Eine neue Studie zeigt ein tiefes Misstrauen deutscher Immobilienkäufer gegenüber Maklern. Nur jeder Dritte vertraut ihnen sensible Daten an. Grund sind Cyber-Bedrohungen und veraltete Systeme, die das Vertrauen in einen der wichtigsten Finanzvorgänge des Lebens untergraben.
Vertrauenskrise bei Maklern und Daten
Die Angst ist konkret: 77 Prozent der Käufer fürchten den Missbrauch ihrer persönlichen Daten, 73 Prozent Identitätsdiebstahl. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Identitätsprüfungsunternehmens Credas Technologies hervor. Demnach vertrauen lediglich 35 Prozent der Befragten Immobilienmaklern mit ihren Informationen. Bei Rechtsanwaltskanzleien sind es dagegen 75 Prozent.
Der Grund für dieses Gefälle liegt laut Studie nicht in mangelnder Ehrlichkeit der Makler, sondern in veralteter Technik. Viele Büros arbeiten mit Systemen, die moderne Ansprüche an Transparenz und Sicherheit nicht erfüllen. Für 81 Prozent der Verbraucher ist eine behördliche Regulierung eines Unternehmens ein entscheidendes Vertrauenskriterium. Wer gegen Compliance-Vorschriften verstößt, riskiert den Kundenverlust: 69 Prozent der Umfrageteilnehmer würden die Zusammenarbeit sofort beenden.
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Immobilienbetrug: Eine lukrative Masche für Kriminelle
Die Ängste der Käufer sind berechtigt. Der Immobiliensektor ist ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle geworden. Besonders verbreitet sind sogenannte Business Email Compromise (BEC)-Betrugsmaschen. Dabei geben sich Kriminelle als Makler, Notar oder Bankmitarbeiter aus und leiten Käufer an, hohe Summen auf betrügerische Konten zu überweisen.
Die Schäden sind enorm. Nach aktuellen Erkenntnissen des FBI liegen die medianen Verluste pro Opfer oft bei über 70.000 Euro. Eine Analyse aus dem vierten Quartal 2023 ergab, dass mehr als die Hälfte aller Transaktionen Risikoindikatoren für Betrug aufwies. Die Täter nutzen den Zeitdruck und die Komplexität des Kaufabschlusses geschickt aus – genau dann, wenn große Geldbeträge fließen.
Warum der Immobilienmarkt so verwundbar ist
Mehrere Faktoren machen Immobilientransaktionen anfällig für Cyberangriffe. Der Prozess involviert von Natur aus viele Parteien: Käufer, Verkäufer, Makler, Banken, Notare und Grundbuchämter. Jede dieser Schnittstellen ist ein potenzielles Einfallstor für Kriminelle.
Hinzu kommt der Druck, enge Notartermine einzuhalten. Dies führt oft zu Nachlässigkeiten, bei denen Warnsignale in betrügerischen E-Mails übersehen werden. Die zunehmende Nutzung von Cloud-Tools und Remote-Arbeit vergrößert die Angriffsfläche zusätzlich. Kriminelle nutzen zudem öffentlich zugängliche Exposés und Grundbucheinträge, um täuschend echte, personalisierte Phishing-Nachrichten zu erstellen.
Branche hinkt Risikobewusstsein hinterher
Die wachsende Angst der Käufer spiegelt eine gefährliche Lücke zwischen öffentlicher Wahrnehmung und der rasanten Entwicklung von Cyberbedrohungen wider. Eine Studie von CertifID aus dem Jahr 2025 zeigte, dass zu Beginn einer Transaktion 52 Prozent der Verbraucher die Risiken von Überweisungsbetrug „nicht“ oder „kaum“ kannten.
Diese Unwissenheit macht sie anfällig für Betrug. Während große Datenskandale bei Hypothekenbanken das Thema Cybersicherheit in den Fokus gerückt haben, sind es oft low-tech BEC-Maschen, die menschliche Fehler ausnutzen. Die Herausforderung für die Branche ist zweifach: Sie muss Verbraucher aufklären und gleichzeitig in moderne, sichere Infrastruktur investieren, um die Flut sensibler Daten zu schützen.
Ausblick: Mehr Sicherheit durch Regulierung und Technik
Als Reaktion auf die eskalierenden Bedrohungen wird die Zukunft von Immobilientransaktionen von stärkerer Cybersicherheit geprägt sein. Branchenexperten erwarten einen starken Druck auf Makler, regulierte und transparente digitale Verifikationstools einzusetzen. Diese sollen Verbrauchern mehr Kontrolle und Einblick in den Umgang mit ihren Daten geben.
Der Sektor muss sich auf verstärkte Kontrollen und mögliche neue Schutzvorschriften einstellen. Da Kriminelle zunehmend KI für raffiniertere Phishing-Angriffe nutzen, muss die Branche von reaktiven zu proaktiven Sicherheitsmaßnahmen übergehen. Für Käufer könnte es bald selbstverständlich werden, nicht nur nach Grundsteuer, sondern auch nach der Datenschutzrichtlinie des Maklerbüros zu fragen. Die Sicherheit der Transaktion wird zum entscheidenden Faktor für ihren Erfolg.
PS: BEC- und Phishing-Angriffe führen regelmäßig zu hohen Schadenssummen – oft jenseits der fünfstelligen Euro-Beträge. Dieser praxisorientierte Leitfaden erklärt in klaren Schritten, welche Prüfprozesse, Anti-Phishing-Maßnahmen und internen Abläufe Makler und Käufer sofort umsetzen sollten, um Überweisungsbetrug zu verhindern. Mit konkreten Checklisten für sichere Zahlungsabwicklung. Gratis Cyber-Security-Guide & Checklisten anfordern





