Infostealer-Welle: 26 Millionen Infektionen und 35% Anstieg weltweit

Infostealer-Infektionen steigen weltweit um 35 Prozent. Deutsche Nutzer erleiden hohe Verluste durch Messenger-Betrug und NFC-Angriffe.

Laut Analysen von NordVPN und NordStellar gab es 2025 mehr als 26 Millionen Fälle. Die Schadsoftware ist darauf spezialisiert, Passwörter, Browserverläufe und Krypto-Wallet-Zugänge zu stehlen. Verbreitet wird sie vor allem über gezielte Phishing-Kampagnen und manipulierte Softwarepakete.

Anzeige

Wer Online-Banking, PayPal oder WhatsApp nutzt, steht besonders im Visier von Datendieben und Hackern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Viren und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Deutsche Nutzer besonders betroffen

Verbraucher in Deutschland stehen im Visier der Kriminellen. Eine Kaspersky-Studie zeigt: Opfer von Messenger-Betrug verlieren hier durchschnittlich 1.180 Euro. Der weltweite Schnitt liegt bei 630 Euro. Die Geschwindigkeit der Angriffe ist erschreckend: Fast die Hälfte der Betroffenen zahlt innerhalb von 30 Minuten nach dem ersten Kontakt.

Parallel dazu steigen NFC-Angriffe drastisch. In den ersten vier Monaten 2026 verzeichneten Sicherheitsbehörden in Deutschland einen Anstieg um 188 Prozent. Viele Nutzer vernachlässigen grundlegende Sicherheitsvorkehrungen. Laut einer McAfee-Untersuchung ignorieren 87 Prozent der Reisenden die Risiken öffentlicher WLAN-Netze – und nutzen sie für sensible Transaktionen wie Online-Banking.

Neue Phishing-Wellen im Umlauf

Verbraucherschützer warnen aktuell vor großangelegten Phishing-Kampagnen. Nutzer erhalten gefälschte E-Mails im Namen von McAfee. Darin wird vor angeblich fehlgeschlagenen Zahlungen und eingeschränktem Geräteschutz gewarnt. Auch DKB-Kunden sind Ziel der Betrüger. In täuschend echten Mitteilungen heißt es, der Zugang zum Online-Banking oder die Kreditkarte seien aus Sicherheitsgründen deaktiviert.

Anzeige

Ein veraltetes Smartphone oder eine übersehene Sicherheitslücke wirken oft wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle. Experten verraten in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit den richtigen Updates und Einstellungen Ihr Gerät rund um die Uhr vor Malware schützen. Kostenlosen Android-Sicherheits-Ratgeber herunterladen

In der Schweiz reagiert die Polizei auf einen Anstieg der Phishing-Delikte um rund 25 Prozent im Jahr 2025. Die Kampagne „LINDA“ soll sensibilisieren. Sie rät: Links misstrauen, Absender prüfen, unpersönliche Anreden und künstliche Dringlichkeit hinterfragen.

Entwickler und Krypto-Anleger im Visier

Nicht nur Endverbraucher sind betroffen. Microsoft Threat Intelligence entdeckte Anfang Juni 2026 bösartige Pakete in der Entwickler-Plattform npm. Sie installieren einen Remote Access Trojaner (RAT), der Tastenanschläge und Screenshots erfasst. Ziel: Zugangsdaten für Krypto-Wallets stehlen.

Auch staatlich gestützte Akteure sind aktiv. Die nordkoreanische Gruppe Sapphire Sleet nutzt Social Engineering auf LinkedIn und Telegram. Sie verteilt manipulierte macOS-Software, getarnt als Zoom-Update, um SSH-Schlüssel und Sitzungsdaten zu entwenden. Die Lazarus-Gruppe erbeutete innerhalb von zwei Wochen über 500 Millionen Euro von DeFi-Plattformen.

Angreifer werden professioneller

Der Mandiant M-Trends Report 2026 zeigt die zunehmende Professionalisierung der Kriminellen. Sicherheitslücken bleiben mit 32 Prozent der häufigste Infektionsweg. Doch Voice-Phishing (Vishing) gewinnt an Bedeutung – mit einem Anteil von 11 Prozent. Die Technologiebranche hat den Finanzsektor als Hauptziel abgelöst.

Besonders alarmierend: Die Übergabe erbeuteter Zugänge zwischen verschiedenen Angreifergruppen erfolgt teilweise in weniger als 30 Sekunden. Europol warnt zudem vor illegalen Streaming-Portalen. Diese werden oft von komplexen kriminellen Netzwerken betrieben, um Malware und Spyware zu installieren. Bei einer koordinierten operation wurden zuletzt über 27.000 illegale Internetadressen gelöscht.

Experten raten: Software-Abos nur über offizielle Kanäle prüfen. Drahtlose Schnittstellen wie WLAN und Bluetooth in unsicheren Umgebungen deaktivieren.