HP: Laptops jetzt nur noch per Abo

HP führt ein Abo-Modell für Laptops ein, bei dem das Unternehmen Eigentümer bleibt. Dies wirft Fragen zu Datenschutz und Nutzerkontrolle auf und könnte die PC-Branche verändern.

HP führt in den USA ein Laptop-Abonnement ein – und stellt damit das klassische Eigentumsmodell für Privatkunden infrage. Der Schritt könnte die gesamte PC-Branche verändern.

Das Modell ist einfach: Statt einmalig mehrere hundert Euro zu zahlen, entrichten Nutzer eine monatliche Gebühr. Dafür erhalten sie stets das neueste HP-Notebook, inklusive Support und regelmäßiger Upgrades. Doch der vermeintliche Komfort hat seinen Preis: HP bleibt Eigentümer der Hardware. Das wirft kritische Fragen zu Datenschutz und Nutzerkontrolle auf.

Vom Kauf zum Mietmodell: So funktioniert das Abo

Im Kern ersetzt das HP Laptop Subscription-Programm die große Einmalzahlung durch eine vorhersehbare Monatsrate. Die Pläne umfassen die Hardware, 24/7-Support und Schutz vor technischen Defekten. Bei nicht lösbaren Problemen verspricht HP Ersatz am nächsten Werktag.

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Nach einer typischen Laufzeit von zwölf Monaten können Abonnenten auf ein neueres Modell wechseln, ihr aktuelles Gerät behalten oder den Service kündigen und den Laptop zurückgeben. Entscheidend ist: HP bleibt während der gesamten Abo-Zeit Eigentümer. Die monatlichen Zahlungen sind reine Nutzungsgebühren, keine Raten zum Eigentumserwerb. Eine Kaufoption am Ende der Laufzeit gibt es derzeit nicht.

Die Preise variieren je nach Modell. Sie bewegen sich zwischen etwa 45 und 85 Euro monatlich – für Geräte wie das HP Envy 17″ oder das 5G-fähige HP EliteBook 6 G1q. Ein 30-tägiger risikofreier Test ist inklusive.

Der Datenschutz-Kompromiss: Was Nutzer aufgeben

Der Wechsel vom Eigentum zum Abo-Modell bringt erhebliche Datenschutzfragen mit sich. Da HP Eigentum und administrative Kontrolle behält, hat das Unternehmen ein ureigenes Interesse an Leistung und Sicherheit der Hardware. Diese Dynamik beinhaltet zwangsläufig eine gewisse Datenerhebung.

Laut den allgemeinen Datenschutzerklärungen von HP sammelt das Unternehmen Diagnose- und Leistungsdaten, um seine Dienste zu verbessern. HP betont, Daten nicht ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer zu teilen. Doch im Abo-Modell wird die Überwachung des Gerätezustands zum integralen Bestandteil des Dienstes.

Für datenschutzbewusste Verbraucher ist das alarmierend – zumal HP hier eine Vorgeschichte hat. 2017 stand das Unternehmen in der Kritik, weil es den Telemetrie-Dienst „HP Touchpoint Analytics“ ohne klare Nutzererlaubnis installiert hatte. Damals gab es Vorwürfe von Spyware. HP räumte ein, dass der Dienst anonyme Hardware-Daten sammelte, und bot eine Opt-out-Möglichkeit an. Der Vorfall zeigte jedoch das Potenzial für unerwünschte Überwachung durch herstellereigene Software.

In einem Abo-Modell, in dem HP dauerhafter Eigentümer ist, könnte die Grenze zwischen notwendigem Gerätemanagement und aufdringlicher Datensammlung verschwimmen. Die Nutzungsbedingungen geben HP zudem das Recht, bei ausbleibenden Zahlungen den Zugang zum Gerät zu sperren – ein Kontrolllevel, das im klassischen Eigentumsmodell unmöglich ist.

Der große Branchentrend: Alles wird zum Abo

HPs Vorstoß ist kein Einzelfall. Er spiegelt einen strategischen Kurswechsel der gesamten Tech-Branche wider, der auf wiederkehrende Einnahmequellen abzielt. Die HP-Führung hat dieses langfristige Ziel für das PC-Geschäft bereits früher artikuliert. Sie sieht darin ein nachhaltigeres und profitableres Modell als den Verkauf von Einzelhardware.

Dieses „Hardware-as-a-Service“ (HaaS)-Modell nützt den Unternehmen: Es schafft planbare Einnahmen und fördert die Markenbindung. Für Verbraucher senkt es die Einstiegshürde für Spitzentechnologie, wie die von HP stark beworbenen KI-PCs. Doch es bedeutet auch, dass Nutzer dauerhaft für ein Produkt zahlen, das sie nie besitzen werden. Das ist ein gravierender Bruch mit der etablierten Konsumentenerwartung, einen PC zu kaufen und zu besitzen.

Die Zukunft: Mieten wir bald unser digitales Leben?

Der Erfolg von HPs Laptop-Abo könnte den Weg für andere große Hersteller ebnen und die Landschaft des Personal Computing grundlegend verändern. Die entscheidende Frage ist: Sind Verbraucher bereit, ein Gerät wie ihren Laptop zu mieten, das so zentral für ihr Leben ist?

Cybersicherheitsexperten raten Interessenten, die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien genau zu prüfen. Verstehen, welche Daten gesammelt, wie sie genutzt werden und welche Kontrolle der Hersteller über das Gerät behält – das ist entscheidend. HP versichert, zurückgesandte Geräte vor einer Weitergabe sicher zu löschen. Dennoch ist der gesamte Lebenszyklus der Nutzerdaten nun enger mit dem Hardware-Anbieter verflochten.

Die Branche drängt in eine Abo-Zukunft. Verbraucher müssen abwägen: die Bequemlichkeit, stets die neueste Technologie zu haben, gegen die grundlegenden Prinzipien von Privatsphäre und Eigentum.

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