HP testet mit einem neuen Abo-Modell die Zukunft des PC-Markts: Statt teure Gaming-Laptops zu kaufen, können Spieler sie nun für einen monatlichen Betrag mieten – werden die Geräte aber nie besitzen. Der Schritt des Tech-Riesen könnte die gesamte Hardware-Branche verändern.
Ein radikaler Modellwechsel für Spieler
Der Markt für Gaming-PCs steht vor einer Zeitenwende. Der US-Hersteller HP hat in den USA den „Omen Gaming Subscription“-Dienst gestartet. Kunden können dabei High-End-Gaming-Laptops der Victus- und Omen-Serien für eine monatliche Gebiet anmieten. Das Ziel: Die hohe Einstiegshürde durch den Kaufpreis zu senken. Die Kehrseite: Der Nutzer erwirbt niemals Eigentum an der Hardware.
Das Angebot beginnt bei rund 50 Euro monatlich für ein HP Victus 15 mit einer NVIDIA GeForce RTX 4050 Grafikkarte. Die Top-Variante, ein Omen Max 16 mit einer RTX 5080, kostet etwa 130 Euro im Monat. Zusätzlich lassen sich Gaming-Zubehörteile wie Mäuse, Headsets und Monitore von HyperX dazu buchen. Ein zentrales Versprechen sind jährliche Hardware-Upgrades. Abonnenten können ihr Gerät alle zwölf Monate gegen das neueste Modell eintauschen.
Der Haken im Kleingedruckten
Die niedrigen Monatsraten haben einen Preis. Der Service erfordert eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten, die auf eine 30-tägige Testphase folgt. Wer vor Ablauf des Jahres kündigen möchte, muss hohe Vertragsstrafen zahlen. Diese können je nach Modell zwischen 550 und 1.430 Euro liegen, wenn bereits im zweiten Monat gekündigt wird.
Rechnet man die Gesamtkosten hoch, hat ein Nutzer nach etwa 16 bis 19 Monaten den aktuellen Neupreis des Laptops erreicht. Dennoch geht das Gerät nicht in sein Eigentum über. Die Zahlungen laufen weiter, solange der Vertrag besteht. Diese Bedingungen haben in Online-Foren bereits zu harscher Kritik geführt. Viele potenzielle Kunden bezeichnen das Modell aufgrund der endlosen Ratenzahlungen ohne Eigentumserwerb als unseriös.
HP setzt auf wiederkehrende Einnahmen
Für HP ist der Schritt eine strategische Neuausrichtung. Das Unternehmen verspricht sich davon stabile, wiederkehrende Einnahmequellen, wie sie aus der Software-Industrie bekannt sind. Der PC-Markt kämpft derzeit mit längeren Nutzungszyklen und steigenden Preisen für Komponenten wie Grafikkarten. Ein Abo-Modell könnte Hochleistungs-Hardware für eine junge Zielgruppe erschwinglicher machen, die eine große Einmalinvestition scheut.
HP ist nicht neu im Abo-Geschäft. Für Firmenkunden bietet der Konzern bereits „Device-as-a-Service“-Programme an. Auch bei Druckern und Tintenpatronen setzt HP auf Subskriptionsmodelle. Mit dem Omen-Abo wagt das Unternehmen nun den Sprung in den anspruchsvollen Consumer-Markt für Gamer.
Gemischte Reaktionen und Branchenfolgen
Die Reaktionen auf die Ankündigung sind gespalten. Der Reiz, stets die neueste Technik mit Support-Paket zu haben, ist ein starkes Verkaufsargument. Der Verzicht auf das Eigentum stößt jedoch auf massiven Widerstand. Der Wert des Angebots hängt ganz davon ab, ob ein Nutzer jährlich upgraden möchte und bereit ist, für Zugang statt Besitz zu zahlen.
Sollte sich HPs Experiment als erfolgreich erweisen, dürften Wettbewerber wie Dell, Lenovo oder ASUS nachziehen. Die laute Kritik aus der Gaming-Community zeigt jedoch, wie groß der Widerstand gegen eine Zukunft sein könnte, in der Verbraucher immer weniger besitzen. Der Erfolg des Omen-Abos wird zum Lackmustest für Hardware-Abonnements im Massenmarkt.
Wird das Abo-Modell die Tradition brechen?
Die Zukunft des Dienstes hängt von der Akzeptanz der Spieler und HPs Reaktion auf die erste Kritikwelle ab. Die 30-tägige Testphase wird entscheidend sein. Können der Komfort der jährlichen Upgrades und der Rundum-Support die tief verwurzelte Präferenz für Hardware-Eigentum in der Gaming-Szene aufwiegen?
HP geht mit dem Omen Gaming Subscription ein hohes Risiko ein. Das Unternehmen wettet darauf, dass das erfolgreiche Service-Modell aus Software und Unterhaltung auch bei High-End-Hardware funktioniert. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Gamer bereit sind, ihre leistungsstarken Laptops als monatliche Rechnung zu akzeptieren – oder ob die Tradition des Kaufens, Besitzens und individuellen Aufrüstens siegt.




