HDMI 2.2: Erste Ultra96-Kabel von Silkland ab Oktober lieferbar

Silkland bietet zertifizierte Ultra96-Kabel an, doch kompatible Fernseher, Konsolen und Grafikkarten werden frühestens 2027 erwartet.

Der Hersteller Silkland bringt mit dem Modell H96 die ersten zertifizierten Ultra96-Kabel für den neuen HDMI-2.2-Standard in den Verkauf. Seit dem 14. September können Kunden die Kabel bestellen, der Versand soll in der Woche ab dem 5. Oktober 2026 beginnen.

Erhältlich sind zwei Varianten: das zwei Meter lange Modell S2705 für 32,99 US-Dollar beziehungsweise 33 US-Dollar sowie das drei Meter lange Modell S2707 für 55,99 US-Dollar beziehungsweise 56 US-Dollar.

Aufwendige Fertigung und Zertifizierung

Die H96-Kabel von Silkland verfügen über ein Aluminiumgehäuse und eine doppelt geflochtene Nylonummantelung. Jede einzelne Kabellänge wurde separat in einem Testzentrum des HDMI-Forums geprüft. Ein QR-Code auf der Verpackung erlaubt es Käufern, Marke, Modell und Länge des Kabels zu verifizieren.

Was Ultra96 technisch leistet

Laut HDMI-Forum handelt es sich bei Ultra96 um die strengste bislang vergebene HDMI-Zertifizierung. Die zugrundeliegende Spezifikation unterstützt eine Bandbreite von 96 Gbps – das Doppelte von HDMI 2.1 mit seinen 48 Gbps – über einen sogenannten Fixed Rate Link. Damit werden unkomprimiert 4K-Auflösung bei 240 Hz sowie 8K bei 60 Hz mit 4:4:4-Chroma-Subsampling und 10- beziehungsweise 12-Bit-Farbtiefe möglich.

Mit Kompression durch Display Stream Compression (DSC) sind sogar 4K bei 480 Hz, 8K bei 240 Hz und 16K bei 60 Hz sowie eine Ethernet-Anbindung mit 100 Mbps realisierbar. HDMI 2.2 führt zudem das sogenannte Latency Indication Protocol (LIP) ein. Neben der vollen 96-Gbps-Spezifikation lässt der Standard auch Kabel mit 64 und 80 Gbps zu.

Ein Bericht weist darauf hin, dass das Ultra96-Label allein nicht in jedem Fall die volle Bandbreite von 96 Gbps garantiert.

Weitere Hersteller ziehen nach

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Die ersten Ultra96-Kabel sind seit dem 14. September bestellbar, der Versand startet in der Woche ab dem 5. Oktober. Bevor Sie zugreifen: Prüfen Sie in drei Schritten, welche Länge Sie brauchen, ob das Ultra96-Label wirklich die volle Bandbreite garantiert und wann passende Geräte überhaupt verfügbar sind. Kostenlosen Kabel-Ratgeber anfordern

Silkland ist nicht der einzige Anbieter, der auf den neuen Standard setzt. Der japanische Hersteller ELECOM stellte am 8. September 2026 eigene Ultra96-Kabel vor, die in Japan ab Mitte November 2026 verschickt werden sollen; ein Preis wurde bislang nicht genannt.

Auch Wieson Technologies erhielt für ein zwei Meter langes Kabel mit der Modellbezeichnung AB9856-40113020-00 die Ultra96-Zertifizierung, geprüft durch UL Solutions als autorisiertes Testzentrum des HDMI-Forums.

Da unterschiedliche Kabellängen und -konstruktionen jeweils separat getestet werden müssen, dürfte sich die Zertifizierung weiterer Varianten und Hersteller in den kommenden Monaten fortsetzen.

Passende Endgeräte fehlen noch

Trotz der verfügbaren Kabel gibt es derzeit keine Fernseher, Spielkonsolen oder Grafikkarten, die den vollen 96-Gbps-Standard tatsächlich nutzen können. Laut Rob Tobias, CEO der HDMI Licensing Administrator, werden erste kompatible Geräte frühestens 2027 erwartet – dazu zählen AMD RDNA 5 und Nvidias RTX-60-Serie, die laut Berichten aber erst Ende 2027 verfügbar sein sollen.

Aktuelle Grafikkarten wie Nvidias RTX 50 und AMDs RX 9000 setzen weiterhin auf HDMI 2.1b, und auch RDNA-5-Chips sollen Berichten zufolge zunächst nur Bandbreiten von 64 bis 80 Gbps unterstützen. Die neuen Ultra96-Kabel sind damit vorerst eine Investition in die Zukunft, ohne dass die volle Leistungsfähigkeit bereits genutzt werden kann.

Drahtlose Alternative für 4K-Übertragung

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Kein Fernseher, keine Konsole und keine Grafikkarte nutzt derzeit die volle 96-Gbps-Bandbreite – erste kompatible Geräte werden frühestens 2027 erwartet. Wer heute kauft, sollte wissen, welche Bandbreitenstufe sein Setup tatsächlich erreicht und wie er einen Fehlkauf vermeidet. Der Ratgeber zeigt die Prüfschritte. Kaufcheck jetzt anfordern

Unabhängig von der Kabelentwicklung bietet der Hersteller Nyrius mit dem Phoenix Home eine drahtlose Alternative zur HDMI-Übertragung an. Der Adapter überträgt 4K-Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde über eine Distanz von bis zu 75 Fuß durch Wände und Böden hindurch, bei Sichtverbindung sind bis zu 500 Fuß möglich.

Unterstützt werden Tonformate wie DTS, Dolby Atmos und 7.1-Surround, hinzu kommen eine USB-C-Fernsteuerung und ein IR-Extender. Das Set aus Sender und Empfänger kostet 199,99 US-Dollar und ist bereits erhältlich. Wie sich die Übertragung beim Gaming hinsichtlich der Latenz verhält, wurde laut der Quelle bislang nicht getestet.