Der US-Konzern HP bringt mit dem Engage One Pro G2q seine erste Flaggschiff-Kasse auf Android-Basis auf den Markt. Das System soll Einzelhändlern und Gastronomen eine echte Alternative zu Windows-Hardware bieten – und das bei einheitlichem Industriedesign.
Angetrieben wird die neue Plattform vom Qualcomm Dragonwing Q-6690-Prozessor. Sie läuft auf Android 16 mit Google Mobile Services (GMS). Für große Betriebe ist die Integration in gängige Verwaltungslösungen wie Microsoft Intune, SOTI und Workspace ONE entscheidend.
Sicherheit als zentrales Verkaufsargument
HP legt beim Engage One Pro G2q besonderen Wert auf die Unternehmenssicherheit. Die Plattform setzt auf Secure Boot und verifizierte Boot-Protokolle. Hinzu kommt eine langfristige Unterstützung für Sicherheitsupdates und Patches.
Um den Anschluss an bestehende Infrastruktur nicht zu verlieren, integrierte HP einen Android JPOS Service. Dieser sorgt dafür, dass die neue Hardware mit älteren Peripheriegeräten kompatibel bleibt.
Der Trend zu spezialisierter Hardware zeigt sich auch bei kamerlosen Tablets für Industrie und Kiosksysteme. Branchenkenner beobachten eine wachsende Nachfrage nach OEM-Geräten ohne Kamera-Hardware-Abstraktionsschicht (HAL). Der Grund: Firmware-Ebene-Sicherheit. Diese Geräte kosten je nach Ausstattung zwischen rund 35 und 600 Euro und ersetzen zunehmend Consumer-Tablets mit Kamerabdeckungen, die in sicheren Umgebungen als unzureichend gelten.
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Kassen-Zahlungssysteme im Wandel
Die Expansion Android-basierter Unternehmenswerkzeuge fällt mit mehreren Neuerungen bei Zahlungssystemen zusammen. Die Restaurant-Technologiefirma Qu launchte Qu Pay – eine Komplettlösung für Schnellrestaurants und Fast-Casual-Ketten. Das System ist bereits bei der Kette Roy Rogers im Einsatz. Es kombiniert Zahlungsabwicklung mit Gästeidentifikation und Bestellanalyse. Laut Qu verkürzt sich die Händler-Einrichtungszeit um bis zu 75 Prozent. Zudem ermöglicht die Lösung Abrechnungen auf Abruf auf Basis von Transaktionsdaten.
Auf den Philippinen, wo digitale Zahlungen 2024 bereits 57,4 Prozent des Einzelhandels ausmachten, brachte GCash neue Tools für kleine und mittlere Unternehmen. Dazu gehören das All-in-One-Terminal GCash EasyPOS und SoundPay Plus mit Sprachbestätigung für QR- und Kartentransaktionen. Außerdem launchte das Unternehmen PocketPay – eine Lösung, die Smartphones per NFC in Karten-Terminals verwandelt.
Ebenfalls am 22. Juli gab Dejavoo eine Integration mit Winston POS bekannt. Die Partnerschaft erlaubt den Betrieb von Winston POS auf Dejavoo-Zahlungsterminals und Android-basierten SoftPOS-Systemen. Eine öffentliche Vorführung ist für die RSPA RetailNOW-Messe in Las Vegas geplant.
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KI und Robotik erobern Gastgewerbe
Die Integration Künstlicher Intelligenz in Einzelhandel und Gastronomie machte Ende Juli mehrere Sprünge. ITC Infotech gab eine Partnerschaft mit Google Cloud bekannt, um Gemini Enterprise im gesamten Unternehmen einzusetzen. Ziel sind gemeinsame KI-Kompetenzzentren für den Einzelhandel und das Gastgewerbe.
Das Münchner Startup Microagi arbeitet seit dem 22. Juli mit Google Cloud an sogenannten „Embodied AI“-Modellen für die Robotik. Die Initiative nutzt die NVIDIA Blackwell-Plattform und zielt auf fortschrittliche Modelle für Gastronomie- und Industrieroboter ab. Unterstützt werden Hersteller wie Unitree und UBTECH.
Auch das Datenmanagement für diese Systeme erhält frische Millionen. Whale, ein singapurisches Enterprise-AI-Unternehmen mit über 600.000 Edge-AI-Knoten, sicherte sich 40 Millionen US-Dollar (rund 37 Millionen Euro) in einer Series-C3-Verlängerung. Das Geld fließt in die globale Expansion nach Nordamerika, Europa und den Nahen Osten.
Neue Regeln für den Android-App-Markt
Während Android im Unternehmenssektor wächst, justiert Google seine Marktplatz-Regeln nach. Am 22. Juli 2026 startete der Konzern das Play Catalog Access Program. Es erlaubt Drittanbieter-App-Stores, bei Google Play gelistet zu werden. Die Downloads laufen aber weiter über Googles Inline-Install-API und Play Protect.
Das Programm kostet einmalig 5.000 US-Dollar (rund 4.600 Euro) Aufnahmegebühr plus jährlich weitere 5.000 Dollar. Entwickler zahlen 10 Prozent Gebühr auf die ersten eine Million Dollar Umsatz. Danach steigt der Satz auf 20 bis 25 Prozent Servicegebühr. Wer Google Pay nutzt, zahlt zusätzlich fünf Prozent Abrechnungsgebühr.
Das neue Programm erhöht zwar die Sichtbarkeit konkurrierender Stores. Google behält aber die Kontrolle über Download- und Sicherheitsprotokolle aller Anwendungen im Ökosystem.

