ING-App: Android 9/10 und iOS 15 verlieren Zugriff ab September

ING beendet App-Support für ältere Smartphones ab September 2026. Grund sind stark gestiegene Cyberangriffe auf mobile Endgeräte.

Ab Mitte September 2026 verlieren Millionen Kunden den Zugriff auf die mobile Banking-App der ING. Die Bank reagiert damit auf eine drastische Zunahme von Cyberangriffen auf Smartphones.

Strengere Sicherheitsvorgaben ab September

Am 15. September 2026 ist Schluss für ältere Betriebssysteme: Smartphones mit Android 9 oder 10 sowie iPhones ohne iOS 16 werden von der ING-App nicht mehr unterstützt. Wer weiterhin mobil banken will, muss auf Android 14 oder iOS 17 umsteigen – zumindest Android 11 und iOS 16 bleiben vorerst akzeptabel.

Für Kunden, die ihr Gerät nicht ersetzen können oder wollen, bietet die Bank einen Ausweg: Ein photoTAN-Generator ermöglicht die weitere Nutzung des Online-Bankings, wenn auch ohne App-Komfort.

Transparenz-Zwang bei Google Pay

Doch nicht nur technisch steht die ING unter Druck. Ein niederländisches Gericht verpflichtete die Bank zur Offenlegung ihres Vertrags mit Google Pay. Geklagt hatten die Verbraucherschutzorganisation Consumentenbond und die Stiftung für Opfer von Abzocke.

Das Gericht verlangt vollständige Transparenz darüber, wie Kundendaten für kontaktloses Bezahlen an Dritte weitergegeben werden. Der Fall könnte Signalwirkung für ganz Europa haben – vergleichbare Prozesse gegen deutsche Banken wären denkbar.

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Explosion der Mobilfunk-Kriminalität

Der Schritt der ING kommt nicht von ungefähr. Die Bedrohungslage hat sich dramatisch verschärft:

NFC-Angriffe auf Android-Geräte stiegen in den ersten vier Monaten 2026 um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Sicherheitsexperten von Kaspersky zählten rund 35.600 solcher Attacken – mehr als eine Verdopplung innerhalb eines Jahres. Besonders betroffen: Europa und Lateinamerika.

Die Zahlen aus anderen Regionen zeigen das ganze Ausmaß:

  • SMS-Betrug in Indien: Banken meldeten einen Anstieg um 146 Prozent im ersten Halbjahr 2026.
  • Mobile Betrugssitzungen insgesamt stiegen um 67 Prozent – iOS-Geräte waren mit plus 86 Prozent besonders gefährdet.
  • Fake-Apps: In Kanpur nahm die Polizei einen Mann fest, der mit Künstlicher Intelligenz 121 gefälschte Banking-APKs erstellt hatte. Die Schadsoftware, getarnt als legitime Apps wie PNB One, befiel über 21.000 Geräte und verursachte massive finanzielle Schäden.
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Internationale Wellenbewegung

Weltweit ziehen Finanzinstitute nach. In Vietnam müssen Kunden der VPBank und VietinBank bis zum 30. Juli 2026 ihre Authentifizierung umstellen. Neue Zentralbankvorschriften schreiben sechsstellige Smart-OTP- und Soft-OTP-Codes vor, die maximal zwölf Monate gültig sind.

Nigerias Zentralbank drängt auf verschärfte Cybersicherheitsrahmen. Kunden sollen regelmäßig ihre Zugangsdaten ändern, um sich vor Phishing und Credential-Stuffing zu schützen.

ING Türkiye setzt neue Maßstäbe

Während Sicherheit im Fokus steht, lockert die ING-Tochter in der Türkei die Gebührenschraube. SWIFT-Überweisungen über digitale Kanäle sind nun kostenfrei. Euro-Transfers laufen gebührenfrei, und auch die erste Nicht-Euro-Überweisung pro Monat ist gratis. CEO Alper Gökgöz bezeichnet gebührenfreie digitale Transaktionen als den neuen Industriestandard – eine Ansage, die auch in Deutschland für Diskussionen sorgen dürfte.