Ideogram 4.5: KI-Bildgenerator führt Multi-Turn-Editing gegen Image Drift ein

Das neue Modell ermöglicht gezielte Bildänderungen und erreicht in unabhängigen Ranglisten Platz 34 bei Text-zu-Bild und Platz 23 bei Bildbearbeitung.

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Der KI-Bildgenerator Ideogram hat Version 4.5 seines Modells veröffentlicht. Im Mittelpunkt des Updates steht Multi-Turn-Editing, also die wiederholte Bearbeitung eines Bildes über mehrere Schritte hinweg, ohne dass sich Inhalte zwischen den Durchgängen unkontrolliert verändern – ein Phänomen, das als Image Drift bekannt ist. Das neue Modell ist in der Ideogram-App, über die API sowie bei Partnerdiensten wie Picsart, fal, Krea, Runway, Pika, Gamma, Luma und ComfyUI verfügbar.

Zwei API-Endpunkte für unterschiedliche Bearbeitungstiefen

Ideogram bietet für Entwickler zwei API-Endpunkte an: „Precise Edit“ verändert ausschließlich den gewünschten Bildteil und gibt das Ergebnis in den ursprünglichen Eingangsdimensionen aus. „Generate + Edit“ kombiniert dagegen Neugenerierung und Bearbeitung.

Nutzer können zudem zwischen vier Render- und Qualitätsstufen wählen – Turbo, Balanced, Quality und High –, wobei sich der Preis nach der gewählten Stufe richtet, nicht nach der Auflösung des Ergebnisses.

Pro generiertem Bild verlangt Ideogram zwischen 0,008 US-Dollar für die niedrigste und 0,22 US-Dollar für die höchste Qualitätsstufe; die reine Generierung kostet zwischen 0,03 und 0,10 US-Dollar.

Technisch unterstützt das Modell native 2K-Ausgaben mit einer langen Kante von 2.048 Pixeln. In einer Demonstration bearbeitete Ideogram ein Bild mit 4.016 mal 6.016 Pixeln – umgerechnet 24,2 Megapixel – ohne das Material vorab herunterzurechnen.

Anwendungsfälle in Produktfotografie und Raumgestaltung

Laut Angaben des Unternehmens kann Version 4.5 unter anderem Produktfarben, Lichtstimmungen und Text auf Verpackungen verändern sowie einzelne Objekte austauschen. Auch die Übersetzung von Beschriftungen unter Beibehaltung des ursprünglichen Designs sowie das virtuelle Umstellen von Möbeln und Dekor in Raumfotos sollen möglich sein. Für Anfragen lassen sich Masken und mehrere Referenzbilder gleichzeitig einsetzen.

In einem Test gelangen sechs aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte an einem Make-up-Motiv fehlerfrei. Schwächen zeigten sich dagegen bei Schildtext: Bei einem Versuch blieb alte Schrift als Reflexion im Asphalt sichtbar, zudem bereitete kleinformatiger Text weiterhin Probleme.

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Positionierung im Wettbewerbsvergleich

Ideogram stellte das neue Modell in einem eigenen Vergleich Konkurrenzprodukten wie GPT Image 2.5 Sunburst, Nano Banana Pro und Nano Banana 2 gegenüber – allerdings handelt es sich dabei um eine unternehmenseigene Darstellung ohne unabhängige Prüfung.

Unabhängige Zahlen liefert die Plattform Artificial Analysis: In der Kategorie Text-zu-Bild erreicht Ideogram Rang 34 von 167 bei 1.014 Elo-Punkten aus 2.247 Stimmen, zum Preis von 100 US-Dollar pro 1.000 Bilder.

An der Spitze liegt GPT Image 2.5 Sunburst (max) mit 1.197 Punkten, gefolgt von Grok Imagine Image 2.0 mit 1.155 und Microsoft MAI-Image-2.6 mit 1.150 Punkten. Die Vorgängerversion Ideogram 4.0 kam im Juni auf 1.011 Punkte; die Konfidenzintervalle liegen bei plus/minus 11 Punkten.

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Bei der Bildbearbeitung belegt Ideogram laut Artificial Analysis Rang 23 mit 1.064 Elo-Punkten aus 2.382 Stimmen, zum Preis von 220 US-Dollar pro 1.000 Bilder. Auch hier führen Konkurrenzmodelle: GPT Image 2.5 Sunburst mit 1.182 Punkten, GPT Image 2.5 Flare mit 1.162 und MAI-Image-2.6 mit 1.137 Punkten.

Ideogram kündigte zudem offene Modellgewichte an, die jedoch zum Marktstart noch nicht verfügbar sind; ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Finanzierungshintergrund und Partnerintegration

Ideogram hatte 2023 eine Seed-Finanzierung über 16,5 Millionen US-Dollar von Andreessen Horowitz und Index Ventures erhalten. Im Februar 2024 folgte eine Series-A-Runde über 80 Millionen US-Dollar, angeführt von Andreessen Horowitz unter Beteiligung von Index Ventures, Redpoint, Pear VC und SV Angel.

Der Partner Luma Labs integriert Ideogram 4.5 bereits in seine eigene Plattform. Ziel sei es, Kreativteams eine präzisere Kontrolle beim Multi-Turn-Editing zu ermöglichen – ohne Artefakte, Pixelverschiebungen oder unerwünschte Farbveränderungen zwischen den Bearbeitungsschritten.