Huawei NPO-Modul: 7,2 Terabit pro Sekunde für KI-Rechenzentren

Huawei zeigt ein 7,2-Tb/s-NPO-Modul für SuperPods. Die Serienfertigung ist noch offen, während internationale Standards vorbereitet werden.

Huawei hat auf der Fachmesse CIOE in Shenzhen ein neues Near-Packaged Optics (NPO)-Modul mit einer Kapazität von 7,2 Terabit pro Sekunde (Tb/s) vorgestellt. Das Unternehmen bezeichnet die Neuentwicklung als das branchenweit erste NPO-Produkt dieser Leistungsklasse.

Die Hardware ist speziell für die nächste Generation von SuperPod-Rechenzentrumsarchitekturen konzipiert und nutzt 36 Kanäle, die jeweils eine Geschwindigkeit von 200 Gigabit pro Sekunde (Gbps) erreichen.

Technologische Abgrenzung und wirtschaftliche Strategie

Man Jiangwei, ein Vertreter von Huawei, erläuterte im Rahmen der Präsentation die Vorteile der gewählten Technologie. Demnach gelte der NPO-Ansatz im Vergleich zur Co-Packaged Optics (CPO)-Architektur als ausgereifter.

Zudem seien die Produktion sowie die spätere Wartung der Module kostengünstiger zu realisieren. Das vorgestellte 7,2-Tb/s-Modul befinde sich derzeit noch in der Produktentwicklung. Die Aufnahme einer Volumenproduktion hänge maßgeblich vom weiteren Aufbau der Lieferketten sowie der allgemeinen Fertigungsreife ab.

Huawei positioniert das Modul als eine Lösung für bestehende Bandbreitenengpässe in KI-Trainingsclustern. Durch den Einsatz optischer Signale anstelle herkömmlicher Kupferverbindungen zwischen den KI-Prozessoren soll die Übertragungsgeschwindigkeit gesteigert und gleichzeitig der Stromverbrauch gesenkt werden. Konkrete Angaben zur breiten Marktverfügbarkeit oder zu einer Multi-Vendor-Qualifizierung machte das Unternehmen bislang nicht.

Wettbewerb und Standardisierungsbestrebungen

Mit dem Vorstoß setzt Huawei eigene Standards für die optische Kommunikationstechnik und fordert damit etablierte Marktteilnehmer wie Nvidia und Broadcom heraus. Das Unternehmen vergleicht sein 7,2-Tbps-Modul direkt mit den 6,4-Tbps-CPO-Lösungen von Broadcom.

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Huawei hat auf der CIOE in Shenzhen ein NPO-Modul mit 7,2 Tb/s vorgestellt und positioniert es als Antwort auf Bandbreitenengpässe in KI-Trainingsclustern — optische statt Kupfer-Signale sollen Tempo erhöhen und Stromverbrauch senken. Wer seine Interconnect-Strategie für die nächste SuperPod-Generation plant, braucht jetzt eine belastbare Einordnung von NPO gegen CPO. Kostenlosen Optik-Interconnect-Report anfordern

Um den eigenen NPO-Ansatz zu festigen, rief Huawei die Branche dazu auf, ein gemeinsames Ökosystem für diese Technik zu schaffen. Ziel sei es, die Standards für künftige Verbindungen innerhalb von Rechenzentren maßgeblich mitzubestimmen.

Zeitgleich zur Produktvorstellung fand in Shenzhen der NPO Standards Industry Summit statt, der von der International Photonics & Electronics Committee (IPEC) und dem Optical Internetworking Forum (OIF) veranstaltet wurde. An dem Treffen nahmen neben Huawei auch Vertreter von Tencent, Alibaba Cloud, Baidu sowie Hardware-Hersteller wie Broadcom, Amphenol und Yamaichi teil.

Die Beteiligten erzielten einen Konsens hinsichtlich der Notwendigkeit internationaler NPO-Standards. Ein Vertreter von Tencent betonte auf dem Gipfel, dass sich optische Verbindungen (Interconnects) künftig in Richtung 6,4T NPO entwickeln werden.

Zeitplan und Marktausblick

Hinsichtlich der Markteinführung gab Man Jiangwei an, dass NPO-Module mit einer Kapazität von 3,2 Tbps voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 2026 in den operativen Einsatz gehen sollen. Die leistungsstärkere Generation mit 7,2 Tbps werde voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre folgen.

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Noch ist offen, ob sich NPO oder CPO als Standard durchsetzt: Huawei ruft die Branche zu einem gemeinsamen Ökosystem auf, OIF und IPEC verhandeln erst über 6,4T- und 12,8T-Spezifikationen, und eine Multi-Vendor-Qualifizierung wurde bislang nicht zugesagt. Wer heute Optik-Komponenten einkauft, sollte das Standardisierungsrisiko kennen, bevor die Lieferketten sich sortieren. Checkliste zur Optik-Auswahl jetzt abrufen

Diese Entwicklungen finden in einem dynamischen Marktumfeld statt. Laut Prognosen von TrendForce wird für den CPO- und NPO-Markt ein massives Wachstum erwartet: Von einem Volumen von etwa 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 soll der Markt bis zum Jahr 2030 auf über 39 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Das OIF treibt diese Entwicklung zudem durch ein im Sommer 2026 gestartetes Projekt voran, das Standards für 6,4T- und perspektivisch 12,8T-Lösungen definieren soll.