Honor Robot Phone: KI-Gimbal-Kamera weckt Datenschutz-Bedenken

Honor präsentiert das Robot Phone mit integrierter Gimbal-Kamera und KI-Objektverfolgung. Das Gerät startet in China, ein Deutschland-Launch ist geplant.

Der Elektronikhersteller Honor hat mit der Vorstellung des Honor Robot Phone ein neues Smartphone-Konzept präsentiert, das durch eine tiefgreifende Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und spezialisierter Hardware neue Maßstäbe in der mobilen Fotografie setzen soll. Das Gerät, welches vor allem durch seine bewegliche Gimbal-Kamera auffällt, löst jedoch bereits zum Marktstart Diskussionen über den Schutz der Privatsphäre aus.

Premiere im Rahmen der Filmfestspiele in Shanghai

Sein öffentliches Debüt feierte das Honor Robot Phone im Rahmen des Shanghai International Film Festival. In einer Kooperation mit dem Kamerahersteller ARRI wurde das Gerät unter anderem von Elle Men eingesetzt, um Video-Porträts der anwesenden Jury zu erstellen. Die Zusammenarbeit mit Branchengrößen aus der Filmtechnik unterstreicht den Anspruch des Herstellers, das Smartphone als Werkzeug für professionelle Videoinhalte zu etablieren.

Das technologische Herzstück des Geräts ist eine aus einer Titanlegierung gefertigte Gimbal-Kamera. Mit einem Gewicht von lediglich 2,6 Gramm ist diese mechanische Stabilisierungseinheit laut Herstellerangaben rund 65 Prozent kleiner als vergleichbare externe Lösungen wie der DJI Osmo Pocket. Unterstützt wird die Hardware durch eine KI-gestützte Objektverfolgung, die es der Kamera ermöglicht, Motive automatisiert im Fokus zu behalten.

Hochleistungs-Optik und technische Spezifikationen

Das Kamerasystem setzt sich aus mehreren hochauflösenden Komponenten zusammen. Die Hauptkamera verfügt über einen 200-Megapixel-Sensor mit einer Größe von 1/1.28 Zoll und einer Blende von f/1.6. Ergänzt wird diese durch ein Periskop-Teleobjektiv, das ebenfalls mit 200 Megapixeln auflöst und einen 2,7-fachen optischen Zoom bietet.

Für weite Aufnahmewinkel steht eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit einem Sichtfeld von 122 Grad zur Verfügung, während die Frontkamera für Selbstporträts ebenfalls mit 50 Megapixeln spezifiziert ist.

Im Inneren des 248 Gramm schweren und 9,6 Millimeter dicken Gehäuses arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor. Das Display basiert auf einem 6,31 Zoll großen OLED-Panel mit einer Bildwiederholrate von 120Hz.

Besonders hervorzuheben ist die Akkukapazität von 7060mAh, die mit bis zu 120 Watt über Kabel oder 50 Watt kabellos geladen werden kann. Das Gerät ist zudem nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

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KI-Assistenz und Datenschutzbedenken

Ein wesentlicher Aspekt des Honor Robot Phone ist der Sprachassistent YOYO. Dieser ist darauf ausgelegt, komplexe, mehrstufige Aufgaben durch Sprachbefehle zu planen und auszuführen. Die Besonderheit liegt hierbei in der On-Device-Inferenz: Die KI-Berechnungen finden direkt auf dem Gerät statt, ohne dass zwingend eine Internetverbindung erforderlich ist.

Trotz dieser lokalen Verarbeitung werfen die permanente KI-Objektverfolgung und die Tiefe der Systemintegration Fragen zur Privatsphäre auf, da die Kamera potenziell sensiblere Daten verarbeitet als herkömmliche Smartphone-Systeme. Zusätzlich ist eine HiCar-Integration für die Vernetzung mit Fahrzeugen vorhanden.

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Marktstart und Reparaturkosten

Das Gerät wird in China in zwei Speichervarianten angeboten. Das Modell mit 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher wird für 10.000 CNY (umgerechnet ca. 1.480 US-Dollar) gelistet.

Die größere Variante mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher schlägt mit 13.000 CNY (ca. 1.930 US-Dollar) zu Buche. Während der Verkauf zunächst auf den chinesischen Markt beschränkt ist, wird ein Marktstart in Deutschland bereits in Aussicht gestellt.

Interessante Einblicke bieten die bereits bekannten Reparaturkosten für den chinesischen Markt. Der Austausch der Gimbal-Einheit kostet dort umgerechnet etwa 400 Euro, während ein neues Display mit zirka 179 Euro kalkuliert wird. Die Kosten für eine Hauptplatine variieren je nach Speichergröße zwischen rund 598 Euro und 858 Euro. Ein Akkuwechsel wird mit etwa 41 Euro angegeben.