Forschende des Gwangju Institute of Science and Technology (GIST) in Südkorea haben neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit der transkraniellen Photobiomodulation (tPBM) bei Schlafstörungen vorgelegt.
In einer klinischen Untersuchung wurde der Einsatz von Nahinfrarotlicht erprobt, um die Schlafqualität von Erwachsenen mit Insomnie-Symptomen signifikant zu verbessern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gezielte Lichtstimulation eine nicht-invasive Alternative zu herkömmlichen Therapieformen darstellen könnte.
Signifikante Verbesserung der subjektiven Schlafqualität
An der vorläufigen klinischen Studie nahmen 40 Erwachsene teil, die unter Symptomen von Schlaflosigkeit litten. Zum Einsatz kam ein spezielles Stirnband, das mit Leuchtdioden (LEDs) bestückt ist und Nahinfrarotlicht mit einer Wellenlänge von 850 Nanometern emittiert. Die Teilnehmenden nutzten das Gerät über einen Zeitraum von einer Woche für bis zu eine Stunde pro Nacht.
Die Auswertung der subjektiven Selbstauskünfte ergab deutliche Fortschritte: Der Insomnia Severity Index (ISI), der den Schweregrad der Schlaflosigkeit misst, sank um 26 %. Parallel dazu verbesserte sich der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) um 29,6 %. Ergänzend dazu lieferten objektive Messungen mittels eines Handgelenkgeräts weitere Daten.
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Bei korrekter Anwendung der Technologie konnte eine Reduktion der Einschlafzeit um etwa 30 % festgestellt werden. Allerdings wiesen die Forschenden darauf hin, dass im Gesamten kein klarer Unterschied zwischen der Stimulations- und der Kontrollgruppe bei den objektiven Messungen beobachtet wurde, was auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen hindeutet.
Biologische Wirkmechanismen und laborübergreifende Ergebnisse
Die in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlichte Arbeit, die unter der Leitung von Professor Kim Tae und Kim Jae-gwan entstand, stützt sich zudem auf begleitende Tierversuche. In Versuchen mit Mäusen konnten die Wissenschaftler fundamentale biologische Reaktionen auf die Lichtstimulation nachweisen. Dazu gehörten ein Anstieg des Adenosin-Spiegels sowie eine Erhöhung des ATP-Gehalts (Adenosintriphosphat).
In den Mausmodellen führte die Anwendung zu einer Zunahme des Non-REM-Schlafs und verstärkten Delta-Wellen, die für tiefe Schlafphasen charakteristisch sind. Diese Effekte blieben bis zu drei Stunden nach der eigentlichen Stimulation nachweisbar.
Während diese biochemischen Marker bei Tieren direkt gemessen werden konnten, erfolgte in der begleitenden Humanstudie keine direkte Messung des Adenosin-Spiegels.
Erstautorin Jung Ji-eun vom Unternehmen TeddyMedi betonte gemeinsam mit dem Forschungsteam, dass trotz der vielversprechenden Ergebnisse weitere klinische Studien erforderlich seien, um die Langzeitwirkung und die optimale Anwendung zu validieren.
Abgrenzung zu bestehenden Therapiegeräten am Markt
Die Technologie der Lichtstimulation unterscheidet sich grundlegend von anderen auf dem Markt befindlichen Ansätzen, wie etwa der Cranial Electrotherapy Stimulation (CES).
Ein Beispiel für ein solches System ist das Schlafgerät „Zuo Dian“ des Herstellers Zuo Dian (Hunan) Technology. Dieses als Medizinprodukt der Klasse II registrierte Gerät arbeitet mit niedrigen Impulsströmen zwischen 0,1 und 0,6 Milliampere, die über Elektroden an den Ohrläppchen appliziert werden.
Praktische Tests dieses CES-Geräts zeigten jedoch deutliche Anwendungsrisiken. Während niedrige Stufen lediglich ein Kribbeln verursachten, führten höhere Intensitätsstufen bei Testern bereits nach kurzer Zeit zu erheblichem Schwindel und Übelkeit, wobei die Beschwerden bis zu 30 Minuten nach Abbruch der Anwendung anhielten.
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Experten kritisieren zudem die Werbeaussagen des Herstellers, der eine Wirkung in „drei Schritten zum Einschlafen“ verspricht. Solche Versprechen seien unzulässig, zudem würden Nebenwirkungen oft fälschlicherweise als erwünschte Einschlafreaktion umgedeutet.
Trotz dieser Kritikpunkte verzeichnete das Produkt mit einem Preis von 1999 Yuan im Fachhandel bereits über 110.000 verkaufte Einheiten auf verschiedenen E-Commerce-Plattformen.
Die Forschung des GIST stellt vor diesem Hintergrund einen wissenschaftsbasierten Ansatz dar, der durch die Nutzung von Licht statt elektrischer Impulse eine potenziell schonendere Methode zur Behandlung von Schlafstörungen verfolgt. Die Bestätigung dieser Effekte in größeren klinischen Studien steht jedoch noch aus.

