IBM Sovereign Core: Neues Software-Paket für digitale Souveränität

IBM stellt ein Software-Paket vor, das Unternehmen und Behörden die vollständige Kontrolle über Cloud- und KI-Workloads gibt. Der IT-Dienstleister Computacenter ist strategischer Partner für den deutschen Markt.

IBM reagiert mit einer neuen Plattform auf den wachsenden Druck nach digitaler Souveränität in Europa. Das heute vorgestellte Software-Paket IBM Sovereign Core soll Unternehmen und Regierungen die vollständige Kontrolle über ihre Cloud- und KI-Workloads geben. Ein strategischer Partner für den deutschen Markt ist der IT-Dienstleister Computacenter.

Antwort auf Europas strengere Datenschutz-Regeln

Die Einführung ist eine direkte Reaktion auf die komplexe regulatorische Landschaft in Europa. Digitale Souveränität bedeutet heute mehr als nur die lokale Speicherung von Daten. Sie umfasst die vollständige operative Kontrolle, die Governance über Datenzugriffe und die Hoheit über die KI-Modelle, die diese Daten verarbeiten. Laut einer von IBM zitierten Gartner-Prognose werden bis 2030 mehr als 75 Prozent aller Unternehmen eine formale Strategie für digitale Souveränität haben.

Viele Organisationen, besonders in Behörden oder regulierten Branchen wie Finanzen und Gesundheitswesen, suchen nach Lösungen, um moderne Anwendungen und KI einzusetzen, ohne strikte Kontrollanforderungen zu verletzen. Genau diese Lücke soll die neue Plattform schließen. Indem IBM die Souveränität zu einer inhärenten Eigenschaft der Software macht, positioniert sich der Konzern in einem Markt, in dem Compliance und Kontrolle zu entscheidenden Faktoren für den Technologieeinsatz werden.

Anzeige

Passend zum Thema KI-Governance: Die EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen vor konkrete Anforderungen zu Kennzeichnung, Risikoklassen und Dokumentation — Versäumnisse können zu Bußgeldern und Projektverzögerungen führen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt gelten, wie Sie Ihre KI-Systeme korrekt klassifizieren und welche Nachweise Prüfungen bestehen. Inklusive Checkliste, konkreten Handlungsschritten für Entwickler und Verantwortliche sowie verständlichen Beispielen. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Technologie für echte operative Hoheit

Der Kern von IBM Sovereign Core ist ein Design, das souveräne Fähigkeiten von der Abhängigkeit spezifischer Rechenzentrumsregionen globaler Hyperscaler entkoppelt. Die auf Red Hats Open-Source-Technologie basierende Plattform bietet Flexibilität für die Bereitstellung: im eigenen Rechenzentrum des Kunden, in einer unterstützten regionalen Cloud oder über einen Managed-Service-Provider.

Ein entscheidender Unterschied ist die kundenbetriebene Steuerungsebene. Sie stellt sicher, dass Organisationen oder ihre benannten lokalen Partner die direkte Autorität über alle Software-Operationen behalten – ohne Vermittlung durch einen Anbieter außerhalb ihrer Jurisdiktion. IBM kann damit komplett aus dem operativen Kreislauf entfernt werden. Weitere Kernfunktionen sind Identity- und Schlüsselverwaltung innerhalb der Grenzen sowie kontinuierliches Compliance-Monitoring mit Audit-Trails, die innerhalb der souveränen Grenze verbleiben.

Computacenter als Schlüsselpartner für Deutschland

Für den Markteintritt kooperiert IBM mit einem globalen Netzwerk von IT-Dienstleistern, beginnend in Europa. In Deutschland ist der führende IT-Dienstleister Computacenter der strategische Partner. Die Zusammenarbeit soll deutschen Unternehmen helfen, lokale Compliance-Standards zu erfüllen und die Zeit bis zur Wertschöpfung zu verkürzen.

„Die vorgefertigte Architektur von Sovereign Core erlaubt es uns, den Fokus auf die Konfiguration kundenspezifischer Use-Cases zu legen, anstatt Kontrollen von Grund auf neu aufzubauen und zu validieren“, erklärt Christian Schreiner, Unit Director Cloud bei Computacenter. Über Deutschland hinaus arbeitet IBM mit Cegeka für den Rollout in Belgien und den Niederlanden zusammen.

Strategische Herausforderung für US-Hyperscaler

Die Einführung stellt eine strategische Herausforderung für die etablierten souveränen Cloud-Modelle von US-Giganten wie Microsoft, AWS und Google dar. Deren Angebote basieren typischerweise auf dedizierten, physisch isolierten Rechenzentrumsregionen. IBMs softwarezentrierter Ansatz verspricht dagegen mehr Flexibilität und einen höheren Grad an Kundenkontrolle – ein potenzieller Wettbewerbsvorteil in Europa, wo die regulatorische Prüfung von Nicht-EU-Technologieanbietern hoch bleibt.

Die Fähigkeit, nicht nur Daten, sondern auch KI-Modelle und Software-Operationen nachweislich zu kontrollieren, wird zur primären Überlegung für Digitalisierungsprojekte. IBMs Plattform baut KI-Governance direkt in ihr Gefüge ein und überwacht KI-Inferenzen und Datenflüsse. Dieser Fokus auf regulierte KI könnte ein Schlüsselfaktor für Unternehmen sein, die fortschrittliche KI nutzen wollen, ohne regulatorische Grenzen zu überschreiten.

Stufenweise Einführung ab Februar 2026

Der Rollout von IBM Sovereign Core erfolgt in Phasen. Eine technische Vorschau der Software soll im Februar 2026 verfügbar werden. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Mitte des Jahres geplant. Zunächst konzentriert sich der Launch auf Europa, doch die Plattform ist für den globalen Einsatz konzipiert, da regulatorischer Druck weltweit zunimmt. IBMs Strategie der Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern legt ein skalierbares Modell nahe, das an unterschiedliche nationale Regularien angepasst werden kann.

Anzeige

PS: Die Kombination aus technischer Vorschau und verschärften EU-Regeln macht jetzt Vorbereitung wichtig — speziell für Compliance-, IT- und KI-Verantwortliche. Das Gratis‑E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen kompakt zusammen und liefert konkrete Umsetzungschecklisten für Entwickler, Anbieter und Anwender. So vermeiden Sie Bußgelder, beschleunigen Freigaben und dokumentieren Prüfprozesse korrekt. Gratis-KI-Verordnungsleitfaden sichern