Der Server-Spezialist Hewlett Packard Enterprise bringt neue Generationen seiner ProLiant-Reihe auf den Markt – speziell zugeschnitten auf Künstliche Intelligenz und raue Umgebungen.
Die aktuellen Ankündigungen aus Houston markieren einen strategischen Wendepunkt: HPE will Rechenleistung dorthin bringen, wo die Daten entstehen – und nicht mehr alles in zentrale Rechenzentren zwängen. Im Zentrum steht das neue EL2000-Chassis, eine robuste Plattform für extreme Bedingungen.
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Neue Chassis-Generation für Extremstandorte
Das HPE ProLiant Compute EL2000 ist das Herzstück der Expansion. Es beherbergt zwei neue Server-Knoten: den EL220 und den EL240 der 12. Generation (Gen12). Entwickelt für Industrien wie nationale Sicherheit, Telekommunikation und Fertigung, erfüllt das System strenge Anforderungen an Größe, Gewicht und Stromverbrauch.
Die technischen Daten können sich sehen lassen: Intel Xeon 6-Prozessoren mit 8 bis 144 Kernen und einer thermischen Verlustleistung von bis zu 350 Watt. Ein optionales Umwelt-Härtungskit macht die Hardware fit für Temperaturen von minus 40 bis plus 55 Grad Celsius – inklusive Schutz vor Vibrationen und elektromagnetischen Störungen.
Das modulare Design erlaubt zwei Varianten: entweder zwei flachere EL220-Knoten oder einen einzelnen, leistungsstärkeren EL240.
KI-Beschleunigung am Netzwerkrand
Der EL240 zielt direkt auf den wachsenden Bedarf an KI am Edge. Er unterstützt NVIDIA RTX Pro 4500 und 6000 Blackwell Server Edition GPUs, kombiniert mit NVIDIA AI Enterprise Software. Branchenbeobachter sehen darin die ideale Lösung für Echtzeit-Videoanalysen im Einzelhandel oder vorausschauende Wartung in der Schwerindustrie.
Intel Xeon 6: Effizienz-Sprung mit 65 Prozent weniger Strom
Der Umstieg auf die Gen12-Plattform, der Anfang 2025 begann, verspricht enorme Effizienzgewinne. Laut Unternehmensangaben sparen die neuen Server bis zu 65 Prozent Strom pro Jahr im Vergleich zu Vorgängergenerationen. In vielen Rechenzentren ersetzt ein einziger Gen12-Server die Leistung von sieben älteren Gen10-Einheiten.
Die Intel Xeon 6-Prozessoren (Codename Granite Rapids) bringen es im DL320 Gen12 auf bis zu 144 Kerne. Zur Kühlung stehen sowohl Luft- als auch Direktflüssigkeitskühlung zur Verfügung – ein Trend, der in der Branche immer wichtiger wird.
Im Sommer 2025 kamen zudem die Modelle DL325 und DL345 mit AMD EPYC-Prozessoren der 5. Generation hinzu. Sie bieten bis zu 6 Terabyte Arbeitsspeicher – doppelt so viel wie die Vorgänger – und sind für speicherintensive Virtualisierungs- und Edge-Workloads optimiert.
Azure Local: Microsoft-Cloud am Edge
Parallel zur Gen12-Entwicklung rüstet HPE auch seine Gen11-Edge-Server auf. Der DL145 Gen11 erhält ab diesem Frühjahr die neuen AMD EPYC 8005-Prozessoren (Codename Sorano) mit bis zu 84 energieeffizienten Kernen. Das 2U-System eignet sich besonders für leisen Betrieb in Apotheken, Kliniken oder Fabrikhallen.
Ein Meilenstein im Mai 2026: Die vollständige Verfügbarkeit des DL145 Gen11 als Premier Solution für Azure Local. Das System unterstützt Microsoft Azure-Dienste auch an Standorten ohne permanente Internetverbindung. Es wurde bereits im MLPerf Inference v6.0-Benchmark als spezialisierte Lösung für Edge-KI validiert.
Die Verwaltung der verteilten Serverflotten erfolgt über HPE Integrated Lights-Out (iLO) 7 und das cloud-native HPE Compute Ops Management. Zentralisierte IT-Teams können so Tausende Standorte fernsteuern und überwachen – ohne lokales Personal. KI-gestützte Vorhersagen helfen, die geforderten 99,999 Prozent Verfügbarkeit (Five Nines) für kritische Telekom- und 5G-Infrastruktur zu gewährleisten.
Quantenresistente Sicherheit auf Silizium-Ebene
Ein Alleinstellungsmerkmal der Gen12-Server ist die Sicherheitsarchitektur. Der iLO 7-Managementprozessor enthält eine „Secure Enclave“ aus eigener HPE-Entwicklung. Damit zählt die Gen12-Reihe zu den ersten Servern, die auf quantencomputing-resistente Verschlüsselung vorbereitet sind.
Die Systeme erfüllen die FIPS 140-3 Level 3-Zertifizierung – einen hohen kryptografischen Standard, den vor allem Regierungsbehörden fordern. Durch die Implementierung auf Silizium-Ebene schützt HPE verschlüsselte Daten vor sogenannten „Harvest now, decrypt later“-Angriffen, bei denen Angreifer Daten heute stehlen, um sie später mit Quantencomputern zu entschlüsseln.
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Ausblick: Auslieferung ab zweitem Halbjahr 2026
Während die DL145 Gen11-Upgrades und die Umweltschutz-Kits sofort verfügbar sind, werden das EL2000-Chassis sowie die Knoten EL220 und EL240 voraussichtlich erst im Laufe des zweiten Halbjahres 2025 in größeren Stückzahlen ausgeliefert.
Die Entwicklung hin zu workload-optimierter Hardware signalisiert das Ende der Ära universeller Einheits-Server. Unternehmen suchen zunehmend nach Plattformen, die hohe KI-Rechenleistung mit strengen Nachhaltigkeits- und Umweltanforderungen verbinden. Mit Intel Xeon 6, AMD EPYC 8005 sowie den Partnerschaften mit Microsoft Azure und NVIDIA positioniert sich HPE als zentraler Antreiber für die hybride Welt.
Marktforscher beobachten: Da die Datenerzeugung am Edge das Wachstum in Rechenzentren weiter überflügelt, wird der Erfolg dieser robusten, hochdichten Systeme die nächste Phase des Unternehmensinfrastruktur-Wettbewerbs bestimmen.

