Indische Behörden greifen gegen illegale Störsender auf Online-Marktplätzen durch

Indiens Behörde CCPA rügt sechs große Online-Marktplätze für den illegalen Verkauf von Störsendern. Dies ist Teil einer globalen Trendwende zu strengeren Regeln im E-Commerce, die auch Europa 2026 erreicht.

Indiens Verbraucherschutzbehörde CCPA hat sechs große Online-Marktplätze wegen des illegalen Verkaufs von Störsendern abgemahnt. Die Aktion ist Teil eines globalen Trends zu strengeren Regeln im E-Commerce.

Die Behörde wirft Plattformen wie IndiaMart vor, gegen das Verbraucherschutzgesetz von 2019 verstoßen zu haben. Konkret wurden Drohnen-Jammer, Anti-Drohnen-Systeme und GPS-Störsender angeboten, ohne auf notwendige behördliche Lizenzen hinzuweisen. Verbraucher seien so in dem Glauben gelassen worden, diese streng kontrollierten Geräte seien frei verkäuflich. Die CCPA fordert nun umfassende Aufklärung über Importlizenzen, Genehmigungen und sogar Käuferlisten – ein klares Signal für eine Null-Toleranz-Politik.

Globale Welle der Regulierung erreicht Europa

Der Schritt in Indien ist kein Einzelfall. Weltweit verschärfen Aufsichtsbehörden die Regeln für den digitalen Handel. In der Europäischen Union steht 2026 ein entscheidendes Jahr für Verbraucherrechte an.

Ab dem 19. Juni 2026 müssen Händler einen verpflichtenden „Widerrufs-Knopf“ anbieten. Damit soll das Kündigen eines Vertrags im Fernabsatz so einfach werden wie sein Abschluss. Zudem werden ab dem 20. November 2026 neue Regeln für „Buy Now, Pay Later“ (BNPL)-Angebote und andere Verbraucherkredite gelten. Diese bisher oft unregulierten Finanzierungsoptionen werden dann dem Verbraucherkreditrecht unterstellt.

Diese Maßnahmen sind Teil einer größeren Strategie, zu der auch der weitgehend ab August 2026 anwendbare KI-Akt und eine überarbeitete Produkthaftungsrichtlinie für digitale Güter gehören.

Kampf gegen Betrug und für Cybersicherheit

Die Regulierungsbemühungen gehen über die Produktsicherheit hinaus. Im Fokus stehen zunehmend manipulative Praktiken im Netz. Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC hat für 2026/27 die Bekämpfung von „Dark Patterns“ und Abonnementfallen zur Priorität erklärt. In der EU soll ein geplantes „Digital Fairness“-Gesetz täuschende Online-Choice-Architekturen adressieren.

Diese Verschärfung trifft auf wachsende Verbraucherängste. Nach spektakulären Cyberangriffen sind Kunden vorsichtiger geworden. Studien zeigen: Fast 88 Prozent der Verbraucher zögern, bei einem Händler zu kaufen, der bereits einen Datendiebstahl erlitten hat. Robuste Sicherheit wird nicht länger als reines IT-Problem, sondern als Kernaufgabe des Handels gesehen.

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Neue Handelsrealität: Zölle und Datenflüsse

Die neuen Rahmenbedingungen berühren auch den internationalen Handel. Während die USA mit einem „Digital Trade Promotion Act“ Verhandlungen über Abkommen mit starkem Verbraucherschutz vorantreiben wollen, ändert die EU die Spielregeln für Importe: Ab Juli 2026 fällt der Zollfreibetrag von 150 Euro für Niedrigwertsendungen aus Drittländern weg. Das wird den Versandhandel von außerhalb der EU erheblich verteuern.

Diese Entwicklungen zeigen einen globalen Konsens: Alte Verbraucherschutzgesetze aus der Zeit vor dem E-Commerce-Boom sind nicht mehr ausreichend. Die Komplexität des Online-Handels – von undurchsichtigen Preisen über KI-gesteuerte Verkaufstaktiken bis hin zu schwer durchsetzbaren Rechten – hat ein Machtungleichgewicht geschaffen, das die neuen Regeln korrigieren sollen.

Die Konsequenz für Handelsplattformen ist klar: Sie müssen ihre Sorgfaltspflichten erhöhen und sicherstellen, dass alle angebotenen Produkte lokalen und internationalen Gesetzen entsprechen. Für Verbraucher verspricht dies eine sicherere und transparentere Einkaufsumgebung. Unternehmen, die proaktiv in Cybersicherheit investieren und transparent kommunizieren, können sich so entscheidenden Vertrauensvorsprung sichern.