Indien führt strenge Regeln für KI-Inhalte ein

Indien führt strenge Kennzeichnungs- und Löschpflichten für KI-generierte Inhalte ein. Plattformen müssen Inhalte nun innerhalb von drei Stunden entfernen und proaktiv verhindern.

Indien setzt mit scharfen Vorgaben für KI-generierte Inhalte ein globales Signal. Während in Neu-Delhi der erste India AI Impact Summit beginnt, treten verschärfte IT-Regeln in Kraft. Sie zielen auf Deepfakes und Desinformation.

Die neuen Vorschriften des Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) verpflichten Plattformen ab 20. Februar, KI-generierte Inhalte klar zu kennzeichnen. Für große Dienste mit über fünf Millionen Nutzern gilt: Sie müssen vor der Veröffentlichung eine Nutzererklärung einholen und die Inhalte technisch prüfen. Wo möglich, muss eine dauerhafte Metadaten-Spur eingebettet werden.

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Radikal verkürzte Löschfristen

Eine der weitreichendsten Änderungen betrifft die Reaktionszeiten. Auf Anordnung von Gerichten oder Behörden müssen Plattformen beanstandete Inhalte nun innerhalb von nur drei Stunden entfernen. Bisher galten 36 Stunden. Diese drastische Kürzung spiegelt die Sorge der Regierung vor schnellen Schäden durch KI-Inhalte, etwa bei Wahlen oder öffentlicher Ordnung.

Zudem müssen die Unternehmen proaktiv verhindern, dass verbotenes Material entsteht. Der Einsatz automatisierter Tools wird vorgeschrieben, um etwa Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger oder betrügerische Identitätsnachahmungen zu blockieren.

Gipfel sucht globale KI-Lösungen

Parallel zu den nationalen Regeln positioniert sich Indien international als KI-Vermittler. Der India AI Impact Summit (16.-20. Februar) versammelt Staatschefs, Minister aus 40 Nationen und Tech-Konzerne. Im Fokus stehen der gesellschaftliche Nutzen von KI, ihre Arbeitsmarktwirkung und verantwortungsvolle Governance.

Der Gipfel dient Indien als Bühne, seine eigene IndiaAI Mission und eine „menschzentrierte“ KI-Entwicklung zu präsentieren. Die strengen Heimatregeln zeigen jedoch: Der Dialog geht zu Hause mit harter Regulierung einher.

Plattformen werden zu aktiven Kontrolleuren

Indiens Ansatz baut auf bestehenden IT-Gesetzen auf, statt ein neues KI-Gesetz zu schaffen. Diese „techno-juristische“ Strategie soll anpassungsfähig bleiben. Für die Plattformen bedeutet sie einen Rollenwandel: Vom passiven Host zum aktiven Kontrolleur, der Inhalte bereits bei der Entstehung filtert.

Branchenbeobachter sehen in den Regeln einen Meilenstein. Es ist einer der ersten Fälle in Indien, wo KI-generierte Inhalte verbindlich geregelt werden. Die Wirksamkeit wird von der technischen Umsetzbarkeit und konsequenten Durchsetzung abhängen.

Bis Freitag müssen soziale Medien und KI-Entwickler ihre Systeme anpassen. Die Welt beobachtet, wie Indien seinen Spagat meistert: globale Innovation zu fördern und gleichzeitig heimische Sicherheitsvorkehrungen durchzusetzen.