HDDs und SSDs: Hohe Speicherpreise dürften bis 2029 anhalten

KI- und Cloud-Ausbau bindet Speicher, während eine deutliche Marktentlastung laut Prognosen erst 2029 oder 2030 einsetzt.

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Die Preise für Festplatten (HDDs) und Solid-State-Drives (SSDs) werden aufgrund anhaltender Lieferengpässe bei Halbleitern bis zum Jahr 2029 auf einem hohen Niveau verharren. Wie aus aktuellen Marktanalysen hervorgeht, ist erst ab 2027 mit leichten Preisrückgängen zu rechnen, während eine nennenswerte Marktkorrektur voraussichtlich erst in den Jahren 2029 und 2030 eintreten dürfte.

Besonders SSDs sind von dem Mangel an Flash-Speicher betroffen, weshalb sich die Preise langfristig auf einem spürbar höheren Niveau als vor der Pandemie stabilisieren. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die historischen Preistiefs aus der Zeit vor COVID-19 dauerhaft vergangen sind.

Vor diesem Hintergrund raten Branchenanalysten Verbrauchern und Unternehmen dazu, geplante PC-Käufe oder Hardware-Upgrades nach Möglichkeit bis mindestens Ende 2027 aufzuschieben.

Cloud- und KI-Boom bindet enorme Kapazitäten

Ein wesentlicher Treiber für die anhaltende Knappheit ist der massive Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens TrendForce wird die Bit-Nachfrage nach Enterprise-SSDs im Jahr 2026 um 80 Prozent zulegen, befeuert durch KI-Inferenz und sogenannte KV-Caches.

Die Jahresvertragspreise für 256-GB- und 512-GB-TLC-NAND-Wafer verzeichneten dabei Anstiege von teilweise bis zu 303 Prozent. Für den Bereich der Konsumentenspeicher erwartet TrendForce eine leichte Entspannung frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 sowie eine vollständige Normalisierung erst zwischen 2029 und 2030.

Auch der Markt für klassische Festplatten bleibt stark angespannt. Laut Western Digital liegen 80 Prozent der Cloud- und KI-Daten auf HDDs. Die Hersteller Western Digital und Seagate sichern ihre Kapazitäten über Langzeitverträge ab, die bis in die Jahre 2028 und 2029 reichen; vereinzelt laufen bereits Gespräche für die Jahre 2030 und 2031. Gleichzeitig halten beide Festplattenhersteller an ihrem Kurs fest, die Produktionskapazitäten nicht auszubauen. Auch die Nearline-HDD-Kapazitäten von Seagate sind bis Ende 2028 weitgehend verkauft.

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Hersteller verzeichnen Rekordergebnisse bei vollen Auftragsbüchern

Die Investmentbank Goldman Sachs geht davon aus, dass die NAND-Angebotsknappheit bis 2027 anhalten wird. Für Samsung und SK hynix prognostiziert die Bank für 2027 einen Anstieg der durchschnittlichen NAND-Verkaufspreise um 34 beziehungsweise 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem diese Werte 2026 bereits um 279 und 254 Prozent gestiegen waren.

Die Geschäftszahlen der Halbleiterkonzerne spiegeln diese Entwicklung deutlich wider:

  • Samsung erzielte einen operativen Gewinn von rekordhohen 107,4 Billionen Won, was einem Anstieg von 783 Prozent entspricht. Die Bestände an HBM4-Speicher sind für 2027 bereits vergriffen. Für das Gesamtjahr 2026 kletterten die Investitionsausgaben (Capex) um 60 Prozent auf den Rekordwert von 84,4 Billionen Won.
  • SK hynix vermeldete einen Q3-Umsatz von 104,6 Billionen Won (ein Plus von 328 Prozent im Jahresvergleich) bei einer operativen Marge von 80 Prozent. Der Gesamtausstoß an DRAM und High Bandwidth Memory (HBM) sei bis 2029 faktisch ausverkauft. Über 14 Langzeitverträge seien mehr als 50 Prozent der Kapazitäten für 2027 und 2028 fest vergeben. Das Unternehmen stellt sich auf eine Speicherknappheit bis 2030 ein.
  • Kioxia, laut Morningstar mit einem Lieferanteil von 14 Prozent der weltweit drittgrößte NAND-Hersteller, hat seine Kapazitäten für 2027 komplett verkauft und mehr als die Hälfte der Lieferungen für 2028 vertraglich abgesichert.

Die operative Marge im NAND-Geschäft lag im dritten Quartal 2026 bei Kioxia bei 80 Prozent, bei SK hynix bei 72 Prozent und bei Samsung bei 68 Prozent.

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Kurzfristige Preisdynamik und Folgen für Endgeräte

Während der langfristige Trend nach oben weist, zeigten sich Ende Oktober 2026 kurzfristige Bremsspuren im Preisanstieg. Laut TrendForce stagnierten die Vertragspreise für NAND-Flash-Wafer im Oktober bei MLC-, TLC- und QLC-Chips, womit die jüngste Aufwärtsbewegung vorerst stoppte.

Die Spot-Preise für 512-Gbit-TLC-NAND-Wafer fielen in der Kalenderwoche bis zum 26. Oktober um 9,19 Prozent auf 16,883 US-Dollar. Bei Kioxia verlangsamte sich das Wachstum der NAND-Vertragspreise im vierten Quartal auf mittlere einstellige Prozentwerte.

Gleichzeitig verteuert sich PC-DRAM weiter: Im Oktober stieg der Preis für 8-Gbit-DDR4-Speicher laut DRAMeXchange um 5,77 Prozent auf 27,50 US-Dollar und legte damit den 19. Monat in Folge zu. 128-Gbit-MLC-NAND verharrte stabil bei 30,61 US-dollar.

Die Folgen für die Elektronikindustrie sind weitreichend. Große Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon, Meta und Google kaufen zusammen inzwischen etwa doppelt so viel Flash-Speicher wie Apple, während Apple für 2026 mit Flash-Ausgaben von rund 25 Milliarden US-Dollar rechnet.

Gerätehersteller geben den Kostendruck weiter: Zebra passte Anfang Oktober die Listenpreise für mobile Computer um 15 Prozent, für RFID-Lesegeräte um 5 Prozent und für Drucker um 3 Prozent an, verbunden mit der Erwartung von rund 120 Millionen US-Dollar an Mehrkosten für Speicher. Auch Panasonic hob die Preise für Toughbook-Modelle an.

Unterdessen dämpfen die hohen Hardware-Kosten die weltweite Nachfrage: Intel erwartet für 2026 einen Rückgang der weltweiten PC-Verkäufe um 12 Prozent, während die PC-Auslieferungen in Japan zwischen April und September 2026 im Vergleich zum Vorjahr bereits um 30 Prozent einbrachen.