Künstliche Intelligenz und standardisierte Vorlagen sollen komplexe Genehmigungs- und Beschaffungsprozesse vereinfachen. Die Entwicklung betrifft auch deutsche und europäische Behörden, die ähnliche Wege gehen.
KI-gestützte Dokumentenerstellung für Ausschreibungen
Softwareanbieter rüsten ihre Systeme zunehmend mit KI-Funktionen auf. Appian hat am 24. Juni 2026 eine aktualisierte Version seiner Government Source Selection (GSS) 26.3.3.1 vorgestellt. Der integrierte AI Document Builder erstellt automatisch sogenannte Source Selection Decision Documents (SSDDs). Das System begleitet Bewertungen durch verschiedene Phasen – von der Anbieteranalyse bis zur Konsensberichterstattung – und markiert Abweichungen in den Bewertungen der Prüfer.
Anzeige: Das Haryana-Pilotprojekt zeigt: 50.000 Mutationen in 24 Stunden sind machbar. Mit der richtigen Checkliste und automatisierten Vorlagen können auch deutsche Behörden ihre Genehmigungsprozesse drastisch beschleunigen. Praxis-Leitfaden jetzt anfordern
Nur einen Tag zuvor kündigte Euna Solutions den Ausbau seiner KI- und Workflow-Automatisierung an. Neue Funktionen umfassen KI-gestützte Ausschreibungsprüfungen und automatisierte Ausschlussverifikationen über Bundesdatenbanken. Die Tools sollen Behörden bei Budgetplanung, Fördermittelvergabe und Beschaffung entlasten.
Standardisierte Vorlagen für Gesetzesfolgenabschätzungen
Regierungsstellen führen geführte Vorlagen ein, um Konsistenz bei politischen und sozialen Bewertungen sicherzustellen. Das Gesundheitsministerium von Nevada veröffentlichte am 22. Juni 2026 eine Vorlage für Health Impact Notes. Entwickelt vom Office of Minority Health and Equity, bietet das Dokument einen strukturierten Rahmen zur Bewertung, wie Gesetzesvorschläge die Gesundheit der Bevölkerung, soziale Faktoren und die wirtschaftliche Stabilität beeinflussen.
In Großbritannien hat das Innenministerium seine Partnerschaft mit Deloitte verlängert. Ein neuer Vertrag ab September 2026 umfasst die Plattform „Apply for Things“ für Visa- und Aufenthaltsanträge. Das bis 2030 laufende Abkommen im Wert von umgerechnet rund 155 Millionen Euro betrifft die Verwaltung digitaler Formulare und die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Modernisierung der Beschaffungsvorschriften
Die US-Bundesbehörden schlagen grundlegende Änderungen an der Struktur der Beschaffungsvorschriften vor. Der Federal Acquisition Regulation (FAR) Council veröffentlichte am 23. Juni 2026 vier Regelungsentwürfe als Teil einer umfassenden Modernisierung. Die Revisionen betonen ein „Mission first“-Prinzip und die Verwendung verständlicher Sprache. Kernpunkt: Bestimmte Vorgaben wandern von starren Regulierungsformaten in flexiblere, nicht-regulatorische Ressourcen.
Ebenfalls am 23. Juni veröffentlichte die General Services Administration (GSA) eine überarbeitete Vertragsklausel zu Datenschutz bei großen Sprachmodellen. Der Vorschlag zielt darauf ab, den Einsatz von KI-Modellen mit US-Sitz zu maximieren und gleichzeitig klare Richtlinien für Geschäftsgeheimnisschutz und unvoreingenommene KI-Prinzipien in Bundesaufträgen festzulegen.
Anzeige: Manuelle Verwaltungsschritte verursachen Verzögerungen – das muss nicht sein. Ein neuer Leitfaden zeigt, wie Sie mit standardisierten Vorlagen und KI-Dokumentenerstellung Ihre Ausschreibungs- und Genehmigungsprozesse in 24h abwickeln. Leitfaden für automatisierte Prozesse sichern
Internationale Trends zur papierlosen Verwaltung
Auch außerhalb der USA treiben Regierungen die digitale Transformation voran. In Vietnam verabschiedete die Regierung am 20. Juni 2026 eine Resolution zur Änderung von zehn Gesetzen im Agrar- und Umweltbereich. Ziel ist die Dezentralisierung von Zuständigkeiten und die Verkürzung von Bearbeitungszeiten durch den Abbau manueller Verwaltungsschritte.
Der indische Bundesstaat Haryana startete am 23. Juni 2026 sein Automated Mutation System und die Paperless Registration 2.0. Das System verknüpft Grundbucheinträge mit Eigentumsregistrierungen und erzeugt automatisch Mutationsnummern. Ein Pilotprojekt habe bereits 50.000 Mutationen erfolgreich verarbeitet, teilten die Behörden mit. Standardfälle sollen künftig innerhalb von 24 Stunden bearbeitet werden.

