Intel A380: Neuer Treiber macht Budget-Grafikkarte zum KI-König

Ein neuer Treiber ermöglicht KI-gestützte Frame-Generierung auf Intels günstiger Arc A380, was die Leistung der einstigen Wertarbeit GeForce GTX 1070 übertrifft.

Ein Software-Update katapultiert Intels günstige Arc A380 in die Gegenwart und stellt die beliebte GeForce GTX 1070 von NVIDIA in den Schatten. Der Schlüssel: Künstliche Intelligenz für flüssigere Spiele.

KI-Turbo für die Budget-Karte

Der Grafiktreiber 32.0.101.8509, den Intel diese Woche veröffentlichte, ist eine kleine Revolution für Sparfüchse. Er bringt XeSS 3 Multi-Frame Generation (MFG) auf die alte Alchemist-Architektur – und damit auf die Einsteigerkarte Arc A380. Diese KI-gestützte Frame-Generierung kann die Bildrate in unterstützten Spielen verdoppeln oder sogar verdreifachen. Für eine Grafikkarte, die oft um 60 Bilder pro Sekunde (FPS) in Full HD kämpfte, ist das ein Quantensprung. Plötzlich sind Spielerlebnisse mit hohen Bildwiederholraten auf Hardware unter 150 Euro möglich.

Das stellt den Status quo gehörig auf den Kopf. Die NVIDIA GeForce GTX 1070 galt jahrelang als unverwüstlicher Wertarbeit. Ihre reine Rasterisierungsleistung war legendär. Doch jetzt fehlt ihr, was zählt: Zugang zur modernen KI-Spieltechnologie.

Technologischer Graben: Alte Stärke gegen neue Intelligenz

Der Vergleich zeigt einen klaren Generationenkonflikt auf.

NVIDIA GeForce GTX 1070 (2016): Die alte Garde
Die GTX 1070 ist immer noch stark in älteren DX11-Titeln und im nativen Rendering. Mit 8 GB GDDR5-Speicher hat sie hier sogar einen Vorteil. Ihr größtes Manko ist die fehlende Hardware für KI-Beschleunigung. Sie besitzt keine Tensor-Cores für NVIDIA’s DLSS und kann keine Frames künstlich generieren. Nutzer sind auf qualitativ oft schwächere Upscaling-Methoden wie AMD FSR angewiesen. Die Technik von 2016 stößt an ihre Grenzen.

Intel Arc A380 (2022/2026): Der aufgerüstete Underdog
Die A380 hat mit 6 GB GDDR6 weniger Speicher. Doch der neue Treiber aktiviert ihre verborgenen Stärken: die XMX-AI-Engines.
* Frame-Generierung: Aus 40 nativen FPS werden so 80 flüssige Bilder.
* Moderne Medien: Die Karte encodiert AV1 in Hardware – ein Muss für Streamer.
* Effizienz: Mit etwa 75 Watt verbraucht sie nur halb so viel wie die GTX 1070 (150 W).

Praxis-Check: Wo die KI punktet – und wo nicht

Erste Tests nach dem Treiber-Release zeigen ein klares Bild. In anspruchsvollen Titeln wie Cyberpunk 2077 kann die A380 mit aktiviertem XeSS 3 die Bildraten der GTX 1070 erreichen oder übertreffen. Allerdings hat die KI-Technik ihren Preis: eine leicht erhöhte Latenz.

In kompetitiven Shootern oder alten Spielen ohne Frame-Generation behält die GTX 1070 daher wahrscheinlich die Oberhand. Der Vorteil der A380 ist fest an moderne Technik geknüpft: Sie braucht DirectX 12 Ultimate und Spiele, die XeSS unterstützen.

Branchen-Beben: Intel durchbricht das Upgrade-Kartell

Intels Schritt hat Signalwirkung für die gesamte Hardware-Branche. Bisher waren Features wie Frame-Generation exklusiv den neuesten und teuersten Grafikkarten vorbehalten – ein bewährtes Modell, um Kunden zum Kauf zu bewegen. Dass Intel diese Technik nun nachträglich auf eine preiswerte, ältere Architektur bringt, durchbricht diese Tradition. Es verlängert die Lebensdauer von Budget-Hardware erheblich.

Analysten sehen darin eine kluge Strategie. Intel baut mit dieser Geste Goodwill auf, während das Unternehmen seine nächste GPU-Generation „Battlemage“ vorbereitet. Für Besitzer einer GTX 1070 wird die Botschaft immer klarer: Ihre Karte ist zwar noch stark, aber sie steht vor der Tür zur Zukunft des Gamings – und die ist verschlossen.

Technische Daten im Vergleich

MerkmalIntel Arc A380NVIDIA GeForce GTX 1070
ArchitekturAlchemist (Xe-HPG)Pascal
VRAM6 GB GDDR68 GB GDDR5
UpscalingXeSS (KI-basiert)FSR (Spatial) / NIS
Frame-GenerierungJa (XeSS 3 via Treiber)Nein
AV1-SupportJa (Hardware-Encode/-Decode)Nein
Leistungsaufnahme~75 W~150 W
DirectXDX12 Ultimate (Feature Level 12_2)DX12 (Feature Level 12_1)

Hinweis: Die Leistungsangaben zu XeSS 3 basieren auf ersten Berichten nach dem Treiber-Release. Die Ergebnisse können je nach System und Spieloptimierung variieren.