Der chinesische Kamerahersteller Insta360 stattet seine kompakte Action-Kamera GO Ultra mit einer KI-Sprachassistentin aus. Die neue Funktion namens „Kira“ soll die winzige Wearable-Kamera in ein intelligentes Begleitgerät verwandeln – mit Echtzeit-Übersetzung und Bildanalyse.
Google- und Alibaba-KI im Mini-Format
Die technische Basis von Kira unterscheidet sich je nach Markt: International setzt Insta360 auf Googles Gemini-Architektur, in China kommt Alibabas Qwen-Modell zum Einsatz. Damit kann die GO Ultra weit mehr als nur auf Sprachbefehle reagieren. Die Kamera übersetzt Gespräche live über ihre Lautsprecher und beantwortet Fragen zu aufgenommenen Fotos – die KI analysiert die Bilder und liefert passende Informationen.
Gestartet wird der Assistent per Sprachbefehl „Hey Kira“ oder durch langes Drücken des physischen Auslösers. Eigentlich war der vollständige Rollout bereits für Ende Juli geplant. Der Hersteller verschob den Start jedoch auf Anfang August, um letzte Systemoptimierungen abzuschließen. Erste Nutzer konnten die Funktion bereits seit Ende Juli testen.
Volles Programm: Neue Kameras und KI-Chips
Der Launch von Kira ist Teil einer größeren Produktoffensive. Bereits im Frühjahr zeigte Insta360 auf der NAB Show in Las Vegas die neue Luna-Serie. Schon am 12. August soll zudem die X6 folgen – ausgestattet mit maßgeschneiderten Ein-Zoll-Sensoren von Sony und drei dedizierten KI-Chips für 8K-Auflösung.
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Wettlauf um KI-Hardware verschärft sich
Insta360 ist nicht allein: Der Markt für KI-gestützte Geräte boomt. OpenAI arbeitet Berichten zufolge an einem eigenen Smart-Speaker, der 2027 erscheinen könnte. Der Preis soll zwischen 300 und 400 Dollar liegen. Entwickelt wird das Gerät mit Jony Ives Designstudio LoveFrom – mit Metallgehäuse, Kamera und beweglichen Teilen.
Die Hardware-Ambitionen von OpenAI sind gewaltig: Erst im Mai 2025 übernahm das Unternehmen für 6,5 Milliarden Dollar das Hardware-Start-up io Products, Anfang Juli folgte die Einführung der GPT-Live-Architektur. Doch es gibt juristischen Gegenwind: Apple verklagte OpenAI am 10. Juli wegen angeblicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen.
Auch andere Branchen setzen auf Sprach- und Satelliten-Intelligenz. BMW und Viasat demonstrierten Mitte Juli in München satellitengestützte Sprachtelefonie – über das L-Band-Netz und Qualcomms Snapdragon-Auto-5G-Modem. Parallel startete ADI den weltweiten Rollout seiner Steuerungssysteme Control4 X4 und Connect mit optionalen Premium-Stufen.
Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial
Die Zahlen sprechen für sich: Der globale Markt für Sprachsuche wird 2026 auf 6,1 Milliarden Dollar geschätzt. Bis 2036 soll er auf 51,6 Milliarden Dollar wachsen – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 23,8 Prozent. Rund 34 Prozent entfallen aktuell auf Unterhaltungselektronik.
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Doch nicht alle Branchen sind bereit. Eine Studie von Anfang des Jahres zeigt: 73 Prozent der Reiseunternehmen fühlen sich unvorbereitet auf die steigende Nachfrage nach Sprachtechnologie. Dabei ist die Akzeptanz bei Verbrauchern hoch – im Juli 2025 besaßen bereits 40 Prozent der Haushalte in Großbritannien mindestens einen Smart-Speaker.

