Infineon sieht Milliardenschance in Robotik-Chips

Infineon Technologies will mit bestehendem Chip-Know-how aus der Autoindustrie den Markt für humanoide Roboter erobern. Das deutsche Ökosystem aus Mittelstand und Konzernen bietet einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Deutschlands Halbleiterriese Infineon Technologies peilt den Markt für humanoide Roboter als neues Milliarden-Geschäftsfeld an. Damit will das Unternehmen die Technologieführerschaft des Landes von der Industrieautomation auf die nächste Roboter-Generation ausweiten.

Vom Autochip zum Roboter-Hirn

Die Strategie baut auf bestehendem Know-how auf. Infineon-Chef Jochen Hanebeck zeigte sich in einem aktuellen Interview überzeugt, dass sein Unternehmen die benötigten Hochleistungs-Chips bereits herstellen kann. Die Erfahrung aus der Entwicklung von Sensoren und Prozessoren für autonome Fahrzeuge bildet die ideale Basis.

„Der Markt für Chips in humanoiden Robotern könnte dem Boom bei KI-Rechenzentren Konkurrenz machen“, so Hanebeck. Der Einstieg erfordere kaum neue Investitionen in proprietäre Technologien – ein effizienter Schritt in einen Wachstumsmarkt. Deutsche Autobauer wie BMW und Mercedes-Benz testen humanoide Roboter bereits in Werken. Ihre Zulieferer ziehen nun nach.

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Stärke durch das Mittelstand-Netzwerk

Deutschlands größter Vorteil liegt im etablierten Ökosystem. Während Konzerne wie Infineon die zentralen Prozessorkomponenten entwickeln, liefert der spezialisierte Mittelstand hochpräzise Sensoren, Aktoren und Energiemanagementsysteme. Diese Lieferkette hat sich im anspruchsvollen Automobilsektor bewährt.

Sie ermöglicht die schnelle Entwicklung komplexer Komponenten – von autonomen Transportrobotern bis zu präzisen Montagearmen. Förderprogramme wie ein DIGI-Zuschuss in Hessen für die Robotik-Integration in CNC-Anlagen zeigen: Die Automatisierung dringt tief in die industrielle Basis vor.

Höherwertige Komponenten als Wettbewerbsvorteil

Der strategische Schwenk kommt zur rechten Zeit. Der deutsche Robotik- und Automationssektor spürt konjunkturelle Gegenwinde. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) prognostizierte 2025 sogar rückläufige Umsätze, verschobene Investitionen und wachsenden Wettbewerb aus Asien.

Durch den Fokus auf schwer nachzubauende Hochtechnologie wie fortschrittliche Halbleiter können sich deutsche Firmen vom commoditisierten Massenmarkt absetzen. Die Strategie setzt auf Innovation und Qualität statt auf reine Stückzahlen. Sie katapultiert Deutschland in der Wertschöpfungskette nach oben – auch wenn andere Länder die Roboter zusammenbauen, könnten sie mit einem deutschen „Nervensystem“ laufen.

Deutschland als Architekt der Roboter-Revolution

Die nationale Rolle wandelt sich. Deutschland bleibt zwar führender Produzent und Nutzer von Industrierobotern. Sein künftiger Einfluss wird jedoch stärker durch die Lieferung kritischer Schlüsseltechnologien für die gesamte Branche definiert.

Initiativen wie die nationale KI-Strategie und High-Tech-Förderprogramme sollen diesen Übergang beschleunigen. Die Nachfrage nach den von deutschen Firmen entwickelten Sensoren, Chips und Energiesystemen wird mit der fortschreitenden Automatisierung weltweit exponentiell steigen. Dieser strategische Schwenk sichert Deutschlands Position als unverzichtbarer Technologieführer.