Infineon eröffnet Smart Power Fab: 5 Milliarden Euro für Halbleiterproduktion

Infineon nimmt neue Smart Power Fab in Betrieb, verdoppelt Kapazität für Leistungshalbleiter und setzt auf Nachhaltigkeit.

Mit einem Investitionsvolumen von fünf Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Die Fabrik nahm den Betrieb sogar mehrere Monate früher auf als geplant.

Der Standort ist Teil einer europaweiten Offensive zur Stärkung der Halbleiterproduktion. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent am globalen Markt zu erreichen – unterstützt durch den European Chips Act.

Produktionskapazität verdoppelt sich

Der Bau der Anlage begann im Mai 2023. Sie produziert Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energiesysteme wie Wind- und Solaranlagen. Laut Unternehmensangaben entstehen 1.000 Arbeitsplätze. Die Produktionskapazität für diese kritischen Komponenten verdoppelt sich damit.

Die Fabrik setzt auf modernste Digitaltechnik, darunter einen digitalen Zwilling und KI-Systeme, um die Produktion schneller hochzufahren. Bundeskanzler Merz betonte bei der Eröffnung die strategische Bedeutung: Die Fabrik sei ein Signal, dass wettbewerbsfähige Hightech-Produktion in Europa möglich bleibe.

Nachhaltigkeit als Kernprinzip

Besonders bemerkenswert: Die Fabrik kommt ohne Erdgas aus und nutzt zu 100 Prozent Ökostrom. Die Wasserrecyclingrate liegt bei rund 90 Prozent, die Energierückgewinnung bei bis zu 45 Prozent. Rund eine Milliarde Euro an öffentlichen Fördermitteln flossen über den European Chips Act und das IPCEI-Programm.

Spanien fördert heimische Chipentwicklung

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Auch beim Chipdesign tut sich etwas in Europa. Der spanische Ministerrat bewilligte 115 Millionen Euro öffentliche Mittel für Openchip aus Barcelona. Das 2021 gegründete Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern entwickelt leistungsstarke RISC-V-Prozessoren für KI-Anwendungen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu verringern.

Bereits im Mai gaben SiPearl und Semidynamics eine Partnerschaft bekannt. Die beiden Firmen arbeiten an einer Rack-Scale-Computing-Plattform für souveräne Cloud-Inferenz in Europa. SiPearls Arm-basierte CPUs werden mit Semidynamics‘ RISC-V-ASICs kombiniert – eine Integration verschiedener Chiplet-Architekturen ist geplant.

Französisches KI-Startup sammelt Kapital ein

Das französische Startup VSORA gab gestern eine neue Finanzierungsrunde unter Führung von Ardian bekannt. Weitere europäische Investmentfonds beteiligten sich. Das Geld fließt in die Vermarktung des Jotunn8-KI-Inferenzprozessors, der sich seit 2025 in Produktion befindet.

Im Automobilsektor meldete das CHASSIS-Projekt Fortschritte. Der Konsortium mit BMW, Bosch und imec entwickelt einen 5-Nanometer-Base-Die für das Auto. Diese Komponente dient als Kommunikations-Backbone für eine Chiplet-Architektur nach dem UCIe-Standard. Das Ziel: ein offenes Ökosystem für softwaredefinierte Fahrzeuge.

Lieferketten-Engpässe bleiben Herausforderung

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Der Ausbau der Produktion kommt nicht zu früh. Ende Juni führten Preiserhöhungen bei Speicherchips und anderen Komponenten zu einem Anstieg der Verbraucherpreise um 20 Prozent bei bestimmten Laptops und Tablets.

Das litauische Unternehmen LITILIT reagiert auf Engpässe bei Fertigungsanlagen: Es baut eine neue Fabrik in Vilnius, die jährlich 3.000 Femtosekundenlaser produzieren soll. Diese Hochpräzisionslaser gelten als unverzichtbar für moderne Halbleiterknoten – und ihre Produktion ist bislang stark konzentriert.