Das Unternehmen neumo hat in der Fachzeitschrift „THE EYES“ ein Konzept für die hybride Nutzung von Hörgeräten in Verbindung mit einer spezialisierten Trainings-Anwendung vorgestellt. Wie aus einem Bericht vom 15. September 2026 hervorgeht, sieht das Modell eine enge Verzahnung von Hardware und der digitalen Hörtrainings-App „Kikumo“ vor, um die Versorgung von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen zu optimieren.
Die App „Kikumo“ ist seit Juni 2026 regulär verfügbar und bildet den Software-Kern dieses neuen Ansatzes. Die technologische Grundlage der Anwendung basiert auf der gezielten Nutzung der Plastizität des Gehirns.
Durch regelmäßiges Training sollen die kognitiven Fähigkeiten zur Verarbeitung akustischer Reize gestärkt werden, was die Effektivität herkömmlicher Hörgeräte unterstützen kann. Die Entwicklung der Methode stützt sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Rahmen einer gemeinsamen Forschung mit dem Keio-Universitätskrankenhaus gewonnen wurden.
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Unterstützung für Industrie und Fachhandel
Neben der technischen Komponente agiert neumo zudem als Beratungsstelle für den Hörgerätefachhandel sowie für Hersteller der Branche. Das Ziel dieser Beratungsleistung ist es, die Integration von digitalen Trainingslösungen in den Verkaufs- und Anpassungsprozess von Hörhilfen zu fördern. Damit reagiert das Unternehmen auf den Bedarf an ganzheitlichen Versorgungskonzepten, die über die reine Hardware-Anpassung hinausgehen.
Das hybride Konzept setzt darauf, dass die Kombination aus akustischer Verstärkung durch das Gerät und der neurophysiologischen Stimulation durch die App zu einer schnelleren und nachhaltigeren Gewöhnung an die Hörhilfen führt. In der Branche wird die Berücksichtigung der neuronalen Komponente zunehmend als wichtiger Faktor für den Erfolg einer Hörgeräteversorgung angesehen.
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Relevanz von Verbesserungen im sozialen Umfeld
Die Notwendigkeit für effektive Unterstützungssysteme verdeutlichen Daten einer Umfrage von Boots Hearingcare aus dem Jahr 2024. Diese Erhebung zeigt auf, welche Auswirkungen eine verbesserte Hörleistung auf den Alltag der Betroffenen hat. Demnach gaben 78 % der Befragten an, dass soziale Situationen durch den Einsatz von Hilfsmitteln leichter zu bewältigen seien.
Weiterhin hielten 52 % der Umfrageteilnehmer fest, dass Gespräche für sie einfacher zu führen waren. Eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens wurde von 39 % der Befragten registriert. Diese Zahlen unterstreichen das Potenzial, das in der Optimierung der Hörgerätenutzung liegt – ein Ziel, das neumo mit der Veröffentlichung seines hybriden Konzepts und der Kopplung an die Kikumo-App weiter verfolgt.
Das nun vorgestellte Modell markiert einen weiteren Schritt in der Strategie des Unternehmens, digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) fester im Markt der Hörgeräteakustik zu etablieren und die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und dem Fachhandel zu intensivieren.

