Indien: Modi startet massive Gen-Z-Offensive in sozialen Netzwerken

Indiens Regierungspartei baut ihre Social-Media-Präsenz massiv aus, um junge Wähler zu erreichen. Neue Führungskräfte und ein informellerer Stil sollen die Generation Z ansprechen.

In einem Treffen mit neu ernannten Funktionären der Bharatiya Janata Party (BJP) am 23. August 2026 betonte Indiens Premierminister Narendra Modi die strategische Notwendigkeit einer verstärkten Aktivität in sozialen Netzwerken.

Das Ziel dieser digitalen Offensive ist die gezielte Ansprache der Jugend des Landes. Modi forderte die nationalen Funktionäre dazu auf, dauerhaft auf entsprechenden Plattformen präsent zu bleiben, um eine engere Bindung zur sogenannten Generation Z aufzubauen.

Neuausrichtung des Personals und digitale Reichweite

Bereits am 17. August 2026 leitete die BJP signifikante personelle Veränderungen in ihrem digitalen Apparat ein. Der 58-jährige Deepak Mhaskey wurde zum neuen nationalen Social-Media-Konvenor ernannt und löste damit Amit Malviya ab, der diese Position elf Jahre lang innehatte. Zeitgleich kehrte Arun Yadav, der im Jahr 2022 entlassen worden war, als Co-Konvenor zurück, während Priti Gandhi ebenfalls zur Co-Konvenorin ernannt wurde.

Die Ernennungen gingen mit einer Bereinigung der digitalen Profile einher. Mhaskey löschte nach seinem Amtsantritt 1.342 Beiträge auf seinem X-Account; zuvor hatte eine ihm unterstehende Einheit in Chhattisgarh ein umstrittenes Video veröffentlicht. Auch Priti Gandhi löschte ihren X-Account, nachdem ältere Beiträge, in denen Godse gelobt wurde, für Aufmerksamkeit gesorgt hatten.

Die BJP verfügt über eine beachtliche digitale Infrastruktur. Auf der Plattform X verzeichnet die Partei 2,304 Crore Follower, auf Facebook 1,887 Crore Likes. Instagram und YouTube kommen auf 97 Lakh beziehungsweise 64 Lakh Abonnenten.

Insgesamt erreicht die Partei damit rund 5,8 Crore Menschen, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Stand von 2014 darstellt, als die Partei auf dem damaligen Twitter lediglich etwa 4,9 Lakh Follower zählte. Unterstützt wird diese Reichweite durch rund 12 Lakh Freiwillige und eine Datenbank, die 25 Crore Einträge umfasst.

Erfolgskontrolle und Stilwechsel in der Kommunikation

Die Bedeutung der sozialen Medien für die indische Regierung spiegelt sich auch in formalen Bewertungsprozessen wider. In einer Kabinettssitzung im August 2026 wurden den Ministern soziale „Zeugnisse“ ausgestellt. Diese basierten auf einem Ranking, das Beiträge, Engagement und Follower-Wachstum im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 15. August berücksichtigte.

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Premierminister Modi selbst vollzog in den letzten Monaten eine stilistische Wandlung in seinem digitalen Auftreten. Nach Jugendprotesten im Juli 2026 stellte der 75-jährige Regierungschef auf einen informelleren Stil auf Instagram um. Sein erstes Video im „Casual-Stil“ erreichte mehr als 400 Millionen Aufrufe, wenngleich es auch Ziel von Spott und Parodien wurde.

Im Zuge einer Campus-Initiative veröffentlichte Modi zudem Videos im Stil von „Get Ready With Me“ (GRWM), die über 100 Millionen Aufrufe verzeichneten. Zur weiteren Betreuung der jungen Zielgruppe wurde ein spezielles „Gen-Z-Outreach-Team“ gebildet, dem unter anderem Smriti Irani, die zur nationalen Generalsekretärin ernannt wurde, und Vinod Tawde angehören.

Demografische Relevanz und politischer Wettbewerb

Die Fokussierung auf die Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) ist demografisch begründet. In Indien leben etwa 500 Millionen Menschen im Alter zwischen 10 und 29 Jahren. Bei den Wahlen im Jahr 2024 stellten die 18- bis 29-Jährigen mit 22,3 Crore Wählern rund 23 Prozent der Wählerschaft.

Schätzungen zufolge wird die Generation Z bis 2029 auf etwa 380 Millionen Erwachsene anwachsen, wenngleich ihr relativer Anteil an der Gesamtwählerschaft auf 27,8 Prozent prognostiziert wird.

Während die BJP ihre Strukturen festigt, bleibt auch die Opposition aktiv. Rahul Gandhi hielt am 21. August ein sechsstündiges Sit-in ab und organisierte am 22. August in Pune eine Veranstaltung unter dem Titel „Chhatron Ki Goonj“, zu der bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet wurden.

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Trotz der intensiven Bemühungen auf sozialen Plattformen weisen Experten darauf hin, dass Wahlerfolge für die BJP auch dann möglich seien, wenn Teile der Generation Z der Partei im digitalen Raum kritisch gegenüberstünden.

Im Finanzbereich zeigten Berichte zum PM CARES Fund für das Geschäftsjahr 2024-25, dass von einem Korpus in Höhe von 8.452 Crore Rupien lediglich 87,8 Lakh Rupien ausgegeben wurden, was einem Anteil von 0,01 Prozent entspricht.