indiAccounting: Buchhaltung für 249 Euro statt 3.000 Euro Abo

Creatio und Oracle präsentieren neue KI-gestützte Komplettlösungen, während günstige Alternativen den Markt für Geschäftssoftware aufmischen.

Führende Anbieter setzen auf integrierte Plattformen mit Künstlicher Intelligenz, die traditionelle Einzellösungen ablösen sollen. Gleichzeitig drängen neue Anbieter mit günstigen Alternativen in den Markt – eine Entwicklung, die besonders für den deutschen Mittelstand interessant ist.

KI-Plattformen als neue Kommandozentrale

Am 15. Juli 2026 brachte Creatio die Version 10x seiner Unternehmensplattform auf den Markt. Das System vereint CRM, KI-Agenten und automatisierte Workflows in einer einzigen Umgebung. Herzstück ist der AI Twin, mit dem sich persönliche Assistenten per natürlicher Sprache erstellen lassen. Ergänzt wird das Angebot durch das AI Studio, das Unternehmen eine zentrale Kontrolle über ihre KI-Anwendungen ermöglicht.

„Wir helfen Organisationen, den teuren Flickenteppich aus Einzellösungen durch eine einheitliche Architektur zu ersetzen“, erklärte ein Creatio-Sprecher. Ein AI Command Center überwacht dabei die Kosten der KI-Nutzung – ein entscheidender Faktor für Unternehmen, die ihre Ausgaben im Blick behalten müssen.

Nur einen Tag zuvor hatte Oracle nachgelegt: Der Konzern präsentierte einen KI-nativen Baukasten für seine Fusion Agentic Applications. Die Plattform erlaubt die Entwicklung von KI-Anwendungen ohne Programmierkenntnisse, aber auch per Low-Code oder professionellem Coding. Mehr als 80.000 zertifizierte Experten sollen bereits auf dem System geschult sein.

No-Code für regulierte Branchen

Besonders für stark regulierte Sektoren wie Banken, Gesundheitswesen und öffentliche Verwaltung gibt es nun spezialisierte Alternativen. HERE Enterprise launchte am 15. Juli den HERE Studio – einen No-Code-Baukasten, der mit genehmigten KI-Modellen wie Claude, ChatGPT und Gemini zusammenarbeitet. Die Anwendungen bleiben dabei in der sicheren Umgebung des HERE Enterprise Browsers.

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Für Dienstleistungsbetriebe bieten Plattformen wie Orderry Komplettlösungen aus Terminplanung, Lagerverwaltung und KI-Tools. Die Systeme lassen sich mit etablierter Buchhaltungssoftware wie QuickBooks oder Xero verbinden.

Der Kampf um die Preise

Während die Abokosten für Geschäftssoftware vielerorts steigen – teilweise um bis zu 25 Prozent –, drängen neue Anbieter mit radikal anderen Modellen in den Markt. Die Indomitus Group veröffentlichte im Juli 2026 indiAccounting für Windows 10 und 11. Statt jährlicher Abogebühren zwischen 2.000 und 3.000 Euro verlangt der Anbieter einmalig 249 Euro. Die Daten bleiben lokal gespeichert, und die Lizenz gilt für beliebig viele Unternehmen.

Die etablierten Anbieter reagieren mit aggressiven Rabattaktionen: QuickBooks Online lockt mit 50 Prozent Nachlass für die ersten drei Monate, während Xero und FreshBooks sogar 90 Prozent Rabatt für bis zu sechs Monate gewähren.

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KI hält Einzug in Buchhaltung und Lager

Die Integration von Künstlicher Intelligenz ist längst zum Standard geworden. Branchenzahlen vom Jahresanfang zeigen: 98 Prozent der Buchhalter nutzen bereits KI-Tools. Anbieter wie Intuit, Xero und Sage haben intelligente Schichten in ihre Kernprodukte eingebaut, die Aufgaben wie Buchführung und Steuervorbereitung automatisieren.

Auch im Lagermanagement setzt sich KI durch. Katana kündigte kürzlich eine Plattformerweiterung an, die KI-gestützte Nachbestellungen und 12-Monats-Prognosen ermöglicht. Ziel ist es, die Kosten von Lieferengpässen zu senken, die Unternehmen durchschnittlich 21.000 Euro pro Jahr belasten.

Effizienzsprünge in der Entwicklung

Die neuen KI-Werkzeuge zeigen messbare Ergebnisse. Laut Deltek haben KI-gestützte Codierungstools die Anpassungszeiten für Software um 50 bis 60 Prozent verkürzt. Die Zeit für Kundenschulungen und Dokumentation sank sogar um 80 Prozent.

Der Trend zur Konsolidierung erfasst auch die Dienstleisterbranche. CRM Masters Infotech kündigte am 16. Juli 2026 an, sein Angebot über traditionelle CRM-Dienste hinaus auf E-Commerce und Mobile-App-Entwicklung auszuweiten – ein klares Zeichen dafür, dass Unternehmen zunehmend Komplettlösungen aus einer Hand suchen.