HKC M10 Ultra: Neuer RGB-MiniLED-Monitor fordert OLED heraus

Der auf der CES 2026 vorgestellte HKC M10 Ultra kombiniert als erster Monitor RGB-MiniLED-Technologie mit hoher Helligkeit und Kontrast, was eine langlebige Alternative zu OLED-Displays darstellt.

Ein neuer Gaming-Monitor könnte die etablierte OLED-Technologie in Bedrängnis bringen. Der auf der CES 2026 vorgestellte HKC M10 Ultra ist der weltweit erste Monitor mit RGB-MiniLED-Hintergrundbeleuchtung und verspricht das Beste aus zwei Welten: die Langlebigkeit von LCD und den Kontrast von OLED.

Revolution von hinten: So funktioniert die RGB-MiniLED-Technologie

Der Kern der Innovation steckt im Hintergrund. Herkömmliche MiniLED-Monitore nutzen weiße oder blaue LEDs, deren Licht durch Filter gefärbt wird. Der M10 Ultra setzt stattdessen auf separate rote, grüne und blaue LED-Chips direkt im Backlight-Modul. Diese „echte RGB“-Methode macht Farbfilter überflüssig und ermöglicht eine simultane Steuerung von Helligkeit und Farbe.

Die hohe Präzision erreicht der 32-Zoll-Monitor durch fast 4.788 lokale Dimming-Zonen – ein gewaltiger Sprung gegenüber den 500 bis 1.000 Zonen in herkömmlichen High-End-Modellen. Dadurch wird der unerwünschte „Bloom“- oder „Halo“-Effekt, bei dem helle Objekte auf dunklem Grund ausstrahlen, deutlich reduziert. Ein eigens entwickelter HV9901-Treiberchip steuert das komplexe LED-Array.

Spektakuläre Werte: Farbe und Helligkeit neu definiert

Die technischen Daten lesen sich wie aus einem Wunschkatalog für Profis. Das Panel deckt nahezu 100 Prozent des BT.2020-Farbraums ab – ein Wert, den selbst hochwertige QD-OLED-Monitore derzeit kaum erreichen. In puncto Helligkeit setzt der Monitor mit der VESA DisplayHDR 1400-Zertifizierung neue Maßstäbe: Er erreicht eine Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits und kann eine Vollbild-Helligkeit von 1.000 Nits halten. Damit übertrifft er OLED-Displays, die bei großen, hellen Flächen oft durch automatische Helligkeitsbegrenzer (ABL) gedämpft werden.

Zwei Modi für jeden Einsatzzweck

HKC setzt auf maximale Flexibilität für Spieler und Content Creator. Im nativen UHD-Modus liefert das 31,5-Zoll-Panel eine 4K-Auflösung (3840 x 2160) bei 165 Hz – ideal für immersive Spielerlebnisse und anspruchsvolle Bildbearbeitung.

Wer in kompetitiven E-Sports-Titeln die maximale Bildwiederholrate braucht, schaltet in den FHD-Modus. Hier wird die Auflösung auf 1080p beschnitten, dafür steigt die Bildwiederholrate auf flüssige 330 Hz. Die Anschlussausstattung ist zukunftsweisend: DisplayPort 2.1, HDMI 2.1 und ein USB-C-Port mit 90-Watt-Ladefunktion für Laptops sind an Bord.

Marktanalyse: Eine echte Alternative zu OLED?

Die Vorstellung des M10 Ultra kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. OLED dominiert seit Jahren das Premium-Segment, leidet aber unter dem anhaltenden Burn-in-Risiko – dem Einbrennen statischer Bildelemente. Vor allem für Nutzer, die ihren Monitor auch für produktive Arbeit mit festen Symbolleisten nutzen, ist das ein Problem.

Der RGB-MiniLED-Ansatz von HKC könnte hier eine überzeugende Alternative bieten. Durch den Verzicht auf organisches, degradierendes Material verspricht die Technologie eine mit LCD vergleichbare Lebensdauer, bei einer Bildqualität, die der von OLED nahekommt. Zwar liegt die angegebene Reaktionszeit von 2 ms (Grau-zu-Grau) über den 0,03 ms eines OLED-Panels. Die überlegene Helligkeit und die Burn-in-Sicherheit könnten für viele Mixed-Use-Nutzer jedoch das entscheidende Kriterium sein.

Verfügbarkeit und Ausblick: Wann kommt der Monitor?

HKC hat bestätigt, dass der M10 Ultra noch 2026 in den Handel kommen soll. Ein konkreter Preis steht noch nicht fest. Aufgrund der komplexen RGB-Backlight-Technologie, die im Grunde die dreifache LED-Anzahl gegenüber Standard-MiniLEDs erfordert, wird mit einem Premium-Preis gerechnet. Er dürfte über dem von Standard-4K-OLEDs liegen und sich im Bereich professioneller Referenzmonitore bewegen.

Der erfolgreiche Einsatz des HV9901-Treiberchips weist auf eine breitere Technologie-Roadmap hin. Sollte sich der M10 Ultra durchsetzen, könnte die RGB-MiniLED-Technologie auch in kleinere 27-Zoll-Modelle einziehen oder auf TV-Größen skaliert werden. Das würde den Hochpreissegment-Markt für Fernseher, der derzeit von QD-OLED und WOLED dominiert wird, gehörig ins Wanken bringen.

Eines zeigt der M10 Ultra bereits jetzt deutlich: Der Kampf um die beste Display-Technologie ist noch lange nicht entschieden. Durch eine grundlegende Neuerfindung der Hintergrundbeleuchtung hat HKC nicht nur einen beeindruckenden Gaming-Monitor geschaffen, sondern auch bewiesen, dass das Innovationspotenzial von LCD noch lange nicht ausgeschöpft ist.