Huawei Qingyun HM650: Erster HarmonyOS-Desktop startet für 7199 Yuan

Der Qingyun HM650 ergänzt Huaweis PC-Angebot; bis Oktober 2026 wurden bereits mehr als eine Million HarmonyOS-Computer ausgeliefert.

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Auf dem HarmonyOS Office Industry Summit am 5. November 2026 in Wuhan präsentierte Huawei umfassende Erweiterungen seines Hardware-Portfolios für den professionellen Einsatz. Vor dem Hintergrund anhaltender Handelsbeschränkungen forciert der chinesische Technologiekonzern die Unabhängigkeit von ausländischer Soft- und Hardware.

Nachdem im Mai 2024 die US-Lizenzen für Zulieferungen von Intel und Qualcomm entzogen wurden und im März 2025 die Lizenz für Windows auslief, setzt das Unternehmen im Computersegment auf das hauseigene Betriebssystem HarmonyOS sowie selbst entwickelte Prozessoren.

Unabhängigkeit von westlicher Technologie im Desktop-Segment

Im Mittelpunkt der Präsentationen stand der Qingyun HM650, der erste Desktop-Rechner auf Basis von HarmonyOS. Nach Angaben des Herstellers besteht das System zu 100 Prozent aus lokal gefertigten Komponenten.

Diese Herkunftszertifizierung für Prozessor, Speicher, SSD, Netzteil und Wi-Fi wurde durch die Prüfstelle Zhejiang Kezheng Electronic Information Product Inspection verifiziert. Huawei-Manager Zhu Dongdong erklärte, dass dieser Schritt die Eigenentwicklung von Schlüsselbauteilen sowie eine enge Kooperation mit chinesischen Zulieferern und Großserienfertigern erforderte.

Der Desktop-PC richtet sich primär an Regierungsbehörden und Unternehmen aus dem Finanz- und Energiesektor. Ein Verkauf außerhalb Chinas ist laut Huawei nicht vorgesehen. Auf dem Heimatmarkt soll das Gerät ab dem 1. Dezember zu einem Preis von 7199 Yuan (rund 1080 US-Dollar) im Onlineshop des Unternehmens erhältlich sein.

Technische Ausstattung und Sicherheitsarchitektur des Qingyun HM650

Als Recheneinheit des Rechners dient der von der Konzerntochter HiSilicon entworfene Zehn-Kern-Prozessor Kirin X90 mit 20 Threads, einer Leistungsaufnahme von 40 Watt und einer Maleoon-910-Grafikeinheit.

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Der Chip wird von SMIC im Fertigungsprozess der 7-Nanometer-Klasse N+2 hergestellt und durch ein doppelseitiges Kühlsystem auf Temperatur gehalten. Das Modell wird in einer Grundkonfiguration mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 512 Gigabyte großen SSD angeboten.

Auf Softwareebene kommt die HarmonyOS V1.0 Enterprise Edition zum Einsatz, die auf dem HongMeng Kernel 1.11 aufbaut. Sowohl das Betriebssystem als auch der Kirin-X90-Prozessor erhielten die Stufe II der nationalen Sicherheits- und Zuverlässigkeitsprüfung in China.

Für administrative Anforderungen integriert das System die Xingdun-2.0-Architektur mit SSD-Hardwareverschlüsselung sowie strikt getrennten Arbeitsbereichen für persönliche und geschäftliche Daten.

Zudem sind KI-Funktionen über einen Assistenten per eigener Hardwaretaste integriert. Ergänzend zum Desktop-Rechner zeigte Huawei mit dem MateBook 14 HarmonyOS Edition auch ein Notebook mit 24 Gigabyte RAM und dem Kirin-X90A-Chipsatz.

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Rasantes Ökosystem-Wachstum und Ausbau der PC-Sparte

Die Transformation hin zu einer autonomen Plattform zeigt bei den Auslieferungszahlen deutliche Zuwächse. Bis Oktober 2026 lieferte Huawei nach eigenen Angaben kumuliert über eine Million HarmonyOS-Computer aus, nachdem die ersten Geräte im Juni 2025 in den Handel gelangt waren.

Bis zum Jahresende 2026 rechnet Zhu Dongdong mit insgesamt 1,2 Millionen ausgelieferten Einheiten. Das Marktforschungsunternehmen Omdia prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 weltweite Auslieferungen von rund 1,404 Millionen HarmonyOS-Rechnern, was einem Anstieg von etwa 897 Prozent gegenüber den 141.000 Einheiten des Jahres 2025 entspricht.

Parallel wächst das Softwareangebot für Desktop-Umgebungen: Der Anwendungskatalog verzeichnete im November 2026 über 21.000 native Apps, darunter Bürosoftware wie WPS, Feishu sowie CAD-Programme. Konzernintern setzen bereits mehr als 11.000 Huawei-Mitarbeiter auf HarmonyOS-Computer; bis 2027 soll laut Vorstandsmitglied He Gang der Großteil der Belegschaft auf die eigene PC-Architektur umgestellt sein.