Die Angriffswelle erreicht Deutschland und Europa mit neuer technischer Raffinesse.
RedHook und Hook v3: Banking-Trojaner mit Fernzugriff
Die Sicherheitsfirma Group-IB warnt vor einer neuen Variante des RedHook-Trojaners. Die Schadsoftware nutzt die Wireless-Debugging-Funktion (ADB) von Android aus, um sich Fernzugriff auf infizierte Geräte zu verschaffen. Angreifer können so Bankzugänge stehlen und die Kontrolle über das Smartphone übernehmen.
Noch einen Schritt weiter geht Hook v3, den Zimperium zLabs am Samstag identifizierte. Die aktuelle Version des Banking-Trojaners unterstützt 107 Fernsteuerungsbefehle – 38 davon sind völlig neu. Verbreitet wird die Malware über Phishing-Kampagnen und GitHub-Repositories.
Zu den alarmierenden Fähigkeiten gehören:
– Gefälschte NFC- und Kreditkarten-Overlays zum Abfangen von Zahlungsdaten
– Umgehung des Sperrbildschirms in Echtzeit
– Ransomware-Funktionen zur Erpressung der Opfer
DroidLock: Ransomware zielt auf spanische Nutzer
Parallel dazu entdeckten die Forscher eine gezielte Ransomware-Kampagne namens DroidLock. Die Schadsoftware richtet sich primär gegen Nutzer in Spanien, nutzt aber Methoden, die jederzeit auf andere Länder übergreifen könnten.
DroidLock missbraucht die Accessibility-Dienste von Android, um die vollständige Kontrolle zu erlangen. Das Programm kann 15 verschiedene Befehle ausführen – vom Sperren des Geräts über das Ändern der PIN bis hin zum Löschen aller Daten. Die Opfer erhalten eine Erpressungsnachricht mit 24-Stunden-Frist.
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Android 16: Gemini-Lücke gefährdet Nachrichten
Ein schwerwiegender Bug in Android 16 sorgt für zusätzliche Besorgnis. Der Fehler erlaubt es dem KI-Assistenten Gemini, Nachrichten zu senden, während das Smartphone gesperrt ist. Angreifer benötigen zwar physischen Zugriff, können dann aber mit einer Multi-Touch-Geste den Sperrbildschirm umgehen.
Die Sicherheitslücke ermöglicht:
– Versand von SMS und WhatsApp-Nachrichten ohne Autorisierung
– Wiederherstellung von Gemini-Berechtigungen
– Einsicht und Löschung des Chatverlaufs
– Änderung von Sicherheitseinstellungen
KI-Halluzinationen als Einfallstor
Eine besonders perfide Angriffsmethode nennt sich HalluSquatting. Kriminelle nutzen die bekannte Schwäche von KI-Assistenten wie Copilot und Gemini aus, die regelmäßig nicht existierende Software-Namen erfinden – sogenannte Halluzinationen.
Die Taktik: Angreifer registrieren diese erfundenen Repository-Namen und füllen sie mit Schadcode. Entwickler und Forscher, die der KI vertrauen, laden unwissentlich Malware herunter. In Tests lag die Halluzinationsrate bei verschiedenen KI-Plattformen bei bis zu 85 Prozent.
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Sofortige Schutzmaßnahmen empfohlen
Nach mehreren prominenten WhatsApp-Hacks – unter anderem von Politikern – drängen Sicherheitsexperten auf schnelles Handeln. Bei Verdacht auf Diebstahl oder Hacking gilt:
- SIM-Karte sofort sperren lassen
- Fernlöschung des Geräts durchführen
- Bankzugänge und E-Mail-Konten sichern
Zur Vorbeugung empfehlen Fachleute:
– Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren
– WhatsApp-Passkeys nutzen
– App-Berechtigungen regelmäßig prüfen
Die aktuelle Bedrohungslage erinnert an frühere Angriffswellen. Der Gooligan-Malware gelang es damals, über eine Million Android-Konten zu infizieren – mit einer Wachstumsrate von 13.000 Geräten pro Tag. Experten warnen: RedHook und Hook v3 sind technisch noch gefährlicher und könnten ähnliche Dimensionen erreichen.

