Immunologie: 13 Millionen Euro für Forschung zu Abwehrzellen

Neue Stellen, Millionenförderungen und Forschungsergebnisse stärken die Immunologie. Klinische Projekte und internationale Preise unterstreichen ihre Bedeutung.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit immunologischen Prozessen und die Ausbildung spezialisierter Fachkräfte gewinnen in der Forschungslandschaft zunehmend an Bedeutung.

Durch gezielte Stellenausschreibungen, großformatige Förderprojekte und internationale Auszeichnungen forcieren Institutionen wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und diverse Universitätskliniken die Weiterentwicklung der Systemimmunologie und der klinischen Anwendung.

Strategische Personalentwicklung in der Systemimmunologie

Ein zentraler Baustein dieser Entwicklung ist die Besetzung spezialisierter Leitungspositionen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) besetzt derzeit am Dienstort Insel Riems eine Stelle als Wissenschaftliche Rätin oder Wissenschaftlicher Rat für die Laborleitung der Arbeitsgruppe Systemimmunologie.

Unter der Kennziffer 082/26 sieht die Ausschreibung den Aufbau einer unabhängigen Forschungsgruppe vor, die sich der computergestützten Analyse von Immunreaktionen bei Nutz- und Wildtieren widmet. Die Position im Beamtenverhältnis auf Probe ist nach der Besoldungsgruppe A 13h BBesO dotiert.

Auch in der Industrie werden Experten für immunologische Fragestellungen gesucht. Die Roche Diagnostics GmbH schrieb im September eine befristete Projektleitung für den Bereich T-Zell-Immunologie in Penzberg aus. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der In-Silico-Biomarker-Technologie und der Analyse mittels Single-Cell RNA-Sequenzierung.

Innovative Therapieansätze und klinische Forschungsprojekte

In der klinischen Forschung stehen insbesondere chronisch-entzündliche Erkrankungen und die Optimierung von Therapien im Fokus. An der Universität Würzburg untersucht das Projekt HS-ORIGINS unter der Leitung von Prof. Dr. Astrid Schmieder die Erkrankung Hidradenitis suppurativa (HS).

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Da laut Studien nur etwa jede zweite behandelte Person ausreichend auf Biologika anspricht, wird im Rahmen des Projekts eine KI-basierte Rückfallkarte für die App „Wunderkint“ entwickelt. Das Vorhaben wird durch das ORIGINS-Programm von Sanofi gefördert.

Weitere signifikante Fortschritte meldeten Forschergruppen der Universität Münster. Im Mai 2026 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) rund 13 Millionen Euro für die zweite Förderperiode des Sonderforschungsbereichs/Transregio 332, der sich der Erforschung neutrophiler Granulozyten widmet.

Im Juli 2026 publizierte das Team um Prof. Dr. Oliver Söhnlein Ergebnisse, wonach der Reifegrad dieser Zellen das kurzfristige Sterberisiko nach einem Herzinfarkt über das Blutbild bestimmbar mache. Zudem wies ein Team um Prof. Dr. Luise Erpenbeck im selben Zeitraum nach, dass Abwehrzellen über Katecholamine wie Dopamin und Adrenalin kommunizieren.

Ein Erfolg in der Infektionsforschung wurde zudem von Medizinern aus Greifswald und Innsbruck gemeldet. Im Rahmen der mit rund 5,9 Millionen Euro geförderten DFG-Forschungsgruppe FOR 5898 identifizierten Priv.-Doz. Dr. Linda Schönborn und Prof. Thomas Thiele das Adenovirus Typ 3 als Auslöser schwerer Blutgerinnsel bei einem jungen Patienten.

Vernetzung und Wissenstransfer in die Öffentlichkeit

Neben der Fachforschung spielt die öffentliche Vermittlung immunologischen Wissens eine wesentliche Rolle. Im September 2026 boten Formate wie das 6. Inflammation & Imaging Symposium in Münster oder der „Würzburger Tag der Zukunftsmedizin“ auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft Einblicke in die aktuelle Forschung. Für die CAR-T-Zellforschung am Universitätsklinikum Würzburg stellte die Vogel Stiftung dabei Mittel in Höhe von drei Millionen Euro bereit.

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Die immunologische Forschung liefert immer feinere Prognose-Signale, doch der Weg vom Labor in die Klinik bleibt lang. Wer heute verstehen will, welche immunologischen Marker im Blutbild bereits belastbar sind, findet hier eine kompakte Einordnung mit Checkliste für den klinischen Alltag. Checkliste immunologischer Biomarker jetzt sichern

Internationale Anerkennung für langjährige Forschungsarbeit erhielt Klaus Rajewsky vom Max Delbrück Center. Ihm wurde der mit insgesamt 100.000 US-Dollar dotierte Max-Cooper-Preis für Immunologie 2026 zugesprochen, den er sich mit Thomas Boehm und Tadatsugu Taniguchi teilt.

Zukünftige Schwerpunkte der immunologischen Fachdiskussion bilden Veranstaltungen wie das ESID-EHA-SIOPE Symposium im November in Wien, das sich modernen Immuntherapien bei Krebserkrankungen im Kindesalter widmet. Laut klinischen Daten sind heute bereits 85 bis 90 Prozent der betroffenen Kinder heilbar, wobei immunologische Begleiterkrankungen bei etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten eine Rolle spielen.