Indien positioniert sich mit milliardenschweren Investitionen und eigenen KI-Modellen als globale Technologiemacht. Der India AI Summit 2026 markiert den Startschuss für eine umfassende, souveräne KI-Strategie.
Der fünftägige Gipfel in Neu-Delhi brachte eine Reihe bahnbrechender Ankündigungen hervor. Kern ist der klare Kurs, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern. Dafür setzt die Regierung auf ein eigenständiges KI-Ökosystem, das auf die sprachliche und gesellschaftliche Vielfalt des Landes zugeschnitten ist.
Drei heimische KI-Modelle für Indiens Sprachen
Ein Höhepunkt war die Vorstellung dreier indigen entwickelter KI-Grundmodelle. Das Startup Sarvam AI präsentierte zwei große Sprachmodelle mit 30 und 105 Milliarden Parametern. Sie wurden vollständig in Indien mit Daten in zahlreichen Landessprachen trainiert.
Parallel dazu stellte die staatlich unterstützte Initiative BharatGen ihr mehrsprachiges Modell „Param2 17B“ vor. Es ist als Open-Source-Lösung für Schlüsselsektoren wie Verwaltung und Gesundheit gedacht. Das Unternehmen Gnani.ai komplettierte das Trio mit „Vachana“, einem Text-zu-Sprache-Modell für zwölf indische Sprachen, das auch bei schwacher Internetverbindung funktioniert.
Rechenpower-Offensive: 20.000 neue GPUs angekündigt
Die Entwicklung solcher Modelle erfordert immense Rechenleistung. Das Elektronik- und IT-Ministerium (MeitY) kündigte daher eine massive Aufstockung der nationalen KI-Rechenkapazitäten an. In den kommenden Wochen sollen 20.000 neue Grafikprozessoren (GPUs) bereitgestellt werden.
Sie ergänzen die bereits vorhandenen 38.000 GPUs, die Startups und Forschern zu subventionierten Konditionen zur Verfügung stehen. Diese Infrastruktur ist das Herzstück der IndiaAI Mission. Das 2024 gestartete Programm verfügt über ein Budget von über 10.371 Crore Rupien (rund 1,1 Milliarden Euro) und soll den Zugang zu Hochleistungsrechnen demokratisieren.
Rekord-Investments und globale Allianzen
Der Gipfel war auch Bühne für beispiellose Finanzzusagen. Der Konglomerat Reliance Industries plant, in sieben Jahren etwa 110 Milliarden US-Dollar in KI-Rechen- und Dateninfrastruktur zu investieren. Die Adani Group kündigte ein 100-Milliarden-Dollar-Programm für von erneuerbaren Energien gespeiste KI-Rechenzentren an.
Globale Tech-Riesen bekräftigten ihr Engagement. NVIDIA kooperiert mit Cloud-Anbietern wie Yotta, die über 20.000 der neuesten Blackwell-GPUs einsetzen werden. Google will neue internationale Seekabel-Verbindungen für Indiens Dateninfrastruktur schaffen. Zudem trat Indien der von den USA angeführten „Pax Silica“-Koalition bei, die sich für resiliente Lieferketten im KI-Bereich einsetzt.
Mission 2.0: Der Weg zur technologischen Unabhängigkeit
Die Regierung skizzierte bereits die nächste Phase: IndiaAI Mission 2.0. Sie baut auf den Grundlagen auf und priorisiert Forschung, flächendeckende KI-Einführung und die Stärkung von kleinen und mittleren Unternehmen mit praxistauglichen KI-Lösungen.
Die Strategie umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – bis hin zum Chipdesign. Ein neu gegründetes KI-Governance-Gremium soll parallel Sicherheits- und Verantwortungsrahmen entwickeln.
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Das Ziel ist klar: Indien will nicht nur Nutzer, sondern auch Produzent von Spitzentechnologie werden und seine digitale Zukunft selbst in die Hand nehmen.





