HMO-OLED für MacBooks: Apple prüft Sputtering statt teurer ALD-Verfahren

Apple bevorzugt Sputtering für HMO-Displays, hat das Verfahren für die Massenproduktion aber noch nicht ausgewählt.

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Nach der Vorstellung des ersten MacBook Pro mit PROLED-XDR-Display am 28. Oktober 2026 arbeitet Apple bereits an einer zweiten Silizium-Generation für künftige OLED-Notebooks. Wie Branchenberichte Anfang November verdeutlichen, prüft das Unternehmen kostengünstigere Fertigungsverfahren für sogenannte HMO-OLED-Backplanes (High Mobility Oxide), um die Produktionskosten künftiger Display-Generationen zu senken.

Sputtering und ALD im technischen Vergleich

Im Mittelpunkt der aktuellen Evaluierung steht die Steigerung der Leistung von Oxid-Dünnschichttransistoren (TFT). Während gegenwärtige Oxid-TFTs eine Elektronenmobilität von rund 10 cm²/Vs erreichen, peilt Apple mit der HMO-Technologie Werte zwischen 30 und 50 cm²/Vs an.

Eine höhere Elektronenmobilität ermöglicht feiner aufgelöste Panels sowie einen reduzierten Energieverbrauch bei großen Bildschirmen. Allerdings erreichen HMO-Panels bei den Bildwiederholraten bislang nicht das Niveau von LTPO-Panels, die bis auf 1 Hz herabgeregelt werden können.

Für die Herstellung der HMO-Transistoren stehen zwei Verfahren im Raum: das etablierte Kathodenzerstäuben (Sputtering) und die präzisere, aber deutlich teurere Atomlagenabscheidung (Atomic Layer Deposition, ALD).

Wie aus Berichten hervorgeht, zieht Apple zunächst Sputtering vor, da sich dafür bestehende OLED-Produktionslinien nutzen lassen. Ein endgültiges Massenfertigungsverfahren sei jedoch noch nicht festgelegt worden, da Stabilität und Leistung beider Methoden weiter erprobt werden.

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Beteiligung von Samsung Display und LG Display

Die beiden südkoreanischen Zulieferer Samsung Display und LG Display treiben die HMO-Entwicklung parallel voran. Beide Hersteller setzen vorrangig auf Sputtering, erforschen jedoch zugleich ALD.

Samsung Display fertigt die aktuellen OLED-Panels für das MacBook Pro bereits auf einer 8.6-Generation-Linie und validiert ALD für großflächige Substrate. Apple habe die Technologie bereits in einer eigenen Forschungseinrichtung in Taiwan erprobt und Samsung damit beauftragt, die Umsetzbarkeit auf Großprozesslinien der achten Generation zu testen.

LG Display entwickelt die Sputtering-Variante der HMO-Transistoren auf Linien der sechsten Generation und forscht ebenfalls an ALD, tendiert aufgrund des geringeren Investitionsbedarfs jedoch zu Sputtering. Bereits 2025 zeigte LG Display einen OLED-Prototyp mit ALD-Oxidtransistoren, der rund 40 cm²/Vs erreichte. Neben Notebook-Panels arbeitet der Hersteller zudem an einem fünfschichtigen OLED-Panel für künftige iMacs.

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Perspektiven für das Mac-Portfolio

Laut Einschätzung des Display-Analysten Ross Young nutzt das am 28. Oktober 2026 angekündigte MacBook Pro mit PROLED-XDR-Display bereits eine vollständige Oxid-Transistorschicht. HMO gilt mittelfristig als möglicher Ersatz für LTPO, das aktuell im iPhone sowie im iPad Pro mit OLED-Bildschirm zum Einsatz kommt. Durch HMO könnten mehrere Fertigungsschritte in den Transistorschichten entfallen, was die Produktion vereinfachen würde.

Die HMO-Technologie gilt als Kandidat für künftige Generationen des MacBook Pro sowie für weitere Geräteklassen wie das MacBook Air und den iMac, für die Apple OLED-Panels testet. Das aktuelle MacBook Pro mit Touchscreen startet bei 2.899 US-Dollar für das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro und bei 3.399 US-Dollar für die 16-Zoll-Ausführung. Günstigere Fertigungsverfahren gelten als wesentliche Voraussetzung, um die Display-Technologie mittelfristig in breitere Modellreihen zu überführen.