Intel-Finanzchef David Zinsner hat auf der Technologiekonferenz der Deutschen Bank Ende August 2026 mitgeteilt, dass sich die Defektdichte des kommenden 14A-Fertigungsknotens schneller verbessere als erwartet. Nach seinen Angaben liegt der Wert bereits besser als die intern gesetzte Zielkurve und markiert damit die schnellste Verbesserung seit dem 22-Nanometer-Knoten.
Zinsner schränkte allerdings ein, dass der Vergleich mit dem 22-Nanometer-Knoten aus dem Jahr 2012, der auf FinFET-Transistoren basierte, wegen unterschiedlicher Messmethoden und gestiegener Prozesskomplexität nur begrenzt aussagekräftig sei.
Technische Grundlagen des 14A-Knotens
Der 14A-Prozess setzt auf mehrere neue Technologien: RibbonFET-Gate-all-around-Transistoren der zweiten Generation, die PowerDirect-Stromversorgungstechnik sowie High-NA-EUV-Lithografie.
Laut Intel soll der Knoten gegenüber dem aktuellen 18A-Prozess einen Leistungsgewinn von 15 bis 20 Prozent erzielen oder alternativ die Leistungsaufnahme um 25 bis 35 Prozent senken. Die Risikoproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen, die Serienfertigung im großen Maßstab (High Volume Manufacturing) soll 2028 folgen.
Bereits im Juli 2026 hatte Intel Foundry laut Unternehmensangaben Panther-Lake-Prozessoren dual-qualifiziert und Auslieferungen mit einer Ausbeute erzielt, die der bisherigen NXE-Lithografietechnik entspricht.
Für ausgewählte Schichten des 18A-Prozesses nutzt Intel Foundry demnach bereits High-NA-EUV-Anlagen von ASML mit einer numerischen Apertur von 0,55. Ende August wurde zudem eine neue EXE:5000-Anlage mit einem Gewicht von 165 Tonnen am Intel-Standort in Oregon aufgestellt.
Intels 14A-Knoten verbessert die Defektdichte schneller als geplant – ein positives Signal für die Foundry-Ambitionen. Doch die Sparte schreibt weiter Verluste. Unser Report ordnet die technischen Fortschritte ein und bewertet die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Jetzt kostenlosen Analyse-Report anfordern
Kundeninteresse verschiebt sich zu Kapazitätsfragen
Nach Darstellung von Zinsner verändert sich das Gespräch mit externen Kunden zunehmend: Statt Fertigungsdaten zu evaluieren, konkurrieren Kunden inzwischen um verfügbare Fertigungskapazitäten. Interne Design-Teams arbeiten parallel bereits an Produkten auf Basis des 14A-Knotens.
Intel-Chef Lip-Bu Tan trifft sich laut Zinsner wöchentlich mit Kunden, um diese Nachfrage zu begleiten. Als konkretes Beispiel für externes Engagement nennt Intel Tesla, das den 14A-Prozess für seinen im April 2026 bestätigten, mit 25 Milliarden US-Dollar bezifferten Terafab-KI-Chip-Campus in Austin nutzen will.
Foundry-Geschäft bleibt defizitär
Trotz der technischen Fortschritte zeigt das Foundry-Geschäft von Intel weiterhin deutliche Verluste. Im zweiten Quartal 2026 erzielte die Sparte einen Umsatz von 5,765 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Während Kunden bereits um Fertigungskapazitäten konkurrieren, bleibt die Frage nach der Profitabilität offen. Für Investoren ist entscheidend, ob Intels Technologievorsprung die hohen Verluste rechtfertigt. Unser Leitfaden liefert eine nüchterne Bewertung der Risiken und Chancen. Investitionsrisiken jetzt bewerten lassen
Dem stand jedoch ein operativer Verlust von 2,089 Milliarden US-Dollar gegenüber, was einer negativen Marge von 36 Prozent entspricht. Besonders auffällig: Der externe Umsatz, also Aufträge von Kunden außerhalb des eigenen Konzerns, belief sich lediglich auf 293 Millionen US-Dollar.
An der Börse reagierten Anleger verhalten auf die Nachrichten. Die Intel-Aktie fiel am 30. August 2026 um 2,85 Prozent auf 89,47 US-Dollar. Die Kombination aus ermutigenden Fortschritten beim 14A-Knoten und weiterhin hohen Verlusten im Foundry-Geschäft scheint das Bild für Investoren zu prägen: Der technologische Ausblick verbessert sich, während die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Fertigungsgeschäfts noch unklar bleibt.

