Intel Arrow Lake vs. AMD Ryzen AI: Mini-PCs mit bis zu 126 TOPS

Neue Mini-Computer von Intel und AMD erreichen bis zu 126 TOPS für lokale KI-Anwendungen und Sprachmodelle.

Intel und AMD treiben den Wettlauf um künstliche Intelligenz im Mini-Format voran. Gleich mehrere Hersteller haben heute neue Geräte vorgestellt, die mit speziellen KI-Chipsätzen lokale Sprachmodelle und industrielle Anwendungen ermöglichen. Die Systeme erreichen Rekordwerte bei der Rechenleistung für neuronale Netze – gemessen in Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS).

Intel Arrow Lake: 99 TOPS für Profis

MINIX bringt mit dem EU928-AI einen Mini-PC auf den Markt, der auf Intels neuer Arrow-Lake-H-Architektur basiert. Herzstück ist der Core Ultra 9 285H, der satte 99 TOPS an KI-Leistung bietet. 32 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher und eine 1 Terabyte große PCIe-4.0-SSD gehören zur Serienausstattung – aufrüstbar auf bis zu 128 GB RAM und eine zweite SSD.

Das Gerät setzt auf ein Metallgehäuse mit Dampfkammerkühlung, um auch bei Dauerlast stabil zu bleiben. Zwei 2,5-Gigabit-Ethernet-Ports, Wi-Fi 7 und Thunderbolt 4 sorgen für maximale Anbindung. Über HDMI 2.1 und DisplayPort 1.4 lassen sich bis zu vier Bildschirme gleichzeitig betreiben.

Nur einen Tag zuvor hatte IBASE den CMI211-1005 vorgestellt – ebenfalls mit 99 TOPS, aber speziell für die Industrieautomation ausgelegt. Das System unterstützt bis zu 96 GB DDR5-RAM und bietet einen PCIe-Gen4-x4-Erweiterungssteckplatz. Drei 2,5-GbE-Ports und zwei USB-C-Anschlüsse machen es zur ersten Wahl für Machine Vision und Fabriksteuerung.

AMD Ryzen AI Max+: 126 TOPS im 4-Liter-Gehäuse

Noch einen drauf setzt MSI mit dem PRO MAX EDGE AI+. Der Desktop im nur vier Liter kleinen Aluminiumgehäuse nutzt AMDs Ryzen AI Max+ 395 und erreicht damit 126 TOPS. Bis zu 128 GB LPDDR5X-8000 Unified Memory sind verbaut – davon lassen sich bis zu 96 GB als Grafikspeicher nutzen. MSI zufolge lassen sich damit Sprachmodelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern lokal ausführen. Ein echter Quantensprung für datenschutzkritische Anwendungen.

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Acemagic kontert mit dem F9A, ebenfalls auf Ryzen AI Max+ 395-Basis und 126 TOPS. Besondere Ausstattungsmerkmale: OCuLink und zwei USB4-Anschlüsse sowie ein SD-4.0-Kartenleser. Für Netzwerk-Enthusiasten hat MINIX den ER939-AI Pro im Angebot – gleicher AMD-Chip, aber mit zwei 10-Gigabit-LAN-Ports. Der Preis: rund 4.100 Euro.

Mittelklasse und Einstieg: KI für jeden Geldbeutel

Die KI-Offensive beschränkt sich nicht auf die Spitzenklasse. MSI bringt den Cubi NUC AI+ 3MG-026JP mit Intels Core Ultra 5 322 auf den Markt. Für umgerechnet etwa 1.300 Euro gibt es 16 GB DDR5, eine 512-GB-SSD, Fingerabdrucksensor und eine dedizierte Copilot-Taste.

Im Niedrigenergiesegment sorgt BOSGAME mit dem E6 ECO für Aufsehen. Das System nutzt Intels neuen Core 3 304 „Wildcat Lake“ mit einer thermischen Verlustleistung von nur 15 Watt. Dank kombinierter NPU- und GPU-Leistung kommt es dennoch auf 24 TOPS. Der globale Start ist für den 15. August 2026 geplant.

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Für Sparfüchse hat Chuwi den LarkBox X 100U parat. Für rund 410 Euro liefert das Gerät mit Intels Core 3 100U drei 4K-Displays über HDMI 2.1, DisplayPort 1.2 und einen vollwertigen USB-C-Port. MINIX rundet das Portfolio mit dem N304-AI ab – ebenfalls Wildcat-Lake-basiert, aber mit zwei Gigabit-Ethernet-Ports für einfache Netzwerkanbindung.

Was bedeutet das für den deutschen Markt?

Die neue Gerätegeneration zeigt: Lokale KI wird massentauglich. Statt für jede Sprachmodell-Anfrage in die Cloud zu gehen, können Unternehmen und ambitionierte Privatanwender bald auf leistungsstarke Mini-PCs am eigenen Schreibtisch setzen. Besonders für datenschutzsensible Branchen wie Medizin, Finanzen oder Rechtswesen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Die Preise beginnen im Niedrigpreissegment um 400 Euro und reichen bis in den Profibereich jenseits von 4.000 Euro – ein Spektrum, das für breite Akzeptanz sorgen dürfte.