Intel bestätigt Spezifikationen für Data-Center-GPU „Crescent Island“

Intel stellt Data-Center-GPU Crescent Island mit LPDDR5X-Speicher vor und umgeht so den HBM-Engpass im KI-Markt.

Intel setzt mit der neuen Xe3P-Architektur auf LPDDR5X-Speicher und will so im boomenden KI-Markt angreifen.

Der Chipriese hat die technischen Daten seiner nächsten Data-Center-GPU mit dem Codenamen „Crescent Island“ veröffentlicht. Das Herzstück: eine Speicherbandbreite von 1,5 Terabyte pro Sekunde (TB/s), realisiert durch 20 LPDDR5X-9600-Speichermodule. Zwölf davon sitzen auf der Vorderseite, acht auf der Rückseite der Platine.

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Die Basisversion kommt mit 160 Gigabyte Speicher, Gerüchten zufolge sind bis zu 480 GB möglich. Anders als Intels Konsumenten-GPUs ist Crescent Island ausschließlich für Rechenzentren gedacht – Gaming-Fans werden leer ausgehen. Erste Muster sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 an Kunden ausgeliefert werden.

Strategischer Schachzug im Speicher-Engpass

Die Entscheidung für LPDDR5X statt des in der Branche üblichen HBM-Speichers (High Bandwidth Memory) ist kein Zufall. Die globale Halbleiterindustrie leidet unter einer anhaltenden Speicherknappheit, die Analysten zufolge bis 2030 andauern könnte. Mit LPDDR5X umgeht Intel teilweise den harten Wettbewerb um HBM-Kapazitäten – und setzt auf eine kosteneffizientere Alternative.

Das Timing ist kritisch: Der Markt für KI-Beschleuniger boomt, und Intel versucht verlorenen Boden gutzumachen. Branchenführer Nvidia meldete am heutigen Donnerstag für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 74 Milliarden Euro – ein Plus von 85 Prozent zum Vorjahr. Allein die Data-Center-Sparte steuerte 68 Milliarden Euro bei.

Doppelte Konkurrenz aus USA und China

Nvidia bereitet zudem die nächste Generation vor: Die Vera-Rubin-Plattform mit eigener CPU und GPU soll noch 2026 auf den Markt kommen. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller in den Markt. Alibabas Chip-Tochter T-Head enthüllte am Mittwoch den Zhenwu M890, der als direkte Alternative zu westlichen Hochleistungs-Chips positioniert ist. Bereits über 560.000 Chips der Zhenwu-Serie hat Alibaba an mehr als 400 Kunden ausgeliefert.

Der M890 ist eigenen Angaben zufolge dreimal schneller als sein Vorgänger. Für Ende 2027 ist der V900 geplant, für 2028 der J900. Nvidia-CEO hatte erst kürzlich eingeräumt, Teile des chinesischen KI-Marktes an lokale Anbieter wie Huawei verloren zu haben.

Diversifizierung auf breiter Front

Doch nicht nur Intel und Nvidia liefern sich ein Rennen. Das Startup Bolt Graphics kündigte am Dienstag seine Zeus-GPU an, die mit 250 Watt Verbrauch auskommen und die fünffache Path-Tracing-Leistung aktueller High-End-Karten bieten soll. Die Produktion bei TSMC soll Ende 2027 anlaufen.

AMD wiederum präsentierte heute die Ryzen AI MAX 400 Serie mit bis zu 192 GB Unified Memory – genug, um große Sprachmodelle mit über 300 Milliarden Parametern lokal auszuführen. Systeme mit dem Top-Modell Ryzen AI Max+ 495 sollen ab dem dritten Quartal 2026 von Partnern wie ASUS, HP und Lenovo kommen.

Lieferketten unter Spannung

Die erfolgreiche Markteinführung von Crescent Island hängt maßgeblich von stabilen Lieferketten ab. Am Mittwoch endete ein vier Monate dauernder Arbeitskonflikt bei Samsung mit einem neuen Tarifvertrag. Nur einen Tag später versuchte Micron, HBM-Designspezialisten in Seoul abzuwerben – gezielt Ingenieure von Samsung.

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Micron hält aktuell 21 Prozent des HBM-Marktes, während SK hynix mit 62 Prozent führt. Micron soll HBM4-Module für Nvidias Vera-Rubin-Plattform liefern. Intels Umweg über LPDDR5X könnte sich als kluge Absicherung gegen diese Verflechtungen erweisen.

Auch Apple kämpft mit den Engpässen: Berichten zufolge haben anhaltende Speicherknappheiten die Entwicklung neuer Mac-Hardware verzögert. Der Konzern konzentriert sich daher für die kommende WWDC verstärkt auf Software-Updates.

Entscheidende zweite Jahreshälfte

Für Intel wird die zweite Jahreshälfte 2026 zur Bewährungsprobe. Die Xe3P-Architektur muss die versprochene Bandbreite liefern und sich gegen Nvidias Vera Rubin sowie Alibabas wachsende Zhenwu-Reihe behaupten. Angesichts der bis 2030 erwarteten Speicherknappheit wird die Fähigkeit, stabile Lieferketten zu sichern und clevere Speicherkonfigurationen zu entwickeln, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil im milliardenschweren KI-Infrastrukturmarkt.