Mitten in der Winterreisezeit warnen Sicherheitsexperten vor neuen digitalen Gefahren im Hotelzimmer. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf unsicherem WLAN, sondern zunehmend auf scheinbar harmlosen HDMI-Anschlüssen am Fernseher.
Vom Komfort-Feature zum Sicherheitsrisiko
Reisende schließen ihre Laptops oft arglos an Hotel-TVs an, um zu streamen oder zu arbeiten. Genau diese Bequemlichkeit wird jetzt zum Einfallstor. Aktuelle Reisehinweise von Behörden weisen explizit auf die wachsende Gefahr des digitalen Identitätsdiebstahls im Ausland hin. Die Bedrohung lauert in der Hardware.
Deep Tempest: Das unsichtbare Abhörgerät
Eine besonders heimtückische Methode rückt in den Fokus: die sogenannte „Deep-Tempest“-Technologie. Sicherheitsforscher haben demonstriert, dass sich Bildschirminhalte allein durch die elektromagnetische Strahlung von HDMI-Kabeln rekonstruieren lassen.
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- So funktioniert’s: Künstliche Intelligenz wandelt die flüchtigen Signale der Kabel zurück in lesbaren Text.
- Die Gefahr: Angreifer könnten aus dem Nachbarzimmer vertrauliche Dokumente oder Logins mitlesen – ohne eine einzige Wanze zu platzieren.
Branchenbeobachter warnen, dass diese einst theoretische Technologie durch leistungsfähigere KI immer präziser wird. Spezialisierte Kriminelle oder staatliche Akteure könnten sie gezielt in Business-Hotels einsetzen.
WLAN-Gefahren bleiben akut
Während die HDMI-Bedrohung neu ist, bleiben die alten WLAN-Risiken bestehen. Millionen Reisende loggen sich weiterhin in unsichere Netzwerke ein. Die größten Gefahren:
- Evil-Twin-Attacken: Kriminelle erstellen gefälschte Hotspots mit vertrauenswürdigen Namen wie „Hotel_Guest_WiFi“.
- Schwache Infrastruktur: Cyber-Sicherheitsstandards im Ausland entsprechen oft nicht dem heimischen Niveau.
- Anfällige Backend-Systeme: Selbst wenn der Gast alles richtig macht, können seine Daten auf den Servern der Hotel-Anbieter gefährdet sein – wie bei vergangenen Datenlecks gezeigt.
So schützen Sie sich im Hotelzimmer
IT-Sicherheitsberater empfehlen eine „Zero-Trust“-Strategie. Diese Maßnahmen helfen:
- HDMI meiden: Schließen Sie Geschäftslaptops nicht an Hotel-TVs an. Das Risiko manipulierter Anschlüsse ist real.
- Eigene Ladekabel nutzen: Vermeiden Sie öffentliche USB-Ports an Lampen („Juice Jacking“). Nutzen Sie eigene Netzteile.
- VPN immer aktivieren: Ein Virtual Private Network erschwert Angriffe im Hotel-WLAN. Noch sicherer: Tethering mit dem eigenen Mobilfunknetz.
- Bildschirm positionieren: Richten Sie den Laptop nicht zum Fenster oder zu dünnen Wänden aus, um visuelles Ausspähen zu erschweren.
Das Wettrüsten geht weiter
Für 2026 erwarten Analysten noch mehr Angriffe auf Reisende. Da biometrische Daten und digitale Pässe wichtiger werden, steigt der Wert gestohlener Identitäten. Die Hotellerie könnte künftig mit „abstrahlungsarmen“ Zimmern werben. Bis dahin bleibt die eigene Vorsicht der beste Schutz.





