Der KI-Boom treibt die Speicherchip-Kosten in die Höhe und setzt die PC-Branche unter Druck. HP rechnet nun mit schwächeren Jahresergebnissen und kündigt Preisanpassungen an.
Palo Alto. Der weltweite Aufbau von KI-Infrastruktur hat einen unerwarteten Nebeneffekt: Er verknappt die Verfügbarkeit von Speicherchips für die klassische PC-Industrie. Das gab der Technologiekonzern HP Inc. jetzt in seinem Quartalsbericht bekannt. Die Folgen könnten bald auch deutsche Verbraucher und Unternehmen zu spüren bekommen – in Form höherer Preise für Laptops und möglicher Lieferengpässe.
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KI-Data-Center leeren den Speicherchip-Markt
Das Kernproblem ist drastisch: Der Anteil der Speicherkosten an den gesamten Materialkosten für einen PC ist bei HP von 15-18 Prozent im Vorquartal auf nun 35 Prozent explodiert. Grund ist der massive Bedarf an Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren weltweit. Diese Nachfrage absorbiere einen erheblichen Teil des globalen Angebots, erklärte das Unternehmen. Für Hersteller von Consumer-Elektronik bleibe weniger übrig – zu deutlich höheren Preisen.
„Die Volatilität wird voraussichtlich bis ins nächste Jahr anhalten“, so die Einschätzung von HP. Die Branche steckt damit in einem paradoxen Dilemma: Ausgerechnet der Hype um KI-PCs, die neue Absatzchancen bieten, verteuert durch ihre Infrastruktur gleichzeitig die Herstellung aller Computer.
HP diversifiziert Einkauf – auch nach China
Als Reaktion auf die Krise schwenkt HP seine Beschaffungsstrategie um. Das Unternehmen hat nicht nur langfristige Lieferverträge abgeschlossen und Lagerbestände aufgebaut. Es qualifiziert gezielt neue Zulieferer, um unabhängiger von den traditionellen Partnern in den USA, Südkorea und Taiwan zu werden.
Ein strategischer Schritt: HP prüft nun auch DRAM-Chips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) für den Einsatz in eigenen Produkten. Parallel hat der Konzern interne Prozesse beschleunigt, um schneller auf Komponenten-Engpässe reagieren zu können. Die Zeit für die Qualifizierung neuer Materialien habe man halbiert.
Die höheren Kosten will HP teilweise an die Kunden weitergeben. Gezielte Preismaßnahmen seien bereits in Umsetzung, hieß es. Für Verbraucher bedeutet das: Der geplante Laptop-Kauf könnte in den kommenden Monaten teurer werden.
PC-Sparte wächst, Drucker-Geschäft schwächelt
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Die Personal-Systems-Sparte mit Laptops und Desktops legte kräftig um 11 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar zu. Getrieben wurde das Wachstum von der laufenden Windows-11-Aktualisierungswelle und der Nachfrage nach neuen KI-PCs.
Das Druckergeschäft hingegen schrumpfte. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Die Marge in diesem Segment bleibt mit 18,3 Prozent jedoch hoch. HP betont hier weiterhin das Thema Sicherheit und verlängerte Vereinbarungen zur Nutzung von Cybersicherheitssoftware wie XGuard, um cloud-vernetzte Drucker vor Angriffen zu schützen.
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Was bedeutet das für Käufer?
Die strategischen Weichenstellungen von HP haben direkte Konsequenzen:
* Preisentwicklung: Steigende Komponentenkosten und geplante „Preismaßnahmen“ deuten auf höhere Verkaufspreise für Laptops und Zubehör hin.
* Verfügbarkeit: Trotz Diversifizierung der Lieferkette könnte die Verfügbarkeit bestimmter Modelle schwanken.
* Unternehmen: Firmen mit großen PC-Flotten müssen mit höheren Hardwarekosten im Jahr 2026 rechnen. HP setzt für sie auf agile Lieferketten und Remote-Management-Tools.
HP hält an seiner Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 fest, erwartet nun aber Ergebnisse am unteren Ende des angegebenen Bereichs. Die Botschaft an den Markt ist klar: Die Turbulenzen durch den KI-Boom sind für die Hardware-Branche noch lange nicht vorbei.





