Instagram startet „Instants“: Neue App für ungefilterte Momente

Meta startet mit Instants eine Funktion für unbearbeitete, verschwindende Fotos. Eine separate App und strenge Privatsphäre-Einstellungen begleiten den Launch.

Meta führt mit „Instants“ eine Funktion ein, die ungeschönte, verschwindende Fotos in den Fokus rückt – und eine eigene App dafür.

Der globale Rollout begann am Mittwoch. Nutzer können ab sofort Live-Aufnahmen ohne Filter oder Bearbeitung teilen. Die Fotos verschwinden nach dem Ansehen oder spätestens nach 24 Stunden. Das Besondere: Hochladen aus der Galerie ist nicht erlaubt. Wer ein „Instant“ teilt, muss das Motiv direkt in der App fotografieren.

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So funktioniert die neue Foto-Funktion

Im Kern setzt Instagram auf das Prinzip der „One-Take“-Fotografie. Einmal aufgenommen, lässt sich das Bild nur noch mit einer Bildunterschrift versehen – nachträgliche Änderungen sind tabu. Die Empfänger werden aus dem Kreis der „Close Friends“ oder gegenseitigen Follower ausgewählt.

Die Interaktion bleibt simpel: Mit Emojis oder Direktnachrichten können Nutzer auf Instants reagieren. Wer seinen spontanen Impuls bereut, hat eine „Undo“-Taste zur Hand – solange das Bild noch nicht geöffnet wurde. Ein privates Archiv speichert die Aufnahmen für den Sender bis zu einem Jahr. Daraus lassen sich später „Recap“-Compilations für klassische Stories erstellen.

Eigene App für mehr Leichtigkeit

Parallel zur Integration in die Haupt-App veröffentlicht Meta eine eigenständige Instants-App für iOS und Android. Sie startet zunächst in ausgewählten Regionen, darunter Indien. Die Idee: Die App öffnet direkt die Kamera, umgeht den Feed und reduziert so die Komplexität des Hauptangebots.

Branchenbeobachter sehen darin einen direkten Angriff auf Konkurrenten wie Snapchat und BeReal. Mit der „No-Edit“-Politik will Instagram den Trend zur Authentizität bedienen, der jüngere Zielgruppen zu alternativen Plattformen treibt. Die Auslagerung in eine separate App zeigt zudem, dass Meta die Haupt-App nicht weiter überfrachten möchte.

Strengere Privatsphäre für alle Nutzer

Instagram hat technische Hürden gegen Screenshots und Bildschirmaufnahmen eingebaut. Zwar lässt sich ein Display mit einem zweiten Gerät abfotografieren, die In-App-Schutzmaßnahmen sind jedoch deutlich robuster als bei normalen Posts.

Besonders für jüngere Nutzer gibt es weitreichende Sicherheitsvorkehrungen: Instants ist vollständig in die bestehenden „Teen Accounts“ und das „Family Center“ eingebunden. Elterliche Kontrollen wie Zeitlimits oder der „Sleep Mode“ zwischen 22 und 7 Uhr greifen automatisch. Benachrichtigungen werden während der Ruhezeit stummgeschaltet.

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Rückkehr zu den Wurzeln

Mit Instants vollzieht Meta eine bemerkenswerte Kehrtwende. Jahrelang wurde Instagram vorgeworfen, sich von seinem ursprünglichen Zweck – dem Teilen von Fotos – entfernt zu haben. Algorithmische Video-Inhalte dominierten die Plattform. Nun bringt ein Feature, das weder Bearbeitung noch Galerie-Uploads erlaubt, die „Instant“-Idee zurück, die dem Namen der App zugrunde liegt.

Experten sehen darin auch eine defensive Strategie gegen „Social Fatigue“. Wer unter dem Druck leidet, ein perfektes Online-Ich zu inszenieren, findet in flüchtigen, rohen Inhalten ein Ventil. Die „Snooze“-Funktion – per Halten und Wischen lässt sich der Foto-Stack im Posteingang ausblenden – gibt Nutzern zusätzliche Kontrolle.

Ausblick: Wohin steuert Meta?

Ob sich die eigenständige App dauerhaft etablieren kann, bleibt abzuwarten. Metas Geschichte mit Ablegern wie IGTV oder Threads ist durchwachsen. Die direkte Einbindung in den DM-Posteingang verschafft Instants jedoch eine hohe Sichtbarkeit.

In den kommenden Monaten wird Instagram genau beobachten, wie sich die ungefilterten Interaktionen auf Nutzerbindung und Nachrichtenfrequenz auswirken. Gelingt der Spagat zwischen spontanem Teilen und späterer Archivierung für Recaps, könnte das Modell als Blaupause für andere Meta-Plattformen wie WhatsApp oder Facebook dienen. Der Launch ist jedenfalls der bislang deutlichste Versuch, die Nutzererfahrung zu vereinfachen und zum intimen, direkten Austausch zurückzukehren.