Hochschule Mannheim: Zwei Ausgründungen erhalten je eine Million Euro

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Ausgründungen LiberaZell und Sapientec mit insgesamt zwei Millionen Euro aus dem EXIST-Programm.

Die Gelder stammen aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm und wurden heute bekannt gegeben. Aus 63 Bewerbungen setzten sich die Projekte durch.

Schonende Lebensmittelkonservierung und KI-Strahlenschutz

Die Förderung zielt darauf ab, Spitzenforschung in marktreife Produkte zu überführen. LiberaZell entwickelt eine energieeffiziente Druckwechseltechnologie zur schonenden Haltbarmachung flüssiger Lebensmittel. Das Verfahren soll mehr als 95 Prozent der Vitamine erhalten – ein deutlicher Fortschritt gegenüber herkömmlichen Methoden.

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Das zweite geförderte Unternehmen Sapientec arbeitet an einem KI-Assistenten namens AI.Dos. Das System überwacht in Echtzeit die Strahlenbelastung von Personal in Operationssälen. Gerade in der Medizintechnik eröffnet sich hier ein wachsender Markt, denn der Schutz des Klinikpersonals gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Fusion und KI: Deutsche Tech-Szene sammelt Millionen ein

Neben den direkten Hochschul-Förderungen verzeichnete die deutsche Technologieszene in dieser Woche weitere bedeutende Kapitalspritzen. Das Darmstädter Unternehmen Focused Energy gab gestern den Abschluss einer überzeichneten Series-A-Finanzierungsrunde über 240 Millionen Euro bekannt. Angeführt wurde die Runde vom Energieriesen RWE. Insgesamt verfügt das Unternehmen nun über rund 500 Millionen Euro – inklusive zuvor gesicherter Zuschüsse in Höhe von 200 Millionen Euro.

Focused Energy will mit dem Geld die Laser-Fusionstechnologie zur Marktreife bringen. Die Technik basiert auf Experimenten am National Ignition Facility aus dem Jahr 2022. Geplant ist ein Demonstrationsreaktor namens „Lighthouse“ auf dem Gelände eines ehemaligen RWE-Atomkraftwerks. Die Anlage soll zehn Laserschüsse pro Sekunde abfeuern können.

Das Berliner Start-up INXM sicherte sich heute 5,7 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierung. Die Investoren Cherry Ventures und Redstone setzen auf die Plattform „Orchestrator“. Das System nutzt kompilierte KI, um komplexe Geschäftsabläufe in der Industrie zu automatisieren – mit besonderem Fokus auf nachvollziehbare und prüfbare Ausführung.

Milliarden für seltene Erden und Quantenchips

Auch in Nordamerika wurden in dieser Woche milliardenschwere Förderpakete für Zukunftstechnologien geschnürt. Die USA und Kanada investieren massiv in Lieferketten für kritische Rohstoffe und Schlüsseltechnologien.

USA Rare Earth schloss heute endgültige Vereinbarungen mit dem US-Handelsministerium über Finanzierungen von bis zu 1,6 Milliarden Euro ab. Das Paket umfasst einen Zuschuss von 277 Millionen Euro sowie Kredite über 1,3 Milliarden Euro. Ziel ist der Aufbau einer integrierten Lieferkette für seltene Erden bis 2030 – von der Mine in Texas bis zu Magneten aus Oklahoma und South Carolina.

IBM und das US-Handelsministerium unterzeichneten gestern eine Absichtserklärung für den Bau einer spezialisierten Quantenchip-Fabrik in Albany, New York. IBM investiert eine Milliarde Euro in das Gemeinschaftsunternehmen Anderon, das 300-Millimeter-Quantenwafer produzieren soll.

Das Unternehmen xLight erhielt gestern einen Zuschuss von 150 Millionen Euro für den Bau eines Freie-Elektronen-Lasers in Albany. Die Technologie erzeugt EUV-Licht für die modernste Halbleiter-Lithografie – ein entscheidender Schritt für die Chipindustrie.

Kanada kämpft um seine Tech-Talente

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Die kanadische Regierung startete heute den Canadian Tech Growth Fund als Teil einer neuen KI-Strategie. Der Fonds soll vielversprechende Start-ups im Land halten – eine Reaktion auf alarmierende Zahlen: 2024 blieb nur ein Drittel dieser Unternehmen in Kanada.

Das Rohstoffministerium bewilligte zudem bis zu 1,38 Millionen Euro nicht rückzahlbare Förderung für Focus Graphite. Das Geld fließt in die Infrastrukturplanung des Lac-Knife-Graphitprojekts in Québec – bis März 2028.

Der US-Kongress hat unterdessen die Programme SBIR und STTR bis 2031 verlängert. Diese Förderinstrumente stellen jährlich rund fünf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung kleiner Unternehmen bereit – ein starkes Signal für den Innovationsstandort USA.