Indiens Premierminister Narendra Modi hat eine klare Vision vorgelegt: Das Land soll bis 2047 zu einem der drei weltweit führenden KI-Supermächte aufsteigen. Diese Ankündigung markiert den strategischen Kern der Initiative „Viksit Bharat“, mit der Indien zum 100. Jahrestag seiner Unabhängigkeit ein entwickeltes Land werden will. Auf dem ersten globalen KI-Gipfel dieser Größenordnung im Globalen Süden betonte Modi, Indien müsse vom Technologie-Konsumenten zum führenden Entwickler werden – mit Lösungen für eigene Herausforderungen und den Weltmarkt.
Die Vision ruht auf drei Säulen: technologische Souveränität, Inklusivität und Innovation. „Das letztendliche Ziel von Technologie muss das Wohlergehen und Glück aller sein“, so der Premierminister auf dem India AI Impact Summit 2026 in Neu-Delhi. Damit positioniert sich die größte Demokratie der Welt bewusst als Gegenentwurf zu Modellen, bei denen KI-Kompetenz in den Händen weniger Konzerne oder Nationen liegt.
Massive Investition: 20.000 neue KI-Grafikprozessoren
Der ehrgeizigen Rhetorik folgen konkrete Schritte. Die Regierung treibt den Aufbau einer robusten, heimischen KI-Infrastruktur massiv voran. Unionsminister Ashwini Vaishnaw kündigte auf dem Gipfel eine erhebliche Erweiterung der nationalen KI-Rechenkapazität an. In den kommenden Wochen sollen 20.000 zusätzliche Grafikprozessoren (GPUs) zum bestehenden Pool von 38.000 Einheiten unter der IndiaAI Mission hinzukommen.
Diese Mission ist das Flaggschiffprogramm der Regierung. Mit einem Volumen von über 10.300 Crore Rupien (rund 1,24 Milliarden Euro), die über fünf Jahre verteilt werden, soll der Zugang zu Hochleistungsrechnen demokratisiert werden. Startups, Forscher und akademische Einrichtungen im ganzen Land sollen sich die Technologie leisten können. Das Ziel ist klar: Eine breite Innovationsbasis schaffen und verhindern, dass sich KI-Macht in wenigen Händen konzentriert.
„KI für alle“: Brückenschlag zwischen Stadt und Land
Was unterscheidet Indiens Ansatz? Die konsequente Ausrichtung auf inklusives Wachstum. Unter dem Motto „AI for All“ soll die Technologie tief verwurzelte Entwicklungsprobleme lösen und die Kluft zwischen Stadt und Land überbrücken. Modi verwies auf bereits spürbare Erfolge in Schlüsselsektoren.
In der Gesundheitsversorgung helfen KI-Lösungen in Basisgesundheitszentren bei der Früherkennung von Tuberkulose und diabetischer Retinopathie. In der Landwirtschaft liefern KI-gestützte Plattformen Echtzeit-Beratung zu Feldfrüchten und wetterbasierten Erkenntnissen für Bauern. Und im Bildungssektor kommen personalisierte Lernplattformen in indischen Sprachen zum Einsatz, um Schüler in ländlichen Regionen zu unterstützen. Über 170 skalierbare KI-Innovationen hat die Regierung bereits in speziellen Fallstudien-Sammlungen dokumentiert.
Neben Infrastruktur und Anwendung setzt Indien stark auf Governance. Die Regierung betont einen „techno-juristischen“ Ansatz, der technologische Sicherheitsvorkehrungen mit rechtlichen Rahmenbedingungen kombiniert. So sollen Risiken wie algorithmische Verzerrungen oder die Verbreitung von Deepfakes eingedämmt werden. Mit dem eigens gegründeten IndiaAI Safety Institute will das Land eine menschenzentrierte, vertrauenswürdige und ethische KI fördern.
Angesichts rascher KI‑Ausbreitung und neuer Regulierungen sollten Forschungsteams und Unternehmen jetzt ihre Sicherheits- und Compliance‑Standards prüfen. Ein kostenloser Report erklärt aktuelle Cyber‑Security‑Risiken, neue Gesetze (inkl. KI‑Regulierung) und konkrete Schutzmaßnahmen, die Startups, Forschungslabore und Behörden sofort umsetzen können. Gratis Cyber‑Security‑Report herunterladen
Kann die Strategie internationale Investoren überzeugen? Minister Vaishnaw ist optimistisch und rechnet in den nächsten zwei Jahren mit über 200 Milliarden Dollar an Investitionen in KI und Deep-Tech-Bereiche. Parallel investiert die Regierung in die Talente von morgen. Der Haushalt 2026-27 unterstützt Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und Qualifizierungsinitiativen. Nationale Exzellenzzentren für KI-Kompetenz sollen die Jugend mit industrierelevantem Know-how ausstatten.
Der Weg ist vorgezeichnet: Von der Infrastruktur-Errichtung soll der Fokus nun stärker auf Forschung und Entwicklung liegen. Das übergeordnete Ziel bleibt, eine neue Generation von Innovatoren zu befähigen, KI-Lösungen zu schaffen, die nicht nur „Made in India“, sondern „Made for the World“ sind.





