Am 7. Oktober 2026 stellte Hewlett Packard Enterprise (HPE) mit dem ProLiant DL585a Gen13 ein neues Serversystem für rechenintensive Enterprise-Umgebungen vor.
Bemerkenswert ist dabei die Hardware-Kompatibilitätsliste des Gehäuses mit zehn Höheneinheiten (10U): Der Hersteller führt darin künftige PCIe-Grafikprozessoren auf Basis von Nvidias Rubin-Architektur als unterstützte Beschleuniger auf. Neben den Rubin-Karten listet HPE auch die RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition, die Nvidia H200 NVL sowie verschiedene AMD-Grafikprozessoren.
Hardware-Architektur für KI-Inferenz und RAG
Das System ist schwerpunktmäßig für Workloads im Bereich der KI-Inferenz und des RAG-Fine-Tunings (Retrieval-Augmented Generation) konzipiert und bietet GPU-Unterstützung für Lösungen von Nvidia, AMD und Intel.
Angetrieben wird der DL585a Gen13 von zwei Prozessoren der Reihe AMD EPYC 9006, die jeweils bis zu 256 Rechenkerne bereitstellen und an PCIe 6.0 angebunden sind. Für den Arbeitsspeicher stehen 32 Steckplätze zur Verfügung. Diese unterstützen Konfigurationen von bis zu 8 TB DDR5-8000 oder bis zu 4 TB MRDIMM mit 12.800 MT/s.
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Für Erweiterungskarten bietet das 10U-Chassis Platz für bis zu acht GPUs mit doppelter Bauhöhe oder alternativ bis zu 16 Einzelslot-Karten. Der Massenspeicher wird über 16 EDSFF-E3.S-Laufwerksschächte angebunden.
Laut Branchenberichten von The Next Platform ist die Auslieferung des DL585a Gen13 ab März 2027 vorgesehen. Ein konkreter Einführungstermin für die Rubin-PCIe-Karten wurde dagegen bisher nicht bestätigt.
Technische Hürden für Nvidias Rubin im PCIe-Format
Die Nennung von PCIe-Varianten der Rubin-Generation wirft wesentliche technische Fragen auf, da offizielle Spezifikationen bezüglich Speicher, Leistung und Chipkonfiguration bisher fehlen. Etablierte Rubin-Beschleuniger setzen auf den SMX-Formfaktor mit einer Spitzenleistung von bis zu 2300 W. Ein direkter Einsatz dieser Konfiguration in herkömmlichen PCIe-Steckkarten (AICs) ist aufgrund thermischer und elektrischer Restriktionen ausgeschlossen.
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Um eine PCIe-Variante zu realisieren, wäre mindestens eine Halbierung der GPU-Größe sowie eine deutliche Absenkung der Betriebsfrequenzen notwendig. In Fachkreisen wird zudem diskutiert, dass die PCIe-Beschleuniger der RTX-PRO-Serie zugeordnet werden könnten, basierend auf dem kolportierten GR202-Kern aus dem Umfeld künftiger GeForce-Entwicklungen. Eine Bestätigung für diese Klassifizierung liegt derzeit jedoch nicht vor.
Ausbau der AMD-basierten ProLiant-Gen13-Infrastruktur
Der DL585a Gen13 ist Teil einer umfassenderen Einführung erster AMD-basierter Systeme der ProLiant-Gen13-Serie, die HPE am 7. Oktober 2026 präsentierte.
Zu den neuen Plattformen gehört auch der DL525 Gen13 im 1U-Format mit einem Einzelsockel für 6th Gen AMD EPYC mit bis zu 256 Kernen, 16-Kanal-Speicherunterstützung für DDR5 oder MRDIMM sowie PCIe Gen6. Dessen Verfügbarkeit wird für November 2026 erwartet.
Für das Jahr 2027 plant HPE darüber hinaus zwei OCP-Systeme: das flüssiggekühlte XD245 mit vier Knoten je Open Rack Unit und bis zu acht Prozessoren sowie das luftgekühlte XD285 mit zwei Knoten in zwei Open Rack Units. Die Systemverwaltung erfolgt über iLO 8 und Compute Ops Management, die Sicherheitsfunktionen wie automatische SED-Aktivierung, Mehrpersonen-Autorisierung, Post-Quanten-Kryptografie und Komponentenverifikation bereitstellen.

