Auf der Technologiemesse IFA in Berlin rückt die nächste Generation der Servicerobotik in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen Systeme, die über die reine Bodenpflege hinausgehen und durch integrierte künstliche Intelligenz (KI) komplexe Assistenzaufgaben übernehmen.
Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Sicherheit im häuslichen Umfeld: Tuya Smart stellte mit dem Heimroboter Doova eine Lösung vor, die speziell für alleinlebende Senioren konzipiert wurde und eine Notfallerkennung mit einer garantierten Reaktionszeit von 60 Sekunden bietet.
Vernetzte Assistenz und Sicherheit für Senioren
Der von Tuya Smart präsentierte Doova-Roboter nutzt für die Orientierung und Überwachung ein LDS-LiDAR-System sowie ein Mikrofon-Array mit vier Einheiten. Das Gerät verfügt über ein 10,1-Zoll-Display und ist darauf ausgelegt, im Bedarfsfall unmittelbar Hilfe zu alarmieren. Laut Angaben des Unternehmens stützt sich die Entwicklung auf ein breites Ökosystem, das zum Stand Ende Juni 2026 rund 2,09 Millionen registrierte KI-Entwickler umfasste.
Parallel dazu treibt LG Electronics die Vision eines weitgehend arbeitsfreien Haushalts voran. Seungtae Baek, Leiter der entsprechenden Sparte bei LG, bezeichnete Roboter als Kernstück des Konzepts. Das Unternehmen plant die Produktion humanoiden-ähnlicher Roboter an Standorten in Tennessee und Changwon.
Ein technologischer Schwerpunkt liegt dabei auf Aktuatoren, die laut LG rund 60 Prozent der Materialkosten eines humanoiden Roboters ausmachen und künftig auch als eigenständiges B2B-Geschäft ausgebaut werden sollen.
Fortschritte in der mechanischen Manipulation
Ein weiterer Trend der diesjährigen Messe ist die Ausstattung von Robotern mit Greifarmen und komplexen Gelenkstrukturen. Die Dreame-Tochter MOVA präsentierte in Berlin insgesamt 22 Produkte, darunter die Roboterhand Knot-80. Diese verfügt über elf Gelenke und erreicht eine Greifkraft von 25 bis 50 Newton.
Zudem stellte MOVA den Mähroboter AstraX vor, der ebenfalls mit einem mechanischen Arm ausgestattet ist. Für November 2026 kündigte das Unternehmen zudem den LiDAX Ultra Gen 2 an, der 3D-LiDAR mit einer 1080p-HDR-Kamera kombiniert.
Auch iRobot präsentierte mit dem Konzept Roomba Duo einen neuen Ansatz für die kombinierte Bodenpflege. Das System besteht aus einem großen Wischroboter und einem kleineren Modell, dem Roomba Plus 757, der huckepack transportiert und bei Bedarf per mechanischem Arm abgesetzt wird, um schwer zugängliche Stellen zu erreichen. Laut CEO Hao Li erzeugt das System einen Anpressdruck von 46 Newton für die Reinigung.
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Leistungssteigerung bei spezialisierten Reinigungssystemen
Im Bereich der klassischen Boden- und Oberflächenreinigung setzen Hersteller wie Roborock und Ecovacs auf deutlich erhöhte Saugleistungen und spezialisierte Sensoren. Roborock stellte den Qrevo Edge 3 Pro und den Saros 20 Flow vor, die beide eine Saugkraft von 36.000 Pa erreichen. Zudem präsentierte das Unternehmen den Poolreiniger RockAqua P1, dessen Markteinführung in Australien und Neuseeland für Januar 2027 geplant ist.
Ecovacs zeigte den Deebot X12S OmniCycle mit 27.000 Pa Saugkraft, der über einen ausfahrbaren Seitenarm für die Kantenreinigung verfügt. Dyson wiederum präsentierte im Rahmen der Messe die Nurovi-Serie, wobei das Spitzenmodell R3 mit 30.000 Pa und einer UV-Reinigungseinheit ausgestattet ist.
Für die Fensterreinigung stellte Dreame die Pano10-Serie vor. Diese Geräte verfügen über einen 10 mm einziehbaren Arm und nutzen 45 °C warmes Wasser für die Reinigung der Glasflächen. Das System ist mit einem Notstrom-Akku für 30 Minuten Betrieb und einer Basisstation zur automatischen Pad-Reinigung ausgestattet.
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Expansion in professionelle Segmente
Neben dem Heimanwenderbereich expandieren Anbieter verstärkt in den professionellen und industriellen Sektor. Pudu Robotics feierte sein europäisches Debüt mit dem PUDU D7 und verwies auf eine installierte Basis von über 130.000 Robotern weltweit. Für schwere Lasten bietet das Unternehmen den T600 an, der eine Nutzlast von 600 kg bewegen kann.
Midea präsentierte unterdessen das SMART MASTER AI-Ökosystem. Ein zentraler Bestandteil ist ein KI-Agent, der 140 Sprachen unterstützt und eine Reaktionszeit von 0,4 Sekunden aufweist. Das System soll als zentrale Steuereinheit für verschiedene Haushaltsaufgaben fungieren und ist Teil der strategischen Neuausrichtung des Konzerns in Richtung KI-gestützter Automatisierung.

