Indien und Usbekistan: KI-Partnerschaft mit 5-Milliarden-Handelsziel

Modi und Mirziyoyev vereinbaren engere Technologiekooperation, neue Handelswege und Uranlieferungen sowie Indiens Zuschuss für den Aralsee.

Am Rande eines zweitägigen Staatsbesuchs in Taschkent Ende August 2026 haben der indische Premierminister Narendra Modi und der usbekische Präsident Schawkat Mirziyoyev die bilateralen Beziehungen auf die Ebene einer umfassenden strategischen Partnerschaft gehoben.

Im Zentrum der Gespräche standen der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Technologie, künstliche Intelligenz (KI), Weltraumforschung und Transportlogistik. Insgesamt wurden elf Abkommen unterzeichnet, um die wirtschaftliche und technologische Verflechtung beider Staaten zu vertiefen.

Fokus auf digitale Transformation und künstliche Intelligenz

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Vereinbarungen ist die Stärkung der Kooperation bei der Entwicklung sicherer und vertrauenswürdiger KI-Systeme.

Beide Seiten würdigten in diesem Zusammenhang den ersten IT-Park in Taschkent, der bereits im Jahr 2019 nach indischem Vorbild gegründet wurde und als Fundament für die weitere digitale Transformation dient. Die Zusammenarbeit soll künftig auch die Bereiche Cybersicherheit und den Weltraumsektor umfassen.

Um den Austausch im Finanz- und Technologiesektor zu fördern, lud Premierminister Modi eine usbekische Delegation dazu ein, das indische Finanzzentrum GIFT City zu studieren. Ziel ist es, von den dortigen Erfahrungen bei der Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen und Finanzdienstleistern zu profitieren.

Ambitionierte Handelsziele und Ausbau der Logistik

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Indien und Usbekistan sollen in den kommenden Jahren massiv ausgeweitet werden. Das erklärte Ziel ist es, das jährliche bilaterale Handelsvolumen bis zum Jahr 2030 auf 5 Milliarden US-Dollar zu steigern.

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Derzeit liegt der Wert bei über 1 Milliarde US-Dollar. Um dieses Wachstum zu ermöglichen, vereinbarten beide Regierungen die Schaffung multimodaler Transportrouten und Logistikkorridore, die den Warenverkehr zwischen Südasien und Zentralasien erleichtern sollen.

Zusätzlich zur physischen Infrastruktur wurden institutionelle Hürden adressiert. So ist die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geplant, die sich mit nichttarifären Handelshemmnissen befassen wird. Die bereits bestehende Gemeinsame Kommission wurde auf Ministerebene angehoben. Ein geplanter Business Summit soll zudem private Investitionen fördern.

Rohstoffsicherung und ökologische Zusammenarbeit

Ein strategisch bedeutendes Ergebnis der Verhandlungen ist der Abschluss eines langfristigen Rahmens für Uranlieferungen von Usbekistan nach Indien. Damit sichert sich Indien eine wichtige Quelle für seinen wachsenden Energiebedarf und die geplante Energiewende.

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Parallel dazu bekräftigten beide Staaten ihr Engagement in ökologischen Fragen: Indien stellt einen Zuschuss in Höhe von 1 Million US-Dollar für die Aufforstung des Aralsees zur Verfügung.

Auf diplomatischer Ebene sicherte Usbekistan Indien Unterstützung für die Bewerbung um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu. Im Rahmen des Besuchs wurde Premierminister Modi mit dem Staatsorden „Oliy Darajali Do’stlik“ ausgezeichnet, der höchsten staatlichen Anerkennung Usbekistans. Beide Seiten nutzten das Treffen zudem für eine gemeinsame Verurteilung des internationalen Terrorismus.

Die vereinbarten Maßnahmen decken ein breites Spektrum ab, das von der Pharmazie und Gesundheit über die Ernährungssicherheit bis hin zu kulturellen und humanitären Bereichen reicht. Nach Abschluss der Gespräche in Taschkent reist der indische Premierminister weiter zu einem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgisistan.