Infosys geht eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Sicherheitsspezialisten Anthropic ein, um die Einführung von Unternehmens-KI zu beschleunigen. Der globale IT-Dienstleister integriert die leistungsstarken Claude-Modelle in seine eigene KI-Plattform Topaz. Ziel ist es, maßgeschneiderte Lösungen für regulierte Branchen zu entwickeln – beginnend mit der Telekommunikation.
Vom KI-Modell zur Unternehmenslösung
Im Kern der Zusammenarbeit steht die technische Integration. Die Claude-Modelle, darunter das spezialisierte Claude Code, sollen in die Infosys-Plattform Topaz eingebettet werden. Diese Kombination soll Unternehmen helfen, komplexe Workflows zu automatisieren und Software-Entwicklungszyklen deutlich zu beschleunigen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den hohen Anforderungen an Governance und Transparenz in regulierten Feldern wie Finanzdienstleistungen oder dem Gesundheitswesen.
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Die Partnerschaft zielt auf echte Geschäftstransformation, nicht nur auf Effizienzsteigerung. Durch die gebündelten Stärken wollen die Unternehmen Organisationen bei der Modernisierung veralteter Systeme unterstützen. Das soll die Datenmigration beschleunigen und die oft enormen Kosten großer Infrastruktur-Upgrades senken. Infosys setzt Claude Code bereits intern ein, um Expertise aufzubauen und Best Practices für Kunden zu entwickeln.
Startschuss in der Telekommunikation
Den Anfang macht die Telekommunikationsbranche – ein Sektor mit hoher operativer Komplexität und strengen Vorschriften. Dafür richten die Partner ein dediziertes Anthropic Center of Excellence ein. Es soll als Zentrum für die Entwicklung maßgeschneiderter KI-Agenten dienen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Netzbetreibern zugeschnitten sind. Diese Agenten sollen Netzwerkoperationen modernisieren, das Kundenlebenszyklus-Management optimieren und die Servicebereitstellung verbessern.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von „agentischer KI“. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen, die auf einzelne Anfragen reagieren, sind diese KI-Agenten darauf ausgelegt, komplexe, mehrstufige Aufgaben von Anfang bis Ende autonom zu managen. Denkbar sind Prozesse wie die Abwicklung komplizierter Versicherungsfälle, mehrstufige Compliance-Prüfungen oder die eigenständige Entwicklung und Tests von Softwaremodulen.
Strategische Antwort auf den „Deployment Gap“
Die Allianz kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die jüngsten Fortschritte bei KI-Automatisierungswerkzeugen hatten bei Investoren Sorgen geweckt, dass das traditionelle Outsourcing-Geschäftsmodelle von IT-Dienstleistern wie Infosys disruptiert werden könnte. Diese Partnerschaft ist eine klare strategische Antwort: Statt fortschrittliche KI als Bedrohung zu sehen, macht Infosys sie zum Kern zukünftiger Dienstleistungen.
Infosys-Vorsitzender Nandan Nilekani sprach kürzlich von einer „Deployment-Lücke“: Viele Großkonzerne seien zögerlich, KI in kritischen Sektoren wie dem Bankwesen oder Einzelhandel einzusetzen. Die Partnerschaft mit Anthropic soll diese Lücke schließen, indem sie die domänenspezifische Expertise für einen sicheren und effektiven Einsatz in der realen Welt bereitstellt.
Blaupause für die KI-Transformation der Industrie
Die Allianz unterstreicht einen kritischen Trend: die Zusammenführung von KI-Modellentwicklern und großen Unternehmensdienstleistern. Während KI-Firmen Spitzentechnologie besitzen, fehlt es ihnen oft an branchenspezifischem Wissen und globaler Reichweite. IT-Beratungsriesen wie Infosys bringen hingegen jahrzehntelange Erfahrung in der Bewältigung regulatorischer und operativer Hürden mit.
Der wahre Wert von KI entsteht nicht allein durch die Leistungsfähigkeit des Modells, sondern durch seine intelligente und verantwortungsvolle Anwendung. Für Unternehmen bedeutet der Schritt den Zugang zu Lösungen, die nicht nur technologisch fortschrittlich, sondern auch konform, sicher und auf ihre einzigartige operative Realität zugeschnitten sind. Nach dem Start in der Telekommunikation planen Infosys und Anthropic, ihre gemeinsamen Angebote schrittweise auf Finanzdienstleistungen, Fertigung und Softwareentwicklung auszuweiten.





