Grund ist die rasant steigende Nachfrage nach Servern für künstliche Intelligenz.
Die am 23. April veröffentlichten Quartalszahlen zeigen: Intels Sparte Data Center and AI (DCAI) legte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Wall Street deutlich. Der Grund: CPUs spielen neben spezialisierten Grafikprozessoren eine immer wichtigere Rolle in moderner KI-Infrastruktur.
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Starke Zahlen, aber rote Zahlen
Der Gesamtumsatz belief sich im ersten Quartal auf 13,58 Milliarden Euro – ein Plus von sieben Prozent zum Vorjahr und deutlich über den Analystenschätzungen von 12,42 Milliarden Euro. Allerdings steht unterm Strich ein GAAP-Verlust von 3,7 Milliarden Euro, verursacht durch 4,1 Milliarden Euro an Restrukturierungskosten und einer Abschreibung auf die Beteiligung an Mobileye.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,29 Euro weit über den erwarteten 0,01 Euro. Die Anleger reagierten begeistert: Die Intel-Aktie schoss im nachbörslichen Handel um 19 Prozent nach oben – ein Wertzuwachs von rund 64 Milliarden Euro.
Auch die Bruttomarge verbesserte sich auf 41 Prozent (bereinigt) und übertraf damit die Prognose von 34,5 Prozent. Finanzvorstand David Zinsner führte dies auf die wachsende Bedeutung der CPU im KI-Zeitalter zurück.
Vom Training zur Anwendung: KI verändert die Nachfrage
CEO Lip-Bu Tan skizzierte in einer Analystenkonferenz den Wandel: Die KI-Entwicklung verlagere sich vom Bau grundlegender Modelle hin zur Inferenz – also der Anwendung trainierter Modelle. Während GPUs weiterhin für das Training großer Modelle unverzichtbar sind, setzen Unternehmen für kleinere, aufgabenbasierte KI-Modelle zunehmend auf CPUs.
Davon profitiert Intels Xeon-Produktlinie. Die Prozessoren übernehmen die Logik und das Datenmanagement für KI-Agenten. Zudem dienen Xeon-6-Chips als Host-CPUs in High-End-GPU-Systemen von Konkurrenten wie Nvidia und AMD – etwa in Nvidias DGX-B200- und B300-Systemen.
Lieferengpässe: Intel verlagert Kapazitäten
Der Nachfrageboom führt zu Kapazitätsengpässen. Intel Global Channel Chief Dave Guzzi berichtet von Lieferproblemen, die Partner und Cloud-Anbieter gleichermaßen treffen. Der Konzern reagiert: Er verlagert Fertigungskapazitäten von Consumer-PCs hin zu margenstärkeren Server-Chips.
Besonders betroffen ist die Granite-Rapids-Serie der Xeon-6-Familie. Hardware-Partner wie Lenovo melden Knappheit bei High-End-Modellen wie dem Xeon 6700P. Manche Kunden greifen daher auf ältere Generationen wie „Emerald Rapids“ oder sogar eingestellte „Cascade Lake“-Chips zurück.
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Tesla als Kunde: Intels 14A-Fertigung erhält Rückenwind
Ein wichtiger strategischer Erfolg: Tesla wird Kunde für Intels nächste Fertigungsgeneration 14A. Die Chips sollen im Terafab-Komplex in Austin, Texas, produziert werden. Das bestätigte sich im Rahmen der Quartalszahlen.
Intels Foundry-Sparte erzielte im ersten Quartal 5,4 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von 16 Prozent. Die Zusammenarbeit mit Tesla und Microsoft (das einen chip auf 18A plant) ist zentral für Intels Ziel, wieder die Prozessführerschaft zu übernehmen.
Analysten von HSBC stufen Intel seit dem 21. April auf „Kaufen“ ein. Sie erwarten bis Ende 2026 einen Anstieg der Server-CPU-Auslieferungen um 20 Prozent. Allerdings bleibt die Konkurrenz stark: Nvidia hielt Ende 2025 rund 86 Prozent des kombinierten KI- und Datenzentren-Marktes. Intels Anteil lag im einstelligen Bereich. Doch das 22-Prozent-Wachstum zeigt: Intel stabilisiert sich.
Ausblick: Mehr Angebot, schärfere Margen
Intel erwartet, dass die Lieferengpässe im zweiten Quartal nachlassen. Für Q2 2026 prognostiziert der Konzern einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Euro – deutlich über den Analystenschätzungen von 13,07 Milliarden Euro. Die bereinigte Bruttomarge soll bei 39 Prozent liegen.
Der Fokus liegt auf energieeffizienter KI-Hardware. Intels Gaudi-Beschleuniger und Xeon-6-Prozessoren positionieren sich als kostengünstige Alternative zu Nvidias Spitzenprodukten. Partnerschaften mit Cloudera und Deloitte sollen zeigen, dass Intel-Systeme bei generativer KI Effizienzvorteile bieten.
Der Weg zurück zur Marktdominanz ist lang. Doch die Quartalszahlen liefern den stärksten Beleg dafür, dass Intel vom aktuellen Infrastruktur-Boom profitiert.





