Helios: AMD fordert Nvidia mit 2,9-Exaflops-System heraus

AMD launcht mit Helios ein Hochleistungs-KI-System für Rechenzentren und gewinnt Microsoft als Partner. Analysten sehen Marktanteilsgewinne.

AMD bringt mit Helios das erste KI-System auf Rack-Ebene auf den Markt – und fordert damit den Branchenprimus Nvidia heraus.

Der Chiphersteller aus Santa Clara gab heute die Einführung von Helios bekannt, einem Hochleistungssystem, das speziell für rechenintensive KI-Workloads entwickelt wurde. Gleichzeitig bestätigte AMD eine erweiterte Partnerschaft mit Microsoft: Der Softwarekonzern wird die neue Hardware in seinen Azure-Rechenzentren einsetzen, um KI-Dienste und sogenannte Frontier-Modelle zu betreiben.

Helios ist ein strategischer Vorstoß in den Markt für Datenzentren-GPUs – ein Segment, das Nvidia mit einem Anteil von über 95 Prozent nahezu monopolisiert. AMD hält hier aktuell rund 4,5 Prozent. Branchenanalysten von Futurum prognostizieren jedoch, dass dieser Anteil nach der Einführung von Helios auf 20 bis 25 Prozent steigen könnte.

Technische Daten: 2,9 Exaflops und 31 Terabyte Speicher

Das Rack-System vereint 72 AMD Instinct MI455X-GPUs mit den kommenden EPYC-Venice-Prozessoren auf Zen-6-Architektur. Ergänzt wird die Lösung durch Pensando-Netzwerkkomponenten und das hauseigene ROCm-Softwarepaket.

Die Leistungsdaten können sich sehen lassen: 2,9 Exaflops bei FP4-Genauigkeit, 1,4 Exaflops bei FP8 sowie 31 Terabyte HBM4-Speicher. Das System wiegt rund 3.175 Kilogramm und setzt auf offene Standards wie OCP, UALink und UEC.

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Neben Microsoft haben sich weitere Schwergewichte als Early Adopter verpflichtet: Meta, OpenAI, Oracle und Tata Consultancy Services (TCS). Auch Hewlett Packard Enterprise, Celestica und Nutanix stehen auf der Partnerliste.

Preispolitik: Teurer als Nvidia – aber leistungsfähiger?

Ein Helios-Rack soll zwischen 5 und 5,5 Millionen Euro kosten. Damit liegt AMD preislich über Nvidias Vera-Rubin-Systemen, die auf 3,5 bis 4 Millionen Euro geschätzt werden. Die Frage ist: Rechtfertigt die gebotene Leistung den Aufpreis?

AMD selbst zeigt sich zuversichtlich. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen Datenzentrumsumsätze von 5,78 Milliarden Euro – ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ab 2027 will AMD jährlich zweistellige Milliardenbeträge allein mit KI-Lösungen für Rechenzentren umsetzen.

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Ausblick: Advancing AI Summit und mögliche neue Kunden

Der Launch von Helios ist nur der Auftakt. Am 22. und 23. Juli findet in San Francisco der Advancing AI 2026 Summit statt. Dort want AMD die neuen EPYC-Venice-Prozessoren vorführen – Chips, die auf TSMCs 2-Nanometer-Technologie gefertigt werden und bis zu 256 Kerne, 16-Kanal-DDR5-Speicher sowie PCIe Gen6 unterstützen.

Spannung verspricht die Frage nach weiteren Großkunden. Ein AMD-Manager hinterließ kürzlich in einem GitHub-Code-Eintrag Hinweise auf Anthropic als hochprioritären Kunden. Insidern zufolge befindet sich das KI-Unternehmen derzeit in der Evaluierungsphase – eine mögliche Ankündigung auf dem Gipfeltreffen wäre keine Überraschung.

Die Börse reagierte positiv: Die AMD-Aktie legte am heutigen Montag um über vier Prozent zu. Dies folgt auf eine turbulente Vorwoche, in der die Marktkapitalisierung des Unternehmens deutlich nachgab. Am 4. August 2026 legt AMD seine Quartalszahlen für das zweite Quartal vor – ein Termin, der richtungsweisend sein dürfte.