ausweisdokumente seien weiterhin sicher. Das Unternehmen hat den Autorisierungsfehler nach eigenen Angaben behoben und die Aufbewahrungsfrist für Kundendaten auf 90 Tage reduziert. Ein Akteur in einem Cybercrime-Forum behauptet unterdessen, die entwendeten Daten zum Verkauf anzubieten.
Trezor-Versandpartner durch SQL-Injection betroffen
Zeitgleich wurde bekannt, dass auch Trezor-Kunden Opfer eines Datenklaus wurden. In diesem Fall lag die Schwachstelle bei dem Versandpartner ShipMonk, der durch eine SQL-Injection in der Analysesoftware Metabase kompromittiert wurde. Dieser Angriff führte zur Offenlegung der Daten von 13.689 Kunden. Von diesen betroffenen Datensätzen seien 11.742 vollständig und 1.947 teilweise exponiert worden.
Das Leck bei Trezor betrifft Bestellungen aus dem Zeitraum vom 10.05.2026 bis zum 08.08.2026. Geografisch erstrecken sich die betroffenen Kunden auf die USA, Großbritannien, Schweden sowie Italien, Portugal, Kolumbien und Brasilien. Offengelegt wurden Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mails. Wie bei SafePal blieben die privaten Schlüssel und die auf den Geräten verwalteten Gelder unberührt.
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Hinter dem Angriff auf die Metabase-Instanz soll die Hackergruppe ShinyHunters stehen, die bereits Erpressungs-E-Mails versendet habe. Neben Trezor seien auch die Unternehmen Framework und Tally von ähnlichen Angriffsmustern betroffen gewesen. Als Reaktion auf die Sicherheitsrisiken kündigte Trezor an, ab September eine option für den anonymen Versand innerhalb der Europäischen Union anzubieten.
Steigende Gefahr durch physische Angriffe
Die Exponierung von Wohnadressen in Verbindung mit Krypto-Bestitz gilt als besonders kritisch. Aktuelle Daten von Chainalysis belegen, dass bis Mitte 2026 rund 30 Mio. US-Dollar bei gewaltsamen Krypto-Überfällen gestohlen wurden. Bemerkenswert ist dabei, dass 37 % dieser Summe auf Hausüberfälle entfallen.
Zusätzliche Analysen von CertiK unterstreichen diesen Trend. Demnach stiegen sogenannte „Wrench-Attacken“ – physische Angriffe zur Erpressung von Krypto-Schlüsseln – im Jahr 2025 um 75 %. Dabei wurden Werte von über 40 Mio. US-Dollar entwendet.
Die nun geleakten Adressdaten könnten Kriminellen als Grundlage für die Planung solcher zielgerichteten Übergriffe dienen. Nutzer werden daher zur erhöhten Wachsamkeit bei unangeforderten Kontaktaufnahmen gemahnt.

