Im Rahmen der PRINTING United Expo 2026 in Las Vegas hat der Technologiekonzern Xerox die Einführung dreier neuer Pressplattformen angekündigt. Die Vorstellung umfasst innovative Systeme im Inkjet- und Grafikdruckbereich, die auf die steigenden Anforderungen an Produktivität und vielseitige Medienverarbeitung abzielen.
Zeitgleich präsentieren Branchengrößen wie HP, EFI und Konica Minolta wegweisende Lösungen, die verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-basierte Automatisierung setzen.
Xerox erweitert Portfolio um Proficio-Plattformen
Xerox stellt mit der Proficio Jet CS1100 eine neue B3-Bogen-Inkjet-Druckmaschine vor. Das System erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Bildern pro Minute bei einer Auflösung von 1200×1200 dpi und verarbeitet Medien mit einem Gewicht von bis zu 350 g/m².
Für den Bereich des Endlosdrucks wurde die Proficio Jet CF1200 angekündigt. Diese Rollen-Inkjet-Lösung operiert bei einer Geschwindigkeit von bis zu 525 ft/min und ist für ein monatliches Druckvolumen von 4 bis 30 Millionen Impressionen im A4- oder Letter-Format ausgelegt.
Ergänzt wird das Hardware-Angebot durch die Proficio PX700 FLX, die speziell für den Grafikdruck entwickelt wurde. Die Maschine druckt bis zu 120 Seiten pro Minute und ermöglicht den Einsatz von bis zu sechs Farben in einem Arbeitsgang, darunter ein neuer Fluorescent Green Toner.
Wie Xerox im Rahmen der Messe mitteilte, erhalten zudem die bestehenden Modelle Proficio PX300 und PX500 Updates für den Druck mit Gold, Silber und Weiß. Das Modell PX300 wird zudem mit dem KI-gestützten PredictPrint Media Manager ausgestattet.
HP und EFI setzen auf KI-integrierte Produktionslösungen
Der Hersteller HP nutzt die Fachmesse zur Präsentation seiner ersten integrierten KI-Produktionslösung. Der HP PrintOS Production Hub verfügt über Funktionen wie AI Order Intake, welche die Zeit für die Auftragserstellung laut Unternehmensangaben um 90 Prozent reduzieren kann.
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In Kombination dazu wurde der HP Latex R530 AI Printer vorgestellt, der als erster Großformatdrucker sowohl Cloud- als auch Edge-KI nutzt. Während der Versand des Geräts für den 1. Dezember 2026 geplant ist, sollen automatisierte KI-Druckmodi ab Anfang 2027 verfügbar sein.
Im Bereich der Digitaldruckpressen führte HP zudem die PageWide T500M HD ein, eine 54-Zoll-Monochrom-Presse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 305 mpm.
EFI präsentiert am Messestand unter anderem den neuen Hybrid-Drucker VUTEk M3h X sowie den VUTEk X5r, ein 5,2 Meter breites Roll-to-Roll-System. Letzteres ist mit der InSpec AI zur automatisierten Bildqualitätskontrolle ausgestattet. Zudem feiert der Dye-Sublimationsdrucker VUTEk FabriVU 340 i8 sein Debüt auf dem nordamerikanischen Markt.
Automatisierung und Software-Fortschritte
Im Bereich der Workflow-Optimierung stellt Konica Minolta die Plattform „Embellishment Forge“ vor. Die in Zusammenarbeit mit Adobe entwickelte Lösung soll es Designern ermöglichen, komplexe Veredelungsdateien ohne tiefgreifendes Spezialwissen zu erstellen.
Frank Mallozzi, President Industrial and Production Print bei Konica Minolta, wies darauf hin, dass digitale Veredelung zwar profitabel sei, viele Anwendungen jedoch aufgrund technischer Hürden die Produktion nicht erreichen würden.
Significans Automation veröffentlicht mit „Significans Architect“ eine abonnementbasierte Cloud-Software für die Verpackungsindustrie. Die Lösung nutzt KI-Modelle wie Claude und ChatGPT, um Workflow-Schemas automatisch zu analysieren und zu reparieren.
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Auch im Web-to-Print-Sektor gibt es Neuerungen: OnPrintShop demonstriert die Version 13.1 mit No-Code-Tools, während Rochester Software Associates (RSA) die Version 14.0 von WebCRD vorstellt, die Echtzeit-Berechnungen für Steuern und Versandkosten integriert.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Druckindustrie
Trotz der technologischen Fortschritte steht die Branche vor ökonomischen Herausforderungen. Andy Paparozzi, Chefökonom bei Alliance Insights, legte im Vorfeld der Messe Daten für das erste Halbjahr 2026 vor. Zwar stieg der Umsatz nominal um 4,1 Prozent, real blieb jedoch lediglich ein Zuwachs von 0,5 Prozent.
Demgegenüber steht eine Inflation der Betriebskosten von 5,7 Prozent. Über die Hälfte der Branchenteilnehmer äußerte Besorgnis hinsichtlich der künftigen Profitabilität und der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen.
In diesem Zusammenhang gewinnt KI an Bedeutung: Amy Servi-Bonner, VP Printing AI, betonte, dass ein Großteil des kritischen Produktionswissens bei einzelnen Mitarbeitern liege und KI-Lösungen helfen könnten, das Risiko hoher Kosten bei Personalwechseln abzufangen.

