Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat am 25. September 2026 am Campus Nord in Eggenstein-Leopoldshafen den neuen Supercomputer HoreKa 2 offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage stellt eine signifikante Erweiterung der nationalen Forschungsinfrastruktur dar und ist darauf ausgelegt, die steigenden Anforderungen in den Bereichen Simulation und künstliche Intelligenz (KI) zu bedienen.
Mit Anschaffungskosten von 17 Mio. Euro ist das System der direkte Nachfolger des Hochleistungsrechners HoreKa, der in den Jahren 2020 beziehungsweise 2021 den Betrieb aufgenommen hatte.
Technische Kapazitäten und enorme Leistungssteigerung
HoreKa 2 verfügt über eine Hardware-Ausstattung von mehr als 42.000 Prozessorkernen und 300 spezialisierten KI-Beschleunigern (GPUs). Diese Konfiguration ermöglicht eine geplante Spitzenleistung von rund 33 Petaflop. Martin Frank aus dem SCC-Direktorium erläuterte im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme, dass sich die verfügbare Rechenleistung für Simulationen und KI-Anwendungen mit dem neuen System verdoppele.
Die Rechenkraft der Anlage erlaubt es Wissenschaftlern, komplexe Kalkulationen durchzuführen, die auf herkömmlichen Computersystemen Monate oder gar Jahre in Anspruch nehmen würden. Damit wird die Kapazität für rechenintensive Projekte in der deutschen Forschungslandschaft massiv ausgebaut.
Nachhaltige Infrastruktur und effiziente Kühlung
Ein wesentliches Merkmal von HoreKa 2 ist das auf Energieeffizienz ausgerichtete Betriebskonzept. Die Stromversorgung des Systems am Campus Nord wird vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt.
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Um die Betriebskosten und die Umweltbelastung weiter zu senken, setzt das KIT auf eine innovative Heißwasserkühlung, die bei einer Temperatur von 40 Grad arbeitet. Dieses Verfahren wird durch eine ganzjährige freie Rückkühlung ergänzt, was eine effiziente Abfuhr der entstehenden Wärme ohne aufwendige Kältemaschinen ermöglicht.
Bundesweite Nutzung und wissenschaftliche Schwerpunkte
Das KIT fungiert als eines von neun bundesweiten Zentren für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR). Entsprechend ist HoreKa 2 nicht nur für lokale Projekte, sondern für Forschende aus ganz Deutschland zugänglich. Die Einsatzbereiche der Anlage sind vielfältig und decken zentrale wissenschaftliche Zukunftsfelder ab.
Zu den primären Schwerpunkten gehören:
– Erdsystem- und Klimaforschung: Berechnung hochauflösender Klimamodelle.
– Materialwissenschaften: Entwicklung neuer Werkstoffe und Materialien.
– Ingenieurwesen und Teilchenphysik: Simulation komplexer physikalischer Prozesse.
– Gesundheit und Medizin: Analyse großer Datensätze für die medizinische Forschung.
– Energie und Mobilität: Optimierung von Systemen für die Energiewende und zukünftige Verkehrskonzepte.
Zudem dient die Infrastruktur dem Training umfangreicher KI-Modelle, was die Position Deutschlands in der Entwicklung moderner Schlüsseltechnologien stärken soll.
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Politische Einordnung und offizielle Eröffnung
An der feierlichen Inbetriebnahme am 25. September 2026 nahmen unter anderem Ministerin Petra Olschowski sowie die KIT-Vizepräsidentin Kora Kristof teil. Die Vertreterinnen betonten die strategische Bedeutung solcher Großgeräte für den Forschungsstandort.
Durch die Bereitstellung dieser Rechenleistung können Wissenschaftler komplexe globale Herausforderungen, etwa im Klimaschutz oder in der Gesundheitsvorsorge, auf einem neuen technologischen Niveau bearbeiten. HoreKa 2 sichert somit die notwendigen Ressourcen, um in der internationalen Spitzenforschung dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben.

