Injective startet GPU-Futures: Kontrakte bilden Nvidia-Mietpreise ab

Die neuen Kontrakte bilden Nvidia-GPU-Mietpreise ab; Börsen wie CME und ICE bereiten weitere Compute-Derivate vor.

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Das Blockchain-Netzwerk Injective hat Perpetual-Futures auf den Super Intelligence Compute Index gestartet. Laut Berichten vom 26. Oktober 2026 ist das Derivatprodukt auf dem Mainnet des Protokolls live gegangen. Die Kontrakte bilden GPU-Mietpreise ab, nutzen den Stablecoin USDC als Margin und erlauben einen Hebel von bis zu 10x.

Zusammensetzung des Index und Preisermittlung

Der zugrunde liegende Super Intelligence Compute Index bildet die Mietkosten von fünf Grafikprozessoren des Herstellers Nvidia ab. Den größten Anteil hat das Modell H100 SXM 80GB mit 40 Prozent, gefolgt vom B200 mit 25 Prozent und dem H200 mit 15 Prozent. Die Modelle A100 SXM 80GB und RTX 4090 fließen mit jeweils 10 Prozent in die Berechnung ein.

Die Indexdaten stammen vom Londoner Anbieter LO:TECH, der dafür Mietlisten verschiedener Marktplätze für Rechenleistung aggregiert. Die Berechnung erfolgt stündlich in koordinierter Weltzeit (UTC). Das tägliche Fixing ist für 19:00 UTC angesetzt und basiert auf einem gleitenden Durchschnitt über sieben Tage.

Notiert wird der Index in Indexpunkten. Mit dem Schritt baut Injective sein Angebot an tokenisierten Real-World-Assets (RWAs) aus: Auf diese Anlageklasse entfallen laut einem Bericht vom 26. Oktober 2026 bereits 47 Prozent der aktiven Perpetual-Kontrakte der Plattform, was insgesamt 135 RWAs entspricht.

Wachsender Markt für Compute-Derivate und Hedging

Der Start erfolgt vor dem Hintergrund einer branchenweiten Debatte über Instrumente zur Absicherung schwankender Rechenkosten. Die Wagniskapitalgesellschaft a16z reichte bei der US-Derivateaufsicht CFTC eine Stellungnahme ein, in der sie einen regulierten US-Markt für Derivate auf Rechenleistung fordert. Diese sollen Start-ups im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie Cloud-Anbietern das Hedging von GPU- und Cloud-Kosten ermöglichen. Dabei argumentiert a16z, dass der bestehende Commodity Exchange Act mit den regulatorischen Vorgaben von Part 38 und der Selbstzertifizierung nach Part 40 ausreiche und keine neue Gesetzgebung nötig sei.

Vorgeschlagen werden bar abgerechnete Futures mit fixen Laufzeiten, Perpetual-Kontrakte sowie Benchmarks nach Vorgaben der internationalen Wertpapieraufsicht IOSCO. Zudem ist a16z crypto an Ornn beteiligt, dessen OCPI-Index den geplanten GPU-Futures der Intercontinental Exchange (ICE) zugrunde liegt.

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Gleichzeitig arbeitet das 2022 gegründete Unternehmen Hyperbolic an Handelsmöglichkeiten für Rechenleistung. Das Unternehmen mit 50 Mitarbeitern, das 20 Millionen US-Dollar einsammelte, baut unter Jasper Zhang einen Spot-Marktplatz über die eigene Forge-Software auf, die seit Juni für Bare-Metal-Provisioning genutzt wird.

Langfristiges Ziel sind physisch abgerechnete GPU-Futures. Zhang regte zudem einen Markt für den Weiterverkauf ungenutzter GPU-Reservierungen an. Bis zum Jahresende erwartet Hyperbolic eine annualisierte Run-Rate von 150 Millionen US-Dollar bei rund 250.000 Nutzern und einem jährlichen GPU-Volumen von etwa 200 Millionen US-Dollar.

Etablierte Börsen warten auf behördliche Freigaben

Auch traditionelle Derivatebörsen bereiten den Eintritt in das Segment vor. Die CME plant bar abgerechnete Futures auf den Silicon-Data-Index, der von DRW gestützt wird. Die Kontrakte umfassen je 730 GPU-Stunden für H100 und B200 mit einer Terminkurve von bis zu 36 Monaten.

Die Prüfungsfrist der CFTC wurde hierfür bis zum 9. November 2026 verlängert. Am 26. Oktober 2026 lagen die Referenzpreise der CME bei 5,86 US-dollar je Stunde für B200 und 2,77 US-Dollar je Stunde für H100. Letzterer notierte Anfang 2024 noch bei 8 US-Dollar und fiel Ende 2025 unter 2 US-Dollar.

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ICE Futures U.S. publiziert seit dem 5. Oktober 2026 Referenzdaten und plant gemeinsam mit Ornn eigene, in US-Dollar bar abgerechnete Futures. Neben CME und ICE warten auch Nodal und Architect auf eine Freigabe der CFTC, deren Konsultation im August 2026 endete. Auf Brokerseite haben sich ADM, Jump Trading im außerbörslichen Handel, DRW mit drei Teams sowie BGC über eine im Juni gestartete Sparte positioniert.

Volatilität und Kostendruck in der Cloud-Branche

Die Notwendigkeit von Sicherungsinstrumenten wird durch spürbare Preisschwankungen getrieben. Am 25. Oktober 2026 notierte der Ornn-Index für H100 bei 3,03 US-Dollar je Stunde, für H200 bei 6,30 US-Dollar (ein Plus von 24 Prozent im Monatsvergleich) und für B200 bei 9,70 US-Dollar (plus 21 Prozent gegenüber dem Vormonat).

Silicon Data wies zeitgleich 2,89 US-Dollar je Stunde für H100 aus. Der Anbieter Nebius hob zum 1. Oktober 2026 seinen On-Demand-Preis für B300 von 7,85 US-Dollar auf 9,50 US-Dollar je Stunde an, nachdem zuvor bereits die Preise für H100 von 2,95 US-Dollar Anfang Mai auf 4,50 US-Dollar gestiegen waren.

Zudem erwartet das Marktforschungsunternehmen TrendForce für das vierte Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Preise um 20 Prozent im Quartalsvergleich.

Parallel dazu investieren Tech-Konzerne weiterhin massiv: Microsoft verzeichnete für 2026 Investitionsausgaben von rund 175 Milliarden US-Dollar und Buyouts für rund 60.000 Mitarbeiter, während Meta über 100 Milliarden US-Dollar an KI-Investitionen tätigte und im Mai 8.000 Stellen strich.

Kleinere Spezialanbieter geraten unterdessen unter Druck: Nach Einschätzung von Gartner könnten mehr als 80 Prozent der sogenannten Neoclouds bis 2030 ihre Unabhängigkeit verlieren; laut Elon Musk stehen über 200 dieser Anbieter vor dem Scheitern oder einer Konsolidierung.

Finanzierungen wie jene von Bullish, die im August 100 Millionen US-Dollar für GPUs bereitstellten, unterstreichen den anhaltenden Kapitalbedarf in der Branche.